Darf ich auf meinem Social Media Profil Persönliches teilen, oder wirkt das unseriös?

Und wenn ja – wie kann ich dann meine Privatsphäre schützen? Fragen, über die man sich Gedanken machen sollte, wenn man Social Media für sich und sein Unternehmen nutzen möchte.

Manuela Krämer hat sich dieses Thema als Blogparade herausgesucht und ich bin gerne dabei. Ich liebe Social Media und habe mir darüber schon viele Gedanken gemacht.

Persönlichkeit zu zeigen ist wichtig

Darf ich auf meinem Business-Profil Persönliches teilen, oder wirkt das unseriös?

Gegenfrage: Wirkt es auf dich unseriös, wenn dir die Florist:in, während sie einen Strauß für den 70. Geburtstag deiner Mutter bindet, erzählt, dass ihre Mama ebenfalls 70 Jahre alt ist? Oder wenn du dich mit deiner Lieblingsfriseur:in über die schönsten Urlaubsziele austauschst? Nein, oder?

Wenn du dich vom anonymen Onlineriesen oder der unnahbaren Dienstleistungskette abheben willst, MUSST du sogar Persönlichkeit zeigen.

Wir sind alles soziale Wesen. Wir kaufen gerne bei Menschen, die uns sympathisch sind und denen wir vertrauen. Um dieses Vertrauen aufzubauen, müssen wir den Menschen erst einmal kennenlernen. Und wie sollen wir den Menschen kennenlernen, wenn er nicht sichtbar wird und wir nichts über ihn erfahren? Eben!

In deiner Persönlichkeit liegt der Schlüssel zum Kunden.

Bedenke: es heißt „Social Media“. Du bewegst dich nicht auf einer Verkaufsplattform! Die meisten Menschen nutzen Instagram und co um sich berieseln zu lassen und sich zu unterhalten und nicht, um bewusst nach Unternehmen zu suchen. Wenn du auf deinem Firmenprofil nun ausschließlich für dein Angebot wirbst, wird dir das wenig Aufmerksamkeit bringen.

Nicht umsonst boomt in den sozialen Medien das Influencer-Marketing. Große Firmen suchen sich Menschen, die Ausschnitte aus ihrem Leben öffentlich teilen und dabei quasi nebenbei erzählen, wie sie die Produkte der Unternehmen dabei nutzen. Die Kund:innen folgen den Influencern mit Sicherheit nicht, weil sie die Werbung so gut finden. Sie interessieren sich für die Persönlichkeit und das Leben des Influencers. Sie vertrauen diesen Menschen und kaufen schlussendlich das beworbene Produkt.

Auch große, eher anonyme Firmen versuchen Persönlichkeit zu zeigen oder engagieren Influencer

Wie kann ich meine Privatsphäre schützen?

Die Frage ist, wo ist die Trennung zwischen Persönlichem und Privatem? Diese Grenze liegt bei jedem woanders. Du brauchst dich nicht verbiegen! Meist hat man das selber gut im Gefühl, wieviel man preisgeben möchte. Auch hier ist die reale Offlinewelt wieder ein guter Ratgeber. Was würdest du der eher fremden Florist:in erzählen? Was hast du für Themen mit deinen Stammkund:innen? Über was unterhältst du dich mit der eher vertrauten Friseur:in?

So mache ich das

Ich habe Tabuthemen, die mir zu privat sind. Dazu gehören zum Beipiel

-sexuelle und intime Themen

-Private Familienangelegenheiten (zum Beispiel Streit mit dem Partner…)

-Fotos und Namen meiner Kinder

Ich nutze bei Facebook und Instagram verschiedene Konten. Ich teile privatere Dinge (auch hier wieder ohne Tabuthemen) auf meinen privaten Profilen. Ausgewählte Inhalte teile ich zusätzlich auf meinen Businessprofilen.

Beispiel: Ich bin mit der Familie Pilze sammeln. Auf meinem privaten Profil teile ich eine kurze Videosequenz, wie ich im Wald sitze und anschließend poste ich ein Foto und das Rezept meiner Pilzpfanne. Auf meinem Businessprofil (https://www.instagram.com/werbewerkelei/) teile ich nur die Story vom Wald, denn mein Business befasst sich mit dem Thema Branding, Logodesign und Social Media. Es ist kein Kochprofil. Trotzdem kann ich so auf meinem Businessprofil ein wenig persönlich werden. Die Leser:in erfährt über mich, dass ich gerne im Wald bin. Vielleicht schreibt sie mir sogar, dass sie auch gerne in der Natur ist. Schon haben wir eine Gemeinsamkeit und sie konnte mich ein wenig kennenlernen.

4 Vorteile, wenn du Persönliches teilst

  1. Wenn du dich persönlich zeigst und von dir erzählst, hat das zum Einen den Vorteil, dass man dich kennlernt. Interessenten kaufen eher bei Menschen, die sie kennen. Diesen Punkt habe ich oben schon angesprochen.
  2. Mit jedem persönlichen Detail weckst du Interesse und bietest einen Gesprächseinstieg. Vielleicht mag ein Interessent das gleiche Essen wie du? Vielleicht habt ihr gemeinsame Hobbys oder eure Kinder sind gleich alt? Solche Gemeinsamkeiten können das Vertrauen vertiefen, was widerrum wichtig ist für eine Kaufentscheidung.
  3. Du kannst Kante zeigen! Du magst keine Rassisten als Kunden? Dann erzähle von deiner letzten positiven Begegnung mit einem Flüchtling. Dich nerven Menschen, die Fleisch essen/vegan sind/unfreundlich sind/alles besser wissen/gar nichts wissen…? Dann schreibe in deinen Beiträgen über solche Themen. Du schreckst die ungewünschten Kunden damit ab und gewinnst Verbündete.
  4. Du hast Inhalte für Beiträge. Fragst du dich manchmal, was du denn schon wieder posten könntest? Mit einem persönlichen Beitrag hast du „Stoff“ für deine Sichtbarkeit.

Ein gutes Unternehmensprofil ist vielseitig

Wir halten also fest: Persönliches ist Trumpf! Du solltest es aber nicht übertreiben. Keiner mag Menschen, die nur über sich reden! Genauso wichtig ist es, zuzuhören. Wenn du die Herausforderungen und Lieblingsthemen deiner Kund:innen kennst, kannst du dein Angebot besser auf deren Bedürfnisse anpassen.

Am besten ist es, du bietest auf deinem Social Media Kanal deshalb einen Mix aus verschiedenen Bereichen an. Mögliche Themen sind zum Beipiel: Persönliches, dein Angebot, Tipps, Neuigkeiten aus deinem Unternehmen, Communityaktionen, Zitate und Branchentrends.

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