Sicher sichtbar

„Was gibt Dir Sicherheit bei Deiner Sichtbarkeit?“, fragt Sabine von beckandbold im Rahmen ihrer Blogparade. Ein interessantes Thema, wie ich finde.

Sichtbarkeit – Als Instagram-Beraterin und Branddesignerin für eher introvertierte Unternehmerinnen ist genau DAS, der Begriff, um den sich alles dreht. Meine Kundinnen möchten mit ihrem Business sichtbar werden, um neue Kund:innen zu gewinnen und Bestandskund:innen zu binden. Und noch ein Fakt schwebt in der obigen Fragestellung mit: viele Menschen fühlen sich unsicher, wenn es um ihre Sichtbarkeit geht. Gerade wir introvertierten Frauen haben häufig Probleme damit, uns zu präsentieren und dabei auch noch „eine gute Figur“ zu machen.

-Wie soll ich mich darstellen?

-Kann MAN das so sagen?

-Wirkt mein Verhalten arrogant oder unprofessionell?

Diese und ähnliche Fragen stellen wir uns, sobald wir uns mit unserem Business zeigen. Wir wünschen uns Sicherheit, um uns mit unserer Sichtbarkeit wohlzufühlen. Schließlich wollen wir Professionalität ausstrahlen und uns und unser Unternehmen positiv darstellen. Da hat ein unsicheres Auftreten keinen Platz.

Was bringt mir ganz persönlich Sicherheit für meine Sichtbarkeit?

Ich möchte diese Fragestellung unterteilen in meine Onlinesichtbarkeit und in meine persönliche Sichtbarkeit. Bei beiden Bereichen gibt es Gemeinsamkeiten.

Wissen

Was mir in beiden Bereichen hilft, ist Wissen. Es gibt mir Sicherheit, wenn ich weiß, worüber ich rede. Deshalb recherchiere ich vor der Veröffentlichung eines Blogbeitrages oder eines Social Media Posts genau.

Offline in meiner Arbeit als Lehrkraft mache ich das ebenfalls so. Ich gehe (soweit das zeitlich möglich ist) nicht unvorbereitet in den Unterricht. Ich hasse es, ins Schwimmen zu kommen! Wenn ich hingegen über ein Thema reden kann, über das ich viel Wissen habe, gibt mir das Sicherheit.

Optik

„Kleide dich immer für den Job, den du gerne hättest.“ Ein professionelles Auftreten ist mir offline und online wichtig. Um wahr- und ernst genommen zu werden, muss der Auftritt stimmen. Ich nutze ein Firmenlogo und habe festgelegte Farben, Schriften und Symbole. Diese sind sowohl auf meiner Website, als auch auf meinem Instagramprofil zu finden. Eine wirre, zusammengeschusterte Webpräsenz wirkt unprofessionell und damit schwindet die Sicherheit. Zudem spart ein festes Branddesign Zeit und sorgt für einen Wiedererkennungswert. Wenn Du Unterstützung bei deinem Branddesign und deinem Social Media Auftritt benötigst, dann melde dich gerne hier bei mir.

Ein weiterer Tipp, den ich selbst noch nicht umgesetzt habe: professionelle Businessportraits! Ich denke, wenn man ein paar Fotos hat, auf denen man sich gefällt, fällt es einem logischerweise auch leichter, diese zu teilen.

Offline achte ich ebenfalls auf ein gepflegtes Äußeres. Leider finde ich kaum Zeit, mich zu schminken. Aber gewaschene Haare und saubere Kleidung gehören für mich zum Wohlgefühl dazu. Wenn ich besonders selbstsicher wirken möchte, trage ich gerne einen Blazer. Jaja, ich weiß: Er ist dem männlich wirkenden Anzug angelehnt. Er repräsentiert für mich Seriösität und Kompetenz und ich fühle mich damit wirklich ein Stück weit sicherer.

Authentizität

Ein sperriges Wort, welches in aller Munde ist. Ich mag es nicht, mich zu verstellen. Schauspielerei kostet Kraft. Wenn ich eine Rolle spielen muss, die gar nicht zu mir passt, fühle ich mich unsicher. Mich muss nicht jeder mögen. Und es muss auch nicht jeder eine Insta-Inspektion bei mir buchen. Das wäre ja zeitlich gar nicht machbar für mich! Also verstelle ich mich nicht. So ziehe ich die Kund:innen an, die zu mir passen. Das funktioniert online und offline.

Steter Tropfen…

Sowohl online, als auch offline gibt es einen einfachen „Trick“ für mehr Sicherheit: die Übung! Je häufiger man sich überwindet sichtbar zu sein, desto mehr Erfahrung sammelt man. Meist erkennt man dann, dass gar nichts passiert, wenn man sich zeigt. Keine blöden Kommentare, kein Shitstorm, keine Hater – nichts! Im Gegenteil, bestenfalls wird man gesehen und erhält konstruktives Feedback. Man erlangt Sicherheit und irgendwann fällt es einem leichter, sich zu zeigen. Kein Meister ist vom Himmel gefallen und man lernt jedes Mal etwas dazu.

Ich hatte es Ewigkeiten vor mir hergeschoben, auf Instagram einmal live zu gehen. Schließlich kann man da ja keine Versprecher entfernen und ich hatte auch Angst, den Faden zu verlieren. Hier findest du mein erstes Live zum Thema „Wiederholungen auf Instagram„. Tatsächlich bekam ich hinterher viel Lob und fand es gar nicht so schlimm. Es sind oft einfach nur Ängste vor Neuem, die uns lähmen. Je häufiger wir diese Ängste überwinden, desto kleiner werden sie, weil wir feststellen, dass sie unbegründet sind.

Und selbst WENN man einmal negative Kritik bekommen sollte, die unberechtigt ist: Dann kann man sie ja löschen.

Auch offline kann man ein sicheres Auftreten üben. Indem man zum Beispiel vor dem Spiegel trainiert, oder sich Antworten auf häufig gestellte Fragen schon vorher überlegt.

Wie ist das bei dir? Fühlst du dich sicher mit deiner Sichtbarkeit? Hast du vielleicht noch ein paar weitere Tipps, die dir Sicherheit geben? Dann immer her damit!

Werde WAHRgenommen, deine Steffi

Monatsrückblick September 2023

Der September bot Sommerwetter und Erntewetter. Wir wurden von unserem Garten wieder reich beschenkt. Ich kochte Pfirsichmarmelade, Aronia-Birnen-Marmelade und Aronia-Nashibirnen-Marmelade.

Wir mussten unseren Nashibirnenbaum stützen, so voll hing er.

Am ersten Sonntag im September besuchten wir die Krabat-Mühle in Schwarzkollm. Dort war ein Flohmarkt. Tatsächlich haben wir wegen dem Markttreiben die Mühle gar nicht in Augenschein nehmen können. Wir werden sie noch einmal besuchen. Trotzdem war es ein schöner Ausflug. Es gab einen kleinen Spielplatz und einen Rundweg durch den Wald, den wir erkundeten.

Am 08.09.2023 nahm ich über die Arbeit meines Mannes an einer Weiterbildung zum Thema Boden und Bodenökologie teil. Das fand ich sehr interessant. Es war sehr lehrreich, mal wieder in die Rolle eines Schülers zu schlüpfen. Insbesondere, da ich ja von der Thematik überhaupt keine Ahnung hatte.

Mitte des Monats war mein Mann eine Woche beruflich in Österreich unterwegs und ich war mit dem Kleinen zuhause. Uns hatte es beide mit der Mund-Hand-Fuß-Krankheit erwischt.

Mein September war auch ein Shoppingmonat. Nicht nur, dass ich Zeit fand, mal wieder ein paar Klamotten für mich einzukaufen. Ich erstand ebenfalls eine neue Waschmaschine, nachdem die alte ihren Geist aufgegeben hatte. Ich habe von einer fünf-Kilo-Trommel auf eine neun-Kilo-Trommel aufgerüstet und bin echt froh darüber!

Ich erstellte das erste Mal in meinem Leben eine Steuererklärung und war überrascht, wie einfach das war. Ich hatte mir es viel komplizierter vorgestellt, weil man so viel negatives darüber hört.

Bei der Werbewerkelei herrschte tote Hose. Ich war in meinem Hauptberuf so stark eingespannt, dass ich weder Zeit, noch Muse fand, mich um mein kleines Business zu kümmern. Schade, aber nicht zu ändern.

Monatsrückblick August 2023

Mit Wehmut schaue ich auf den August zurück, denn der Sommermonat ist Geschichte und damit beginnt nun unaufhaltsam der Herbst.

Die Tage im Garten genießen!

Am ersten August hatte ich noch Urlaub. Zusammen mit meinem Kleinen schaffte ich den großen Sohn zum Bahnhof, denn er verbrachte die nächsten zwei Wochen bei den Großeltern. An diesem Tag setzte ich auch einen Johannisbeerlikör an und bin spazieren gegangen.

Ab dem 2. August ging ich wieder in meine Berufsfachschule arbeiten. Anfänglich war es noch schön ruhig dort, denn es waren ja Ferien. Ende dieser Woche entdeckte ich die App „slowly“, eine Art Plattform für Online-Brieffreundschaften. Wie schön! Ich liebe es ja, neue Dinge auszuprobieren. Übrigens: den Tipp zur App bekam ich von diesem Blogbeitrag: https://stillundsensibel.de/2023/07/28/brieffreunde-finden/.

Selfie beim Blumengießen auf Arbeit

In der zweiten Augustwoche stand der Gruppenwechsel vom Jüngsten im Kindergarten an. Er ist jetzt nicht mehr bei den ganz Kleinen und kommt trotzdem prima zurecht.

Willkommensgeschenk. Wie lieb!

Ich habe mit Ölmalkreiden ein Bild gemalt. Ich liebe es, abends zu malen. Es entspannt mich. Ich zeichne immer recht flott und es geht mir eher um den Mal-akt an sich, als darum, ein besonders schönes Ergebnis zu erhalten. Seit ich so losgelöst über meine Malerei denke, habe ich richtig viel Freude daran.

Die drei Windmühlen von Hvide Sande

Der Kleine hatte seine U7, also die Vorsorgeuntersuchung für 2jährige inklusive. Die Ärztin war zufrieden mit ihm. Auch ein Entwicklungsgespräch fand statt im Kindergarten. Alle sind froh, dass er sich dort so gut eingelebt hat.

Am Freitag der zweiten Augustwoche traf ich mich mit meinem Mann in der Nordsee zum Mittagessen. Ich liebe solche kleinen Alltagsfluchten. Unser Motto : man muss es sich auch mal ein bisschen schön machen.

Am darauf folgenden Wochenende besuchten wir meine Eltern und Schwiegereltern in meiner westsächsischen Heimat. Es tat gut, sie wieder mal zu sehen und zu erleben, wie sie sich über ihren Enkel freuten.

In der dritten Augustwoche erlebte ich etwas in unserer Schule seitens „der da oben“, über das ich hier nicht öffentlich schreiben kann. Nur so viel: meine besonders feine Antenne für Ungerechtigkeiten hat einen erheblichen Treffer bekommen. Ich frage mich, warum es überhaupt Gesetze gibt, wenn die dann nicht mal von denen eingehalten eingehalten werden, die sie beschließen. An diesem Sonntag fuhren wie Baden. Wir planschten in einer Kiesgrube mit klarem, weichen Wasser und es war eine absolute Wohltat, den Kleinen beim Spielen am flachen Sandstrand zu beobachten. Es fühlte sich an wie Urlaub und war zugleich der letzte Ferientag vom Großen.

Ab dem 21. August hatte uns der (Schul)alltag wieder. Bei mir ging das Unterrichten wieder los. Mein großer Sohn startete in die 9. Klasse. Trotzdem an meiner Schule zwei neue Lehrer eingestellt wurden, reicht es hinten und vorne nicht. Das führte dazu, dass ich mit meinem 30-Stunden-Teilzeitvertrag bis zu 28 Stunden pro Woche unterrichten musste (zum Vergleich: im öffentlichen Dienst sind es 18,65). Das bedeutete, es blieben nur zwei Stunden Zeit für Unterrichtsvor- und nachbereitung, Organisatorisches, Schülergespräche und so weiter. Hahaha!

Am 26. August fuhren wir nach Kemnitz zum Traktorentreffen mit Weltmeisterschaft im Steinwalzeziehen. Für unsere zwei Söhne und meinem Mann war das eine ganz tolle Sache. Ich genoss es auch. Dieses Volksfestfeeling erinnerte mich an diverse Veranstaltungen meiner Jugend. Einfach schön!

Und bei der Werbewerkelei?

War Ebbe! Es erblickten zwei Instagrambeiträge das Licht der Welt:

Einer handelt von den Erfahrungssufen der Content-Creation https://www.instagram.com/p/CvmlOErMHfj/

Der andere gibt Tipps zu den Instagram-Highlights für dein Profil https://www.instagram.com/p/Cv4bsRrM4Aa/

Ansonsten war es echt ruhig. Ganz ehrlich: mein derzeitiges Arbeitspensum im Hauptjob schafft mich. Ich bin froh, wenn ich abends mal entspannen kann. Mein Kopf ist nicht frei für Social Media.

Monatsrückblick Juli 2023

Der Juli als Startmonat ins 2. Halbjahr war unser Urlaubsmonat. Dieser Monatsrückblick wird also fotolastig! Aber der Reihe nach…

Gleich am 1. Juli waren wir zu einem Rockkonzert im privaten Rahmen eingeladen. Ein Bekannter von uns ist Mitglied einer Band. Mein Mann fuhr allerdings alleine hin, denn wir wollten diesen Stress unserem Jüngsten mit seinen zwei Jahren und uns ersparen.

Am Ende der ersten Juliwoche war der letzte Schultag vor den Sommerferien in Sachsen. Das bedeutete, dass an diesem Tag die Abschlussfeier für die „fertigen“ Krankenpflegehelfer der Berufschule stattfand, in der ich arbeite. Die kleine Festlichkeit ist jedes Jahr ein kleines Highlight. Fast alle Absolvent:innen und deren Angehörige hatten sich in Schale geworfen, um ein würdiges Ausbildungsende zu gestalten. Schön war´s!

Unsere Katze Hildegard im Hochstuhl 🙂

Gartenzeit

Am darauf folgenden Wochenende kochte ich Erdbeermarmelade und mein Mann setzte Sauerkirschlikör an. Wir genossen das schöne Wetter im Garten am Haus und unser Jüngster testete ausgiebig seine Matschküche, die er zu seinem Geburtstag Ende Juni von uns geschenkt bekommen hatte.

Ein Garten-Selfie bei Gegenlicht

Urlaub in Dänemark

Die zweite Juliwoche war geprägt von Urlaubsvorbereitungen. Koffer wurden gepackt, wir machten noch einen Großeinkauf und der Kleine hatte einen grippalen Infekt. Toll, so kurz vor der Abreise!

Am Samstag, den 15. Juli ging es endlich los! Früh um vier starteten wir die zwölfstündige Anreise nach Hvide Sande, Mitteljütland, Dänemark! Ich muss sagen, ich hatte den Urlaub mehr als nötig! Ich war körperlich und mental sehr ausgelaugt. Die Arbeitsbelastung der vergangenen Monate hatte bei mir zu Herzrasen und ständigen Kopfschmerzen geführt. Auch seelisch ging es mir nicht mehr gut. Ich war ständig unzufrieden und genervt.

Der Strandabschnitt von Argab bei Hvide Sande – Endlich Urlaub!

Wir weilten zwei Wochen in Dänemark. Schon seit elf Jahren besuchen wir jährlich dieses schöne Land. Leider war das Wetter dieses Jahr nicht ganz so prickelnd – viel Sturm, viel Regen, relativ kühl! Badewetter gab es nur an zwei Tagen.

Softeis schmeckt bei jedem Wetter!
Welch eine Wohltat war das, den Kleinen beim ausgelassenen Spiel zu beobachten!
Dauerregen – ab zum Indoorspielplatz in Hvide Sande
Quallen gab es auch ein paar.
Ein Spaziergang durch die Heide. Wir wussten auch die kühleren Tage zu nutzen!
Leider auch Urlaub: Plastikmüll am Strand
Lesen und baden – zwei Dinge, die ich gerne mache!
Blick von der Düne
… und in die andere Richtung Richtung Ringkøbing-Fjord

Erholung, wo bist du?

Leider gestaltete sich unser Urlaub nicht ganz so erholend, wie ersehnt. Zwei Gründe gab es dafür:

Grund 1: meine Erwartungshaltung. Ich hatte viele Erinnerungen an vergangene Urlaube an der Westküste Dänemarks. Immer präsent: Die Gedanken an ausgedehnte, entspannende Strandspaziergänge. Das war leider mit unserem zweijährigem Jungen dieses Jahr nicht zu realisieren. Er hat für lange Spaziergänge nicht die Geduld, lief auch nicht geradeaus und der starke Wind pustete ihm immer wieder Sand in die Augen. An windigen Tagen waren Strandbesuche also gar nicht möglich. An den schöneren Tagen mussten wir sehr aufpassen, dass er nicht ins Wasser rannte, oder wieder in Richtung Dünen verschwandt. Entspannend waren diese Ausflüge also nicht unbedingt!

Grund 2: Wir buchten ein Ferienhaus in „idyllischer Lage“ (so hieß es zumindest in der Hausbeschreibung) und bekamen ein Domizil genau neben einer Baustelle. In der ersten Ferienwoche piepte zudem in drei Nächten der Rauchmelder und am Samstag, wo endlich Ruhe war auf der Baustelle, wurden wir vom Rasenmäher geweckt. Ich hatte Augenringe bis zum Kinn!

Businessdinge

Vielleicht hast du es registriert: Der Juli war sehr ruhig in der Werbewerkelei. In meinem Newsletter hatte ich es auch angekündigt. Ich zog mich weitestgehend zurück. Es entstanden nur zwei Beiträge auf Instagram. Im ersten Post schrieb ich darüber, dass Reels kein Allheilmittel sind: https://www.instagram.com/p/CuJcAk_M-DB/ und im Zweiten veröffentlichte ich meine Bucketlist für den Sommer: https://www.instagram.com/p/Cute0zAMboh/ . Diese Wunschliste habe ich übrigens noch nicht vollständig abgearbeitet. Aber der Sommer ist ja noch nicht vorbei. Auch wenn er sich aktuell schon ein wenig wie der Herbst anfühlt.

Warst du schon im Urlaub? Was ist dein Lieblingsreiseland?

Werde WAHRgenommen, deine Steffi

PS: Ach übrigens – Falls du eine Reise nach Dänemark planst und dazu Fragen hast, kannst du mir sie gerne stellen.

Monatsrückblick Juni 2023

Das erste Halbjahr von 2023 ist Geschichte und damit ist es Zeit, auf den Juni zurück zu blicken.

Familienleben

Am ersten Sonnntag war mein Mann und ich mit unserem kleinen Sohn am Stausee Sohland. Wir aßen ein Eis, bummelten um den See und der Kleine hatte viel Spaß auf dem Spielplatz. Unser große Sohn brütete eine Angina aus und blieb die anschließende Woche zuhause. Am 9. Juni war Kindergartenfest bei sommerlichem Wetter. Unser Kleine spielte am liebsten weit ab des Trubels und fühlte sich wohl. Auf die Hüpfburg wollte er nicht. Zwei Mal war der Kleine diesen Monat krank – er hat immer wieder Probleme mit den Ohren. Reist denn diese Infektionswelle überhaupt nicht ab?

Ein schöner Nachmittag am Stausee in Sohland/Spree

Am letzten Juniwochendende besuchten mein Mann und mein großer Sohn die Matschenberg Offroad Arena und schauten sich Autocross an.

Unser kleiner Sohn machte im Juni wieder einige Entwicklungsfortschritte. Er redet immer mehr (zum Beispiel Tatao für Kakao, Tor,…) und fährt ziemlich ausdauernd auf seinem Puky umher. Am 29. Juni feierten wir seinen zweiten Geburtstag.

Geburtstagsmuffins in bunten Waffelbechern

Berufsleben

Meine Arbeit als Berufsschullehrerin gestaltete sich abwechslungsreich und spannend. Ich tingelte durch Oberlausitzer Pflegeheime und nahm die praktischen Prüfungen der zukünftigen Krankenpflegehelfer ab. Auch mündliche Prüfungen gab es zu begleiten. Langeweile kam also keine auf.

Ein Vorteil dieser Prüfungsfahrten ist, dass ich manchmal eher Feierabend machen konnte. Diese Zeit nutzte ich einmal, um in Görlitz ganz alleine shoppen zu gehen (was für eine Seltenheit). Ein anderes Mal traf ich mich mit meinem Mann in einer Raststätte zum gemeinsamen Mittagessen. Solche Momente als Paar sind für uns sehr selten geworden.

Shopping!

Gartenleben

Natürlich nutzten wir auch fast täglich unseren Garten am Haus. Ich setzte Holunderblütenlikör an (hier ist das Rezept: Holunderblütenlikör) und wir bestaunten die vielen Rosen und die vielen klebrigen Läuse. Die weißen Röschen inspirierten mich sogar zu einem Reel auf Instagram: Was kümmert es das Blümchen…

Alltagskreativität: Mehrere Blüten übereinander

Tomaten dürfen auch nicht fehlen! Wir pflanzen jedes Jahr welche.

Ende des Monats entwurzelte es während eines Gewitters den Aprikosenbaum im Vorgarten. Schade!

Gleich zwei Mal verirrte sich ein Spatz in unsere Esse des Hauses. Beim ersten Mal entwischte er beim Einfangen aus der Ofenklappe und unsere Katze Gertrud setzte seinem kleinen Leben sofort ein Ende. Beim zweiten Mal waren wir vorgewarnt. Wir sperrten unsere Katzen vorher weg und der kleine Vogel konnte unversehrt in die Freiheit entfliegen.

Innenleben

Ich habe diesen Monat wieder gemerkt, dass es gar nicht so einfach ist, das Familienleben, den Beruf und die Selbstständigkeit unter einen Hut zu bekommen. Meine Gedanken habe ich in einem Gedicht verarbeitet:

Ich bin gestresst vom Kopf über Wasser halten, vom Mangel verwalten, vom weiter gehen und nach vorne sehen.

Ich bin müde vom zurück stecken, vom Kinder früh wecken, vom es allen recht machen und vom nachts aufwachen.

Mich nerven Ungerechtigkeiten und Krankheitszeiten, brauche eigentlich mehr Zeit für mich. Doch unterm Strich :

Habe ich es ja so gewollt, werde nun vom Hamsterrad überrollt. Muss mich einfach mal zusammenreißen und ein bisschen durchbeißen.

Das wird schon wieder, denke ich immer die gleichen Lieder, es geht ja allen so, sei doch einfach mal froh!

Doch leider ist das leichter gedacht, als getan. Denn ich bin gestresst vom… ( von vorne beginnen)

Unternehmerinnenleben

Im Juni erblickte nur ein Blogartikel das Licht der Welt bei mir. Dafür hat er es in sich! Es geht um die Frage, wieviel Macht uns ein Instagramprofil verleiht und wie wir verantwortungsvoll damit umgehen können: Dein Expertenstatus: Macht und Verantwortung

Außerdem habe ich mir Gedanken gemacht, wie wir als leise Unternehmerinnen über unser Angebot auf dem Blog und auf Social Media Plattformen sprechen können, ohne zu werbend zu klingen. Das ist ja vielen von uns etwas unangenehm. Heraus gekommen ist eine Liste mit 24 Themen und Impulsfragen. Ich habe diese Liste an meine Newsletterabonenntinnen verschickt. Schreibe mir gerne eine Mail an steffi-fleischer@gmx.de, wenn du diese Liste ebenfalls gut gebrauchen kannst und ich schicke sie dir gerne zu. Meinen Newsletter darfst du natürlich auch jederzeit abonnieren.

Halbjahresrückblick

Ist das Jahr jetzt eigentlich noch halb voll, oder ist es schon halb leer? Wenn ich mir meine Ziele für 2023 anschaue, ist da noch sehr, sehr viel Umsetzungsluft nach oben. Oh weh! Die einzigen Ziele, die ich schon erreicht habe: Ich veranstaltete eine sehr erfolgreiche Blogparade und es gab einen hochinteressanten Gastbeitrag zum Thema Impostor-Syndrom bei Introvertierten auf diesem Blog. Ansonsten stand das Jahr bisher im Zeichen von Infektionen und der berufsbedingten Umstrukturierung unseres Familienalltags.

Ich bin sehr gespannt, was die zweite Hälfte des Jahres 2023 noch so bringt. Im Juli fahren wir erst einmal in den Urlaub. Darauf freue ich mich schon sehr. Ich bin nämlich mächtig urlaubsreif.

Wir lief dein Juli 2023?

Werde WAHRgenommen, deine Steffi

Dein Expertenstatus: Macht und Verantwortung

Vor ein paar Tagen schaute ich mir ein paar Storys auf meinem privaten Instagramprofil an. Ich folge dort mehreren Profilen von Müttern, die zur gleichen Zeit schwanger waren und nun Kinder im gleichen Alter wie ich haben.

Eine Story zog meine Aufmerksamkeit auf sich: Eine Mama hatte ein Foto von einem Arzneimittel hochgeladen und fragte ihre Community um Rat. Sie habe das Medikament vom Kinderarzt verschrieben bekommen und sei sich nun unsicher, ob sie es ihrem Kind wirklich geben sollte. Ein sehr bekannter Instagram-Kinderarzt habe ja mal gesagt, dass dieses Arzneimitttel nicht helfen würde.

Möchtest du wissen, was ich ihr schrieb? Ich sage es dir: Ich fragte sie, wem sie wohl mehr vertraut: Dem niedergelassenen Kinderarzt, der ihr Kind schon seit den ersten Tagen kennt, oder einem Internetarzt, der ihr Kind noch nie gesehen hat und daher auf Instagram allenfalls allgemeingültige Empfehlungen geben kann.

Mich beschäftigte diese Story noch lange. Sie regte mich zum Nachdenken an. Diese kleine Episode zeigte mir nämlich, wie hoch scheinbar das Vertrauen in diesen Instagram-Arzt war. Zumindest führten die gegensätzlichen Ärzteaussagen zu einer Verunsicherung. Die Drittmeinung sollten dann „Internettmuttis“ abgeben. Krass!

Experte auf Social Media – Chancen und Risiken

Meine Erkenntnissse aus der Instagram-Story: Wenn man es geschickt anstellt, kann man sich über das Internet (Blogs, Podcasts, Videoplattformen, Social Media) einen Expertenstatus aufbauen. Der Mehrwert in Form von Wissensvermittlung schafft Sicherheit. Mir dem Teilen von persönlichen Einblicken erzeugt man Nähe, der bei Symphatie zu einem Vertrauensaufbau führt. Wenn man seine Inhalte dann noch regelmäßig veröffentlicht, entsteht eine sichere Bindung. Diese Bindung kann dann meiner Meinung nach sogar fester sein, als die zum regionalen Anbieter. Welcher Arzt kommt schon ganz gemütlich mehrmals die Woche abends auf dem Sofa vorbei, so wie der Insta-Arzt übers Smartpone?

Viele Instagramnutzer möchten einen Expertenstatus aufbauen. Das betrifft auch mich. Das ist ja das System hinter einem Businessprofil auf Social Media und einem Firmenblog. Wir wollen unser Wissen und Können unter Beweis stellen, damit unsere Follower zu vertrauenden Kunden werden. Das Internet gibt uns die Chance, überregional als Experte (oder FACHgeschäft) sichtbar zu werden.

Außer dem Expertenstatus erreichen wir aber ab einer gewissen Profilgröße noch etwas: Einfluss und damit Macht! Wir tragen zur gesellschaftlichen Meinungsbildung bei. Mit dem wachsenden Vertrauen wächst auch unsere Glaubwürdigkeit. Das ist erst einmal positiv zu sehen, birgt aber auch ein Risiko: Unsere Verantwortung der Community gegenüber steigt!

Mein Tipp zum Umgang mit der Verantwortung als Experte

Überprüfe deinen Content auf Richtigkeit und kommuniziere klar, was Wissen ist und was deine eigene Meinung ist! Ich beobachte immer mal wieder, dass vermeintliche Informationen als allgemeingültige Weisheiten dargestellt werden, obwohl sie auf eigene Beobachtungen oder Interpretationen beruhen. Beispiel aus meiner Social-Media-Branche: Da wird den Followern der Algorithmus der Social-Media-Plattform erklärt und es werden sehr konkrete Tipps gegeben, wie: „Nutze immer zwischen 7 und 15 Hashtags“, oder anderes. Das Problem ist: Der Algorithmus ändert sich häufig und ist unbekannt. Überschriften wie: „die geheime Algorithmusformel“ sollten dich deshalb sehr vorsichtig werden lassen.

Selbstverständlich darfst du auch zu gewissen Dingen deine eigene Meinung äußern. Du als Expert*in deines Fachgebiets hast mehr Hintergrundwissen als deine Follower und demzufolge ist deine Meinung auch fundiert. ABER: Sag doch bitte dazu, dass es sich dabei um deine eigene Meinung oder Beobachtung dreht. Sei dir deiner Verantwortung bewusst!

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, was du für einen Einfluss auf deine Follower nimmst? Oder war dir das bisher nicht bewusst? Fühlst du Angst oder Beklemmung, wenn du darüber nachdenkst? Oder gibt dir das Wissen, mit deinem Internetauftritt eine Stimme zu haben, sogar Kraft und Motivation? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen. Ich bin neugierig!

Werde WAHRgenommen, deine Steffi

Monatsrückblick Mai 2023

Der Wonnemonat Mai war ein Sonnemonat. Und ein Tonnemonat, zumindest gab es ein paar Dinge, die echt für die Tonne waren ;-). Ich habe mir gedacht, ich schlüssele den Mai mal in Zahlen auf:

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Elf Instagrambeiträge erblickten die Netzwelt. Unter anderem habe ich dir erzählt, welches Format (also zum Beispiel Foto oder Reel) das beste für dich ist und ich habe dir gesagt, warum die beliebte Wortgruppe „Link in Bio“ wie „Hol Stöckchen“ für mich klingt. Gemeinsam haben wir uns auch sprachliche Bilder überlegt, die dein Angebot für deine Kund:nnen greifbarer machen. Hier kommst du zu meinem Instagramprofil.

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Vier Blogartikel sind entstanden. Allesamt bieten mega viel Neues.

Zuerst erschien mein Monatsrückblick April.

Was ist ein Impostor-Syndrom? Warum sind besondere introvertierte Menschen davon betroffen? Und was kannst du dagegen tun? Lies dir unbedingt den Gastbeitrag von Mim Gaisser durch. Da erfährst du alles dazu!

Was kann ich gut? Und wie profitieren meine lieben Kundinnen davon? Darüber habe ich hier berichtet.

Was will ich bewirken? Und wie bin ich zu meinem tiefen WARUM gekommen? Lies dir gerne meinen bisher persönlichsten Blogbeitrag ever durch.

Noch mal 4

Vier Ausflüge haben wir diesen Monat gemacht: Burg Stolpen, Besuch meiner Eltern und Schwiegereltern, Königswartha und Bärwalder See.

Bärwalder See am Pfngstmontag. Wie im Sommer!

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Zwei Mal war unser kleiner Sohn krank und der Große war gleich zweimal zu einem Spiel seiner Lieblingsfußballmanschaft Dynamo Dresden.

gesund kuscheln

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Der Große war ein Mal krank und ein Mal auf Klassenfahrt in Großschönau. In der gläsernen VW-Manufaktur war er auch. Ich habe ein Bild gemalt und es gibt eine neue Salespage bei mir: meine heiß geliebte Insta-Inspektion (heiß geliebt, weil sie mir sehr am Herzen liegt), hat jetzt eine eigene Seite bekommen. Hier ist das gute Stück! Ich habe die Masterclass von Bianca Fritz besucht und wieder viele Impulse für mein Business bekommen. Der Eurovision Song Contest ist eigentlich jedes Jahr ein Highlight für mich. Dieses Jahr hat er mir überhaupt nicht gefallen. Die gesamte Show war langweilig und die Lieder waren auch mal besser.

5 Erkenntnisse des Monats

Ich empfand den Unterricht in meinem Hauptjob als Berufsschullehrerin diesen Monat als Herausforderung und frage mich zunehmend, ob es „das“ ist, was ich bis zur Rente machen möchte. Der gesamte Schulbetrieb war häufig sehr kräftezehrend. Nur wenige Tage beflügelten mich so wie früher.

Mein Arbeitsplatz im Lehrerzimmer

Ich empfinde den Spagat mit einem häufig kranken Kind und der Arbeitstätigkeit als schwierig. So richtig wird man beidem nicht gerecht. Alles in allem gehe ich ja gerne auf Arbeit und möchte meine Kolleginnen nicht hängen lassen. Meinen Sohn möchte und muss ich aber auch betreuen, gerade wenn er krank ist.

Antibiotika mit netter Idee. Zum vierten Mal dieses Jahr!

Ich habe diesen Monat auf Arbeit endlich einmal „nein“ gesagt. Leider mit einem schlechten Gewissen. Ich muss also noch daran arbeiten, mehr für mich einzustehen.

Persönlichkeit ist Trumpf! Mein Blogbeitrag Was will ich bewirken? hat viel Lob bekommen, obwohl ich mich echt gefragt habe, ob er nicht zu persönlich ist. Tatsächlich ist mir aufgefallen, dass ich auch bei anderen die persönlichen Blogartikel besser finde, als reine Expertenartikel.

Der Monat Mai war sehr denkwürdig für mich. Ich musste viel grübeln und hatte nicht die Zeit, alle Aspekte genügend zu durchdenken. Ich brauche zur Zeit viele Denkpausen, die ich aber nicht habe. Was mir gut geholfen hat, „runter zu kommen“, war die Zeit im Garten und das Malen.

Highlight des Monats

Der Kleine sagt endlich „Mama“.

Wer zuletzt lacht, lacht am besten

Noch etwas zum Schmunzeln:

Unsere Hildegard auf großer Fahrt 😉

Zusammengefasst war wieder ganz schön viel los. Ich bin erstaunt, wie viele Erlebnisse und Erkenntnisse in einen Monat passen. Wie war dein Mai?

Werde WAHRgenommen, deine Steffi

Was will ich bewirken?

Ich wuchs als sogenanntes Sandwich-Kind auf. Das Mittelkind zwischen zwei Geschwistern. Genauer: die dicke mittlere Schwester zwischen zwei schlanken Schwestern.

Schon früh lernte ich, dass es wenig gab, was wichtiger war, als schlank zu sein. Mal abgesehen von guten Schulnoten war das eigentlich das Wichtigste: gut auszusehen. Nicht falsch verstehen: meine Mutter bemühte sich immer darum, uns drei Mädchen gleich zu behandeln. Trotzdem merkte ich ständig, dass ich das hässliche, pummelige Entchen zwischen zwei Schwanenschwestern war.

Zwei Dinge erlangte ich durch meine Kindheitserfahrungen: meinen starken Gerechtigkeitssinn, denn ich fühlte mich oft minderwertiger und weniger beachtet, als meine Schwestern und den Hang, gerne zu rebellieren.

Früher äußerte sich meine Rebellion darin, erst recht viel zu essen, um meine Mutter auf die Palme zu bringen. Auch Lernen gehörte nicht umbedingt zu meinen Leidenschaften. In der Pupertät begann ich zu rauchen (als einzige in der Familie). Ich wusste, meine Mutter hasste das. In meinem sicheren Familienumfeld spielten sich also häufig Streitereien ab. Im Außen war und bin ich nicht gerade diejenige, die offen Zivilcourage zeigt, oder meine Meinung offen und laut vertritt. Ich bin ein introvertierter Mensch. Deswegen spielt sich meine Rebellion heute meist nur in meinem Inneren ab.


Was hat meine Kindheit nun aber mit der Frage „Was will ich bewirken?“ zu tun?

Diese Frage stellte Judith Peters während ihrer BlogYourPurpose-Challenge, an der ich zusammen mit über 1000 anderen Blogger:innen teilnahm. Meine Antwort liest du in diesem Blogbeitrag.

Karriere in der Pflege

Wir halten also fest: Ich fühlte mich als molliges, rebellierendes Mittelkind zwischen meinen strahlenden Geschwistern oft übersehen. Gleichzeitig entwickelte ich in dieser Zeit eine Art Spürsinn für andere übersehene Menschen. Später arbeitete ich als Krankenschwester und kam oft besser mit schwierigen Patienten klar, als meine Kolleg:innen. Ich „sah“ und verstand diese Menschen. Sie mussten bei mir nicht erst durch seltsame Verhaltensweisen auf sich aufmerksam machen.

Oh Schicksal, wie bist du hart!

Nach meiner Laufbahn in der Pflege bekam ich mein erstes Kind und begann ein Studium. Das war 2010. Zum Ende des zweiten Semesters verstarb plötzlich mein damaliger Verlobter und ich war alleinerziehende Studentin eines 2,5 jährigen Sohnes. Ich stand vorm nichts und wurde wieder einmal übersehen. Diesmal vom deutschen Sozialsystem. Unsere kleine Zwei-Personen-Familie fiel durch sämtliche Maschen und wir lebten von damals glaube ich etwa 180 Euro Kindergeld. Ach nein, meine damalige Krankenversicherung fraß diese Summe komplett auf. Wir lebten also von 0 Euro. Mir wurde sofort das Bafög gestrichen, da es nun auf der Grundlage der Halbwaisenrente meines Sohnes neu berechnet werden musste. Da diese Berechnung trotz geklärtem Rentenkonto über ein halbes Jahr dauerte, bekam ich also erst einmal kein Bafög mehr. Auch auf das Wohngeld und den Zuschuss zum Kindergarten musste ich aus diesem Grund warten. Schließlich erhielten wir die Bezeichnung „von Wohnungslosigkeit bedroht“ und die Ämtermühlen begannen endlich zu mahlen. Wir zogen in eine Art Sozialwohnung, wo ich auch keine Kaution hinterlegen musste. Ich brauche wohl nicht mehr zu erwähnen, dass ich in dieser Zeit definitiv NICHT zum Trauern kam, oder?

Das war also der zweite große Einschnitt in meinem Leben, wo ich mich ungerecht behandelt fühlte und man mich übersah. Zum Glück rutschten diese Emotionen in den Folgejahren ein wenig in den Hintergrund.

Eine zweite Erkenntnis, die ich aus dem plötzlichen Tod meines Verlobten lernte: Das Leben hat keinen Probedurchlauf und kann abrupt enden. Träume und Wünsche immer wieder auf die lange Bank zu schieben ist so ziemlich das Dümmste, was man machen kann!

Hochzeitsdienstleisterinnen, wo seid ihr bloß?

Wir springen ins Jahr 2018. Ich hatte einen neuen Partner kennen und lieben gelernt und die Hochzeitsglocken sollten läuten. Es galt also, allerlei Dinstleister:innen für unseren großen Tag zu finden! Dies gestaltete sich schwierig. Ich stolperte über die Websites und Social Media Profile der lokalen Platzhirsche. Die leiseren, aber nicht minder talentierten Unternehmerinnen musste ich ganz bewusst suchen. Sie versteckten sich hinter lang nicht mehr gepflegten Facebookseiten und verstaubten Websites. Aktuelle Fotos von Brautsträußen? Neue Preislisten für Hochzeitsfotos? Beispiele für individuelle Hochzeitstorten? Fehlanzeige! Bei fast jeder Dienstleisterin musste man recherchieren, nachfragen, umständlich googeln…

geheiratet wurde nach der Suche von leisen Unternehmerinnen natürlich auch 😉

Mein Entschluss

Ich fasste einen Entschluss: Diesen Frauen wollte ich helfen! Nicht nur ich sollte diese Geheimtipp-Unternehmerinnen sehen! In mir reifte der Wunsch, leise Frauen zu einem erfolgreichen Business zu verhelfen, indem ich sie sichtbarer machte. In mir erwachte wieder meine kleiner Hang zur Rebellion. Wir introvertierten Menschen müssen gesehen werden! Ich hatte schon viel Erfahrung im Bereich der Fotografie und des Social Media Marketings gesammelt, da ich einen Fotografie-Blog hatte. Und in mir brannte (und brennt) die Leidenschaft dafür. Beste Vorraussetzungen also, um loszulegen!

Was mir noch fehlte, um zu starten? Der Mut! Ich bewunderte diese leisen und starken Frauen und besaß nicht den Mut, mich selbstständig zu machen. Ich hatte auch keinerlei Vorbilder in meinem direkten Umfeld. Mein damaliger Glaubenssatz: Eine Selbstständigkeit ist viel zu riskant.

Gründungszeit

2022 war es dann endlich soweit. Ich war in Elternzeit und erkannte, dass ich erst einmal nebenberuflich starten konnte. Das nahm mir die Angst vor dem finanziellen Risiko.

Und da bin ich nun: Darf ich vorstellen? Steffi, Sichtbarmacherin für leise, selbstständige Frauen.

Meine Bestimmung

Ich möchte, dass du WAHRgenommen wirst und nicht mehr übersehen wirst, damit du ein erfolgreiches Business führen kannst und endlich „deinen Teil vom Kuchen“ abbekommst. Ich will bewirken, dass du gesehen wirst. Nur mit Sichtbarkeit kannst du wirksam sein und wiederum etwas bewirken.

Meine Expertise: Ich bin selber eine leise Unternehmerin, die in ihrem Leben immer wieder übersehen wurde. Ich weiß also, wovon ich rede. Aber ich weiß auch, wie man online sichtbarer werden kann.

Zusammenfassend kann ich also sagen, dass mich meine Kindheitserfahrungen und mein Lebensweg zu meiner tiefen Bestimmung gebracht haben. Mein „Warum“ ist mein Leitstern und Antrieb.

Kannst du deine Bestimmung auch in einem Satz zusammenfassen? Dann verrate ihn mir gerne in den Kommentaren.

Werde WAHRgenommen, deine Steffi

PS: Wenn du meinen Newsletter abonnierst, erhältst du von mir eine PDF mit 21 Impulsen, wie du als introvertierte Unternehmerin online sichtbar werden kannst. Mein aktuelles Angebot, um dich sichtbar zu machen ist mein Profilcheck für dein Instagramprofil. Es heißt Insta-Inspektion und du findest alles Wissenswerte dazu hier: Zur Insta-Inspektion

Was kann ich besonders gut?

Sarah Menzel-Berger und Anja Rödel veranstalten eine Blogparade und fragen uns: „Was kannst du?“

Ich habe mir die Frage gestellt, welche meiner Fähigkeiten mir (und damit auch dir als Kundin) besonders dienen, beim Erstellen von Branddesigns und als Social Media Managerin in meiner Werbewerkelei.

Ok! Legen wir los:

  • Ich habe eine schnelle Auffassungsgabe, wenn es darum geht, theoretische Inhalte zu erschließen, oder mir in Situationen einen Überblick zu verschaffen.
  • Ich kann gut analysieren und mich in andere Menschen hinein versetzen. Das hilft mir enorm, Bedüfnisse und Wünsche der Wunschkunden meiner Kunden zu erkennen.
  • Ich kann gut wertschätzen und finde schnell das Gute im Menschen. Damals als Krankenschwester hatte ich oft einen besseren Draht zu „schwierigen“ Patienten, als meine Kollegen. Ich „sehe“ diese Menschen mit einem wohlwollenden Blick. Sie müssen mir gegenüber nicht laut werden oder sich auffällig verhalten. Ich nehme sie auch ohne ihr Buschgetrommel war. Das heißt natürlich nicht, dass ich „schwierige“ Kundinnen möchte ;-), aber es hilft mir bei jedem Menschentyp, eine motivierende und anderkennende Brille aufzusetzen.
  • Ich bin anderen Menschen gegenüber erst einmal zurückhaltend und nehme gerne eine zuhörende Rolle ein. Das unterstützt die drei erstgenannten Punkte.
  • Ich bin vielseitig kreativ. Bloggen, Fotografieren, Grafiken entwickeln, Texte Schreiben, malen, um die Ecke denken… All diese Fähigkeiten helfen mir dabei, DICH sichtbarer zu machen. Für mich sind sie zudem der perfekte Ausgleich für den Alltagstrott und Ausdrucksmöglichkeit für meine Gefühle.

All diese Eigenschaften -meine Auffassungsgabe, Beobachtungsgabe, Menschenkenntnis, Introversion und Kreativität sind wie gemacht, um dich WAHRzunehmen und dich dabei zu unterstützen, sichtbar zu werden.

Wenn du magst, nimm doch auch noch an der Blogparade teil. Sie geht noch bis zum 30.05.2023.

Welche deiner Eigenschaften dienen dir als Unternehmerin besonders? Verrate es mir gerne in den Kommentaren!

Werde WAHRgenommen, deine Steffi

Impostor-Syndrom bei Introvertierten: Wie es sich äußert und was du dagegen tun kannst

Dies ist ein Gastartikel von Mim Gaisser. Ganz unten kannst du mehr über die Autorin lesen. Liebe Mim, ich danke dir sehr für diesen Beitrag! Liebe Leser:in, schau gerne auf ihrer Website vorbei!


Vor nicht allzu langer Zeit bekam ich die Anfrage einer Verlegerin, ob ich bei einem
Businessjournal für Introvertierte mitwirken wolle. Ich sollte darin als Expertin auftreten und
über meine Arbeit und Introversion schreiben. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich
mich über diese Anfrage gefreut habe.

Doch als ich sah, welche namhaften Expert*innen daran sonst noch mitwirkten, überkam
mich die Angst. Was, wenn die anderen herausfinden würden, dass ich gar nicht so erfahren
und professionell war wie sie? Was, wenn ich als Hochstaplerin entlarvt werden würde?

Dabei hatte ich sehr wohl Ahnung von meinem Fachgebiet. Was sich da bei mir
breitgemacht hat, war ein Phänomen, das eine Menge Menschen kennen: das Impostor-
Syndrom.

Was es damit auf sich hat und was du dagegen tun kannst, wenn du ebenfalls am Impostor-
Syndrom leidest, erfährst du in diesem Artikel.

  1. Was ist das Impostor-Syndrom?
  2. Wen betrifft das Impostor-Syndrom?
  3. Was sind die Ursachen für das Impostor-Syndrom?
    1. Starker Perfektionismus
    2. Probleme im Elternhaus
    3. Hoher Leistungsdruck
  4. Welche Ausprägungen des Impostor-Syndroms gibt es?
    1. Perfektionist*innen
    2. Arbeitstiere
    3. Einzelgänger*innen
    4. Naturtalente
    5. Expert*innen
  5. Wie ein Erfolgsjournal helfen kann
    1. Was ist ein Erfolgsjournal?
    2. Wie schreibt man ein Erfolgsjournal?
  6. Was du noch dagegen tun kannst
    1. Vergleiche dich nur mit dir selbst
    2. Vergleiche niemals das reale Leben mit Social Media
    3. Versuche, absichtlich unperfekt zu sein
    4. Entdecke deine Einzigartigkeit
    5. Sammle Beweise für deine Kompetenz
    6. Suche dir Hilfe
  7. Fazit
  8. Dies ist ein Gastartikel von:

Was ist das Impostor-Syndrom?

Das Impostor-Syndrom, auch Hochstapler-Syndrom genannt, ist ein psychologisches
Phänomen
. Der Begriff wurde 1978 von Pauline R. Clance und Suzanne A. Imes geprägt.

Menschen mit Impostor-Syndrom haben das Gefühl, ihre beruflichen Erfolge beruhten nicht
auf ihren hervorragenden Leistungen und Qualifikationen, sondern auf Glück oder Zufall. Sie
leben ständig mit der Angst, dass andere Menschen herausfinden könnten, dass sie in
Wirklichkeit gar nicht qualifiziert genug und nur Hochstapler*innen seien. In der Regel ist
dies jedoch eine Fehlannahme.

Typische Symptome von Menschen mit dem Impostor-Syndrom sind:

  • Selbstzweifel
  • geringes Selbstvertrauen
  • eigene Leistungen und Erfolge werden nicht anerkannt
  • Angst, dass andere einen bloßstellen
  • Unsicherheit
  • innere Unruhe oder Nervosität
  • Schlafstörungen
  • psychische Probleme oder Erkrankungen
  • plötzlicher Wunsch, den Job zu kündigen (aus Angst, “aufzufliegen”)
  • sozialer Rückzug
  • ausgeprägter Perfektionismus

Wen betrifft das Impostor-Syndrom?

Das Impostor-Syndrom kann jeden treffen, jedoch sind Frauen, schüchterne Menschen und
Leute, die eine Arbeit neu aufgenommen haben, besonders oft betroffen.

Zudem leiden häufig Menschen am Impostor-Syndrom, die erfolgreich sind und von denen
man das gar nicht vermuten würde. Nach außen hin zeigen sie sich stark und selbstsicher,
doch innerlich sind sie voller Zweifel und fürchten sich davor, andere könnten sie “entlarven”
und merken, dass sie ihren Erfolg gar nicht verdient hätten.

Ein prominentes Beispiel ist die US-amerikanische Autorin und Bürgerrechtlerin Maya
Angelou (1928 – 2014), die, neben zahlreichen anderen Preisen, mit der Presidential Medal
of Freedom ausgezeichnet wurde. Eine höhere zivile Auszeichnung gibt es in den USA
nicht. Trotzdem litt sie unter dem Impostor-Syndrom.

Laut wissenschaftlicher Studien haben ca. 70 % aller arbeitenden Menschen mindestens
einmal in ihrem Leben das Gefühl, ein*e Hochstapler*in zu sein. Jedoch entwickelt es sich
nicht bei allen zu einem ausgeprägten Syndrom.

Übrigens, das Impostor-Syndrom ist keine Krankheit, auch wenn es einen großen
Leidensdruck auslösen kann.

Es gibt bisher noch keine wissenschaftlichen Studien darüber, ob Introvertierte häufiger
betroffen sind, als Extravertierte. Fest steht aber, dass Introvertierte häufiger schüchtern sind
und eher zu einem schwachen Selbstwertgefühl neigen – was die Anfälligkeit für das Impostor-Syndrom erhöht.

Meist wird Introvertierten schon früh suggeriert, dass etwas mit ihnen nicht stimme (“Warum
bist du immer so still?”) oder sie sich ändern müssten (“Komm mal mehr aus dir raus.”).
Solche Rückmeldungen von außen verunsichern natürlich, was dazu führen kann, dass
Introvertierte sich verbiegen und sich nicht so annehmen können, wie sie sind.

Was sind die Ursachen für das Impostor-Syndrom?

Das Impostor-Syndrom hat also mit einem geringen Selbstwertgefühl zu tun und das ist
auch die häufigste Ursache. Die Betroffenen fühlen sich nicht gut genug oder glauben, dass
sie Erfolg nicht verdient hätten. Während sie Erfolgserlebnisse als Glück oder Zufall abtun,
sehen sie Misserfolge als Bestätigung, dass sie inkompetent seien. Dadurch entsteht ein
negatives Selbstbild, das nicht der Realität entspricht.

Es gibt aber auch noch weitere Ursachen.

Starker Perfektionismus

Perfektionismus geht überwiegend mit einem geringen Selbstwertgefühl einher. Die
Betroffenen haben völlig unrealistische Ziele und sind dann enttäuscht, wenn sie hinter ihren
eigenen überhöhten Erwartungen zurückbleiben. Perfektionistische Menschen wollen sich selbst beweisen, dass sie hohe Leistungen bringen können. Dabei fokussieren sie sich aber
allzu oft nur auf ihre Fehler, was ihr eigenes Selbstbild noch schlechter macht, als es
ohnehin schon ist.

Probleme im Elternhaus

Es gibt verschiedene Ursachen, die im Elternhaus begründet sind und dazu führen können,
dass jemand ein Impostor-Syndrom entwickelt.

Zum einen kann jemand aus einem bildungsfernen Elternhaus stammen und selbst die
einzige Person in der Familie sein, die studiert oder groß Karriere macht. Diese Menschen
haben dann oft das Gefühl, nicht richtig dazuzugehören, bei all den Akademikerkindern an
der Uni.
Gleichzeitig kann auch zu viel Lob und Bestätigung durch die Eltern ein Hochstapler-
Syndrom begünstigen. Die weitverbreitete Du-kannst-alles-schaffen-Einstellung kann dazu
führen, dass Kinder sich unter Druck gesetzt und minderwertig fühlen, wenn sie gesteckte
Ziele nicht erreichen. Im späteren Leben deuten sie ihre Erfolge dann als unverdient.

Hoher Leistungsdruck

Natürlich ist auch das gegenteilige Extrem keine Lösung. Die Erfahrung, nur dann geliebt zu
werden, wenn man Leistungen bringt, kann ebenfalls zu einem Impostor-Syndrom führen.

Hoher Leistungsdruck wird aber nicht nur von den Eltern, sondern generell in der
Gesellschaft ausgeübt. Es geht darum, immer besser zu werden und immer mehr
Leistungen zu bringen. “Höher, schneller, weiter” führt zu einem Selbstoptimierungswahn,
der ebenfalls in einem Hochstapler-Syndrom münden kann.

Welche Ausprägungen des Impostor-Syndroms gibt es?

Wie bereits oben erwähnt, sind Menschen, die erfolgreich sind, besonders häufig vom
Hochstapler-Syndrom betroffen. Es äußert sich aber nicht immer auf die gleiche Art, sondern
es lassen sich fünf Typen unterscheiden.

Perfektionist*innen

Den Perfektionist*innen sind 100 % nicht genug. Sie möchten immer alles perfekt abliefern,
optimieren ihre Arbeitsabläufe und Ergebnisse ständig und wollen jeden noch so kleinen
Makel oder Fehler tunlichst vermeiden. Sie liefern stets höchste Qualität ab, allerdings
stecken dahinter große Selbstzweifel und die Angst, nicht gut genug zu sein. Damit das
Umfeld nichts von der gefühlten Inkompetenz ahnt, tun Perfektionist*innen alles, um keine
Angriffsfläche zu bieten.

Arbeitstiere

Arbeitstiere, oder auch Workaholics genannt, versinken geradezu in Arbeit. Sie bleiben
immer länger im Büro, als ihre Kolleg*innen und erledigen jede noch so kleine Fleißaufgabe.
Dadurch, dass sie sich ständig beschäftigen, betäuben sie das Gefühl, nicht kompetent
genug zu sein. Wenigstens können sie dann sagen, dass sie hart gearbeitet hätten und sich
so vor sich selbst rechtfertigen.

Einzelgänger*innen

Sie lehnen häufig jede Hilfe ab und sind überzeugt, alles allein schaffen zu müssen, um zu
beweisen, dass sie es drauf haben: die Einzelgänger*innen. Dieser Typ isoliert sich gerne
etwas von seinem Umfeld und möchte, dass der Erfolg wirklich nur auf ihn zurückfällt.
Ansonsten könnte man ja auf die Idee kommen, zu sagen, dass andere im Team die wahre
Leistung erbracht haben. Leider kann diese Art des Hochstapler-Syndroms ziemlich einsam
machen.

Naturtalente

Manche Menschen sind auf einem Gebiet so begabt, dass es ihnen leicht fällt, Leistung in
diesem Bereich zu erbringen. Sie sehen aber, dass das, was sie im Handumdrehen
schaffen, anderen sehr viel Arbeit und Mühe abverlangt. Deshalb stürzen sie sich in die
Arbeit oder ins Training, obwohl sie es nicht müssten. Es kann ja nicht sein, dass ihnen
etwas einfach zufällt, woran andere hart arbeiten müssen, oder?

Expert*innen

“Wenn ich nur genügend über mein Thema gelernt habe, bin ich wirklich kompetent.” Das
denken die sogenannten Expert*innen. Man erkennt sie daran, dass sie sich ständig
weiterbilden und ja keine Wissenslücke übrig lassen wollen. Der Wunsch, nach absolut
perfekter Ausbildung, soll das Gefühl der Unfähigkeit vertreiben. Bedauerlicherweise gelingt
das nicht immer, denn Fortbildungen können auch süchtig machen und gerade Menschen
mit Impostor-Syndrom kommen nie an den Punkt, an dem sie sich genügend ausgebildet
fühlen.

Wie ein Erfolgsjournal helfen kann

Ein Tipp, den ich bisher von mehreren Stellen gegen mein Impostor-Syndrom bekommen
habe und der mir wirklich weitergeholfen hat, war, ein Erfolgsjournal anzulegen.

Durch ein Erfolgsjournal lenkst du deinen Fokus auf die Dinge, die gut funktioniert haben. Regelmäßig angewendet, kann das deine Lebensqualität deutlich verbessern (das bewiesen
mehrere Studien, unter anderem die von Joyce E. Bono vom Warrington College of
Business in Florida).

Außerdem kannst du immer dann, wenn es dir schlecht geht oder du besonders große
Zweifel an dir hast, in deinem Erfolgsjournal blättern und dir bewusst machen, was du schon
alles erreicht hast. Das motiviert und gibt dir neue Kraft, um weiterhin Erfolge zu erzielen.

Was ist ein Erfolgsjournal?

Ein Erfolgsjournal ist ein Tagebuch, in dem du dir deine täglichen Erfolge notierst. Diese
Erfolge können noch so klein sein, das spielt keine Rolle. Du kannst also zum Beispiel so
Dinge aufschreiben wie:

  • Ich habe die Fenster geputzt.
  • Ich habe 5 Seiten an meiner Hausarbeit geschrieben.
  • Ich habe mich getraut, meinem Chef eine neue Idee vorzuschlagen.
  • Ich habe auf meine Bedürfnisse geachtet und die Weihnachtsfeier in meinem Betriebüberstanden, ohne am Ende völlig platt zu sein.

Aber auch so etwas:

  • Ich habe eine Prüfung bestanden.
  • Ich bin befördert worden.
  • Ich habe meine Bachelorarbeit abgegeben.
  • Ich habe einen neuen Job gefunden.

Du siehst, es haben sowohl alltägliche, kleine Erfolge, als auch größere Meilensteine Platz
in deinem Erfolgsjournal. Wichtig ist nur, dass du es täglich schreibst, am besten morgens
oder abends.

Theoretisch geht es zu jeder Uhrzeit, aber morgens hilft es dir, positiver in den Tag zu
starten und abends unterstützt es dich beim ruhigen Einschlafen, da du dich vor dem
Zubettgehen mit etwas Positivem beschäftigt hast.

Wie schreibt man ein Erfolgsjournal?

Alles, was du dafür brauchst, ist ein Notizbuch oder ein Heft und einen Stift. Ich empfehle
dir, dein Erfolgsjournal handschriftlich zu schreiben. Das ist effektiver, weil dadurch mehr
Bereiche im Gehirn angeregt werden, als wenn du nur tippst.

Du kannst dir auch ein vorgefertigtes Erfolgsjournal kaufen, das gibt es auch.

Ansonsten stellst du dir einfach jeden Tag dieselben Fragen, zum Beispiel:

  • Was habe ich heute erledigt?
  • Was ist heute gut gelaufen?
  • Was habe ich heute gelernt?
  • Wie habe ich mich heute gefühlt?
  • Was war mein absolutes Tages-Highlight?
  • Was ist mein Fazit für diesen Tag?

Wenn dir das zu aufwendig ist, schreibe zumindest jeden Tag drei Erfolge auf. Das dauert
wirklich nur wenige Minuten und dafür ist immer Zeit.

Denke auch daran, das Datum dazuzuschreiben. Dann kannst du später in deinen Erfolgen
blättern und sie Revue passieren lassen.

Was du noch dagegen tun kannst

Neben eines Erfolgsjournals gibt es aber auch noch viele andere Möglichkeiten, was du
gegen ein Impostor-Syndrom tun kannst. Hier ein paar wertvolle Tipps für den Umgang mit
dem Hochstapler-Syndrom:

Vergleiche dich nur mit dir selbst

Dich mit anderen zu vergleichen, ist, wie wenn du die sprichwörtlichen Äpfel mit Birnen vergleichst. Jeder Mensch lebt und arbeitet unter anderen Voraussetzungen.

Deshalb schau nicht neidisch auf andere, die vermeintlich viel besser seien als du. Das setzt dich unnötig unter Druck und wird dein Selbstwertgefühl eher schmälern, als stärken.

Vergleiche dich stattdessen nur mit dir selbst. An welchem Punkt standest du vor einem Jahr, vor fünf Jahren, vor zehn Jahren? Siehst du, wie du dich weiterentwickelt hast?

Vergleiche niemals das reale Leben mit Social Media

Nirgendwo wird so viel gelogen wie auf Social Media. Die großen und kleinen
Influencer*innen spielen uns vor, wie glücklich und perfekt ihr Leben sei.

Dabei entspricht das überhaupt nicht der Realität. Wir haben alle unsere Päckchen zu
tragen. Das gibt die breite Masse auf Social Media nur nicht zu.

Was du auf Social Media siehst, ist nur die Sonnenseite. Misserfolge, Probleme und
Selbstzweifel verschweigen die Leute lieber. Es gibt nur ganz wenige, die wirklich den
Mumm besitzen, offen über Rückschläge oder Zweifel zu sprechen.

Versuche, absichtlich unperfekt zu sein

Falls du dazu neigst, perfektionistisch zu sein, versuche mal absichtlich deine Aufgaben
nicht so makellos zu erledigen
wie sonst. Natürlich sollst du bei deiner Arbeit sorgfältig
sein, aber du kannst gelegentlich auch mal alle fünfe gerade sein lassen.

Du könntest etwa einen Tippfehler nicht korrigieren, wenn du eine geschäftliche E-Mail an
eine*n Kolleg*in verschickst. Eine weitere Möglichkeit wäre, dir einen festen Zeitrahmen zur
Vorbereitung auf eine Präsentation zu stecken und diesen nicht zu überziehen. Auch wenn
die Präsentation dann nur zu 80 % das ist, was du tatsächlich leisten kannst, wird sie
höchstwahrscheinlich trotzdem gut genug sein.

Entdecke deine Einzigartigkeit

In unserer täglichen Arbeitsumgebung sind wir meist mit Menschen zusammen, die ähnliche
Fähigkeiten haben wie wir, weil sie in derselben Branche arbeiten. Das kann
fälschlicherweise den Eindruck erwecken, dass deine Qualifikationen nichts Besonderes
seien und jeder das könne, was du kannst.

Dabei gilt das nur für deine Umgebung. Es gibt so viele Menschen da draußen, die
überhaupt keine Ahnung von den Dingen haben, die du richtig gut kannst.

Überleg dir mal, was dich einzigartig macht.

  • Welche Fähigkeiten hast du erlernt?
  • Welche Auszeichnungen oder Zertifikate bekommen?
  • Welche Ideen hast du für dein berufliches Leben, vielleicht für Produkte oder um Arbeitsabläufe zu optimieren?

Wenn du möchtest, löse diese Aufgabe schriftlich. Nimm dir 30 Minuten Zeit und leg dir eine
Mindmap an, in der du alles sammelst, was dir einfällt. Du kannst auch Menschen aus
deinem Umfeld fragen, welche Themen, Fähigkeiten und Stärken sie mit dir verbinden.

Was zeichnet dich aus?

Sammle Beweise für deine Kompetenz

Noch eine kleine Übung, die du machen kannst: Suche dir ein Gefäß mit einem Deckel, z. B.
eine Plastikdose, eine Metallschachtel oder etwas Ähnliches. Dann schnappst du dir ein
paar kleine Notizzettel und schreibst darauf Dinge, die beweisen, dass du qualifiziert und
gut genug bist
.

Du könntest etwa besondere Erfolgserlebnisse darauf schreiben, Preise oder
Auszeichnungen, die du gewonnen oder Zertifikate, die du erworben hast. Fortbildungen,
positives Feedback von Kund*innen, Lob von Vorgesetzten oder Komplimente von anderen
Menschen aus deiner Branche sind weitere Beweise, die du dir notieren kannst.

Sammle in deinem Gefäß nach und nach Belege dafür, dass du eben nicht hochstapelst,
sondern deine Erfolge absolut verdienst.

Suche dir Hilfe

Falls du gar nicht mehr allein damit klarkommst, rate ich dir dazu, Hilfe zu suchen.

Vertraue dich deiner Familie oder Freund*innen an. Vielleicht ist da jemand dabei, mit dem
du in Ruhe über deine Gefühle sprechen kannst?

Wenn nicht, bieten sich auch ein darauf zugeschnittenes Coaching bei einem qualifizierten
Coach oder Gespräche bei einer psychologischen Beratungsstelle an.

Wichtig ist: Gib dir selbst die Zeit, die du benötigst, um das Impostor-Syndrom zu
überwinden. Das geht nicht von heute auf morgen. Du hast es dir unbewusst über längere
Zeit antrainiert, deshalb dauert es auch seine Zeit, bis du es besiegt hast.

Fazit

Du siehst also: Das Impostor-Syndrom betrifft vor allem die Leute, die wirklich kompetent
sind und 70 % der Menschen im Beruf hatten schon einmal das Gefühl, hochzustapeln.
Selten ist das also nicht.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie du dein Selbstwertgefühl stärken und somit etwas gegen
das Impostor-Syndrom tun kannst. Ein Erfolgsjournal ist hier eine besonders effektive
Methode.

Aber vergiss nie, dass es seine Zeit braucht, bis du selbstbewusster wirst und wirklich
einen Unterschied zu vorher siehst. Das Impostor-Syndrom trainiert man sich nicht innerhalbvon einer Woche ab.

Dennoch: Du bist damit nicht allein.

Dies ist ein Gastartikel von:

Mim Gaisser, geboren 1989, hat früh gemerkt, dass sie anders tickt, als die wilden, wuseligen Kinder um sie herum. Das führte dazu, dass sie glaubte, etwas würde mit ihr nicht stimmen und sie könne nur in der Welt bestehen, wenn sie laut sei.

Erst viele Jahre später, Anfang zwanzig, stieß sie auf die Themen Introversion und
Hochsensibilität – und das änderte alles. Sie erkannte, dass sie gut so war, wie sie war.

Heute ist sie als Autorin und Bloggerin tätig und zeigt anderen Introvertierten und
Hochsensiblen, wie sie durch heilsames Schreiben ihr Selbstwertgefühl stärken und sich so annehmen können, wie sie sind.