Dies ist nicht mein erster Was-will-ich-bewirken-Artikel. Im Jahr 2023 hatte ich darüber schon einmal einen Beitrag geschrieben. Damals war ich selbstständig als Social-Media-Mentorin und Logo-Gestalterin für leise selbstständige Frauen. Ich wollte bewirken, dass diese Frauen mit ihrem Business sichtbar werden. Dass sie „ihren Teil vom Kuchen abbekommen“. Mein Sinn für Gerechtigkeit trieb mich an!
Obwohl ich mein kleines Business mittlerweile an den Nagel gehängt habe (die Gründe dafür findest du hier), habe ich meinen Gerechtigkeitssinn nicht verloren.
Wie du in der Überschrift lesen kannst, haben sich die Themen dieses Bloges gewandelt. Was ich als Mutter und Bloggerin für Selbstfürsorge bewirken möchte, erfährst Du nun, zwei Jahre nach meinem ersten Beitrag, noch einmal neu.
Was ich als Mutter bewirken möchte
Meine eigene Mama hat drei Töchter. Ich bin das Sandwichkind. Ich erlebte meine Kindheit in einem traditionellen Rollenmodell. Papa brachte das Geld heim, Mutter war Hausfrau und kümmerte sich um den Haushalt und uns Kinder. Es befriedigte sie nicht. Oder sagen wir mal so: Ich glaube schon, dass sie es genoss, nicht mehr als Krankenschwester tagtäglich auf Arbeit gehen zu müssen. Aber sie machte keinen Hehl daraus, dass wir Kinder und Papa ihre Karriere beendet hatten. Neben ihrer Arbeit als leitende OP-Schwester hatte sie nämlich auf der Abendschule extra noch ihr Abitur gemacht, um danach Medizin zu studieren. Daraus wurde nichts. Nun ist es ja nicht so, dass sie nichts leistete. Aber ihre Arbeit als Mutter und Hausfrau blieb unbezahlt und ungesehen. Sie engagierte sich zusätzlich ehrenamtlich. Zum Beispiel übernahm sie den Kindergottesdienst und sie pflegte ihre beiden Eltern. Was ihr fehlte, war Anerkennung! Und Zeit! Wie oft mussten wir Kinder uns anhören, dass sie weder zum lesen, noch zum stricken kam. Ihre Me-time war arg begrenzt.
Natürlich prägte mich mein damaliges Erleben. Ich möchte als Mutter von meinen zwei Söhnen deshalb anders wahrgenommen werden. Ich möchte erreichen, dass sie mich nicht als alleinige Herrscherin über Kochtopf und Staubsauger erleben. Ich möchte, dass sie sehen, dass auch ein Mutter Bedürfnisse hat. Bestenfalls profitieren dann ihre Partnerinnen auch davon. Und ich will bewirken, dass sie wissen, wie Selbstfürsorge funktioniert. Ich nehme mir aktiv und sichtbar Zeit für mich und meine Hobbies und lebe es ihnen vor. Selbstfürsorge ist nichts, was man sich erst verdienen muss. Weder als Mann, noch als Frau. „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, ist ein Sprichwort, was ich als Kind sehr oft gehört habe. Aber ich bin der Meinung, dass man erst richtig arbeiten kann, wenn es einem gut geht. Für mich sind Arbeit und Entspannung mindestens gleich wichtig.
Was ich als Bloggerin bewirken möchte
Wie schon oben geschrieben, habe ich einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Nicht nur ein ausgeglichenes Verhältnis der alltäglichen Care-Arbeit in der Familie ist mir wichtig, sondern auch, dass wir Frauen (und Mütter) gesehen werden und selbstbewusst für uns und unsere Bedürfnisse einstehen. Früher verhalf ich „leisen“ Unternehmerinnen zu Sichtbarkeit, heute hat sich meine Zielgruppe gewandelt. Ich schreibe über Selbstfürsorge, Journaling, Resilienz, Mutterschaft und Selbstreflexion.Ich möchte erreichen, dass wir Frauen uns wichtig nehmen und uns mit uns selber auseinandersetzen. Wir können unseren Bedürfnissen nur Ausdruck verleihen, wenn wie sie selbst erkennen. Viele meiner Beiträge sind sehr persönlich. Ich möchte damit andere Frauen inspirieren und ermutigen, sichtbar zu werden und aktiv ihre Meinung zu vertreten. Es gibt immer noch so viele Frauen, die unzufrieden mit ihren Lebensumständen sind. Die unter dem Mental Load des Familienalltags stöhnen. Die sich ständig hinten anstellen. Und trotzdem nichts daran ändern. Weil sie keine Kraft dazu haben, oder es einfach so hinnehmen. Denen möchte ich ein Vorbild sein, dass es sehr wohl möglich ist, aus dem Hamsterrad auszusteigen, oder zumindest kleine Schritte in Richtung „mehr-ich“ zu gehen.
Der Juli war vollgepackt mit Koffern, Neuentdeckungen und Erlebnissen. Ich habe ihn genossen! Und das lag nicht nur an unserem Dänemarkurlaub…
Der Monat begann erst einmal nicht so freudig, denn der Kleine war krank! Er hatte Fieber ohne irgendwelche anderen Symptome und ich war mit ihm Zuhause. Das war aber nicht weiter schlimm, denn wir hatten ja ohnehin Sommerferien. Demzufolge war bei mir auf Arbeit wenig los und ich habe dort nicht viel verpasst. Ab dem 9. Juli hatte ich dann Urlaub.
Alles neu macht der Mai Juli
Meine wohl wichtigste Erkenntnis des Monats war, dass ich unheimlich kreativ, begeisterungsfähig und offen für Neues bin, wenn die Belastung der Erwerbsarbeit sinkt. Da dies der Fall war, habe ich einige Neuentdeckungen gemacht:
Obsidendify, eine App, mit deren Hilfe man Pflanzen, Pilze und Tiere bestimmen kann. Super interessant und lehrreich!
VIB Ich bin eine very important Bloggerin – da ich mich bei Judith Peters‘ neuer Blogger-Community angemeldet habe. Ich folge Judith schon einige Jahre und sie hat nun ein Programm aus dem Boden gestampft, bei ich jede Woche eine unverbindliche Blogthemaempfehlung erhalte. Ich möchte es schaffen, 52 Blogartikel in einem Jahr zu schreiben. Mal sehen, ob das klappt!
Duolingo Wir waren dieses Jahr bereits das fünfzehnte Mal im Urlaub in Dänemark und ich kann die Sprache immer noch nicht sprechen! Mit Hilfe der App Duolingo möchte ich meine dänischen Sprachkenntnisse voran bringen.
Nature Journaling Ich liebe die Natur, zeichne und journale gerne. Nature Journaling verbindet alle drei Interessen. Also durfte dieses Buch und ein neues Journal bei mir einziehen und ich habe im Urlaub auch schon angefangen, die erste Seite zu füllen.
Immer am Meer entlang Ein Buch, was mich seeeeehr inspiriert hat und gaaaaaanz eventuell einen neuen Wunsch in mir geweckt hat. Ich denke und hoffe, du wirst bald mehr von mir darüber lesen.
Lisa Scheler – Malpause Ein kleiner, aber feiner Malkurs, der mich eigentlich wieder ein bisschen in meine Zeichenkreativität bringen sollte. Ich habe ihn aber im Urlaub vernachlässigt und muss ihn noch weiter durcharbeiten
Urlaub in Dänemark
Wie oben schon geschrieben weilten wir bereits das fünfzehnte Mal in Dänemark. Es war wie immer wunderschön ruhig dort und zu unserem Erstaunen auch deutlich wärmer, als zur gleichen Zeit in Deutschland. Wir wohnten diesmal in Slettestrand, Norddänemark. Besonders gut hat mir dort unser naturnaher Garten am Ferienhaus gefallen. Ganz häufig besuchten wir die schönen Strände der Nordsee und vom Limfjord zum baden, Füße kühlen und zum Muscheln suchen. Nirgends können wir so schön entschleunigen, wie dort!
ein Steg am Limfjordich, glücklichim Oceanarium in HirtshalsSteilküste am Limfjord~~~Zeit für Zerstreuung
Dinge, die ich im Urlaub anders gemacht habe
Wie war das? Alles neu macht der Juli?
Tatsächlich habe ich im Urlaub so einiges anders gemacht, als im Alltag. Auch dort war ich also offen für Neues. Und es tat so gut!
Wir saßen abends viel draußen
Ich habe im Regen geduscht
Ich bin viel barfuß gelaufen
Ich habe gemalt
Ich trug keine Jeans und habe sogar Kleider angehabt. Ich fühlte mich so frei! Ein ganz neues Körpergefühl!
Wir schauten abends Filme
Vielleicht sollte ich einige dieser Neuheiten auch in den heimischen Alltag integrieren?
Meine Steuererklärung machte ich ziemlich spontan. War gar nicht so schlimm. Warum schiebt man das dann trotzdem so lange vor sich her?
Unser großer Sohn war zu den Großeltern verreist
Ich habe (ebenfalls sehr spontan) meine Haare um vielleicht zwanzig Zentimeter kürzen lassen. Nun kann ich wieder einen Pferdeschwanz tragen. Ein ganz neues Kopfgefühl, sage ich dir!
Mit einer Kollegin machte ich einen ausgedehnten Cafe-Besuch. Schön war’s!
drei Gläser Stachelbeermarmelade und sieben Gläser Sauerkirsch-Bananenmarmelade habe ich gekocht
Meine Erkenntnisse des Monats
Die Zeit vergeht!
Ich brauche nach intensiverem Menschenkontakt Zeit für mich, sonst bin ich genervt!
Manchmal kann man nicht helfen – nur beobachten.
Der größte Stressfaktor ist die Erwerbsarbeit. Das merkt man aber erst, wenn man zur Ruhe kommt.
Manche Erfahrungen kann man „seinem“ Teenager nicht ersparen. Das ist schwer!
Gartenzeit=Seelenzeit
Genießen ist etwas aktives! Man muss es sich selber schön machen.
Jeder hat andere Prioritäten im Leben
Jedes neue Interesse ermöglicht mir neues Wissen – lässt sich mitenander verknüpfen
Ich entdecke ständig Neues. Das macht mich reich!
Schreiben ist ein Quell der Freude
Seid vorsichtig mit euren Worten!
Man darf nicht jede Abweichung pathologisieren!
Du hast immer eine Wahl!
Dankbar, gesund zu sein!
Reisen ist ein Privileg
Ich bin.
Warum wärst du gerne mit dir befreundet?
Abseits bekannter Routen warten manchmal neue Erlebnisse und Erfahrungen
Früher sagte mein Mann ganz häufig am Ende der Wochenenden: „Toll, was wir wieder alles am Wochenende geschafft haben.“
Mich irritierte dieser Satz jedes Mal, wenn er ihn aussprach. Seit wann ist ein Wochenende nur dann gut, wenn man etwas „schafft“? In meiner Kindheit war das Wochenende da, um sich zu erholen und um als Familie eine gute gemeinsame Zeit zu verbringen.
Ich habe damals zum ersten Mal gemerkt, wie sehr dieses Leistungsdenken unser Leben durchzieht. Wir maßen sogar freie Zeit an To-do-Listen. Selbst am Wochenende galt es, die Tage zu nutzen, um irgend etwas zu erledigen.
Jetzt, auf der Heimfahrt vom zweiwöchigen Dänemark-Urlaub, meinte mein produktiver-Wochenende-Mann zu mir, dass ich nicht mal im Urlaub unproduktiv sein könne. Tatsächlich habe ich es nicht übers Herz gebracht, mal einen Tag ausschließlich im Ferienhaus zu relaxen. Ich habe meine Familie jeden Tag „rausgescheucht“. Ich war der Meinung, wenn wir am Meer Urlaub machen, dann müssen wir es auch jeden Tag sehen. Ein Nichts-tu-Tag wäre für mich vergeudetete Zeit gewesen. Ich bin also auch nicht besser, als mein Mann!
Wir leben in einer Welt mit der Währung „Produktivität“. Schon Kinder lernen, dass ihr Wert davon abhängt, wie viel sie leisten. Schüler werden mit Hausaufgaben übers Wochenende „bedacht“, ihre Leistungen werden benotet. Erwachsene verwechseln ihren Kalender mit ihrem Selbstwert. Ein faules Wochenende? Wie langweilig! Da wird der Dachboden entrümpelt, nach Rezepten für den Kuchenbasar gegoogelt und noch schnell die Präsentation für die nächste Arbeitswoche vorbereitet. Überhaupt: Fleiß ist eine Tugend! Faulheit eine Sünde. Sogar die Selbstfürsorge-Techniken, wie lesen, malen oder spazieren gehen, werden zur Pflicht und mittels Habit Tracker fein säuberlich abgehakt. Sie werden damit zu aktiven und dokumentierten Aufgaben und somit erhalten sie die Legitimation der Nützlichkeit.
Aber was bleibt von uns übrig, wenn wir nur noch funktionieren?
Warum wir glauben, nur als „produktive Menschen“ wertvoll zu sein
Wir sind in einer Leistungskultur groß geworden. Schnell, höher, weiter – das sind nicht nur Schlagworte, sondern Glaubenssätze. Pausen fühlen sich fast verboten an. „Ich habe keine Zeit“, ist für viele ein Statussymbol. Doch dahinter steckt die Angst, dass wir nichts wert sind, wenn wir nicht liefern.
Die permanente Nutzung des Smartphones mit all seinen Apps, schürt dieses Phänomen zusätzlich. Wir vergleichen uns auf Social Media mit Fitness-Influencern, Reise-Profis und Ordnungsprofilen und fragen uns, wie um alles in der Welt es Petra schafft, täglich ein warmes Abendessen frisch zu kochen, oder wann Bärbel monatlich acht Romane liest. Es gibt Apps, die damit werben, die wichtigsten Fachbuchinhalte in fünfzehn Minuten zusammenzufassen. So können Pausen sinnvoll gefüllt werden. Moment! Pausen füllen? Dann sind es doch keine Pausen mehr!
Zwei aktuelle Beispiele für Apps, die ich derzeit nutze und die ebenfalls mit dem Prinzip der Leistungsbelohnung arbeiten: 1. die Sprach-App „Duolingo“. Ich möchte ein wenig dänisch lernen. Lockerflockig, ohne Zwang! Aber die App macht einen Wettbewerb daraus: Ich kann mich mit anderen vergleichen. Schaffen die mehr Lektionen am Tag als ich? Außerdem gibt es einen Tageszähler. Die App möchte, dass ich nicht nur lerne, wenn ich Lust darauf habe, sondern täglich! Zweites Beispiel: Meine App, die ich mir heruntergeladen habe, um Insekten bestimmen zu können, hat eine Rangliste. Je mehr Krabbler ich finde, desto höher steige ich im Ranking.
Ist das alles noch gesund?
Die stille Erschöpfung hinter dem Dauer-Output
Produktiv zu sein fühlt sich lange Zeit gut an. Wir freuen uns über unsere Leistung. Wir bekommen Lob. Das schwierige daran ist aber, dass wir uns an unser Produktionsniveau gewöhnen und es sogar steigern. Fast unmerklich springen wir auf den schneller-höher-weiter-Zug auf. Bis es kippt. Bis wir merken, dass wir zwar viel geschafft, aber uns selbst dabei verloren haben. Die Erschöpfung kommt schleichend und sie zeigt sich oft zuerst in kleinen Dingen: Wir lachen weniger, wir genießen weniger, wir leben mehr auf Autopilot als aus dem Herzen heraus. Die Achtsamkeit verblasst und damit auch die echte Freude am Leben. Vielleicht sind wir dann einfach nur unzufrieden. Irgendwann aber entwickeln wir merkliche Anzeichen unseres Raubbaus. Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Magenschmerzen… Die ganze Bandbreite an Stresssymptomen. Aber auch dann findet bei einigen von uns noch kein Umdenken statt. Anstatt das Tempo vom Hamsterrad zu drosseln, denken wir, wir sind nicht widerstandfähig genug. Wir müssen uns einfach weiter optimieren, um den Anforderungen stand zu halten. Wir buchen deswegen den Yogakurs – zusätzlich!
Wie Selbstfürsorge produktiver ist als jede To-do-Liste
Das Paradoxe ist: Wer sich echte Pausen erlaubt, wer sich ernsthaft um sich kümmert, wird langfristig produktiver. Nicht, weil Selbstfürsorge ein Mittel zum Zweck ist, sondern weil sie uns in Balance bringt. Eine Pause ist kein Stillstand. Sie ist ein bewusstes Auftanken, damit wir klarer denken, besser fühlen und nachhaltiger handeln können.
Schau dir die Tiere an: Löwen schlafen bis zu 20 Stunden am Tag, Katzen liegen herum, als wäre Nichtstun ihre Berufung, und selbst Hunde wissen, wann es Zeit ist, einfach nur in der Sonne zu dösen. Niemand misst ihren Wert daran, wie viele Aufgaben sie erledigen.
Warum erwarten wir das von uns?
Was echte Selbstfürsorge wirklich bringt
Wer sich dem Müßiggang hingibt, wird oft mit Dingen belohnt, die sich nicht planen lassen: ✨ Gedanken, die sich endlich sortieren ✨ Ideen, die aus dem Nichts auftauchen ✨ neue Möglichkeiten und Denkweisen ✨ Ein ungewohnter Fokus auf sich selbst ✨ Die Rückkehr der eigenen Neugier
Nichts davon lässt sich erzwingen. Aber alles davon wächst dort, wo ein Raum dafür erschaffen wird.
Dein persönlicher Anti-Produktivitäts-Moment
Was wäre, wenn du dir heute erlaubst, nicht produktiv zu sein? Wenn du eine selbst gewählte Zeit lang nur da bist – ohne Ergebnis, ohne Ziel? Wenn du einfach mal nur dasitzt, oder etwas tust, ohne am Ende etwas erreicht zu haben? Oder wenn du ganz bewusst etwas nicht tust, was von dir verlangt wird? Wenn du zum Beispiel (wie ich) deinen Duolingo-Streak brichst und mal alle Fünfe gerade sein lässt? Vielleicht merkst du dann, dass der Wert deines Lebens nicht in To-do-Listen gemessen wird, sondern in den Momenten, in denen du dir für dich Zeit nimmst.
Gib es zu: Du kümmerst dich viel um andere. Deinen Partner, deine Kinder, deine Eltern, eventuell um Kollegen vielleicht auch um Haustiere oder die ältere Nachbarin. Das ist großartig!
Aber sorgst du auch gut für dich?
Was passiert, wenn du dich selbst immer hinten anstellst?
Selbstfürsorge klingt nach Räucherstäbchen, Spa und Kerzenschein. „Brauch ich nicht“, denkst du vielleicht.
Aber sie ist viel mehr als das: Sie ist die Kunst, sich selbst im Alltag ernst zu nehmen. Wenn du es versäumst, dich um dich selbst zu kümmern, hat das Folgen! Hier sind 8 Dinge, die passieren können, wenn du deine Selbstfürsorge auf die lange Bank schiebst:
1. Dein Akku blinkt rot
Du kennst dieses Gefühl, wenn dein Handy-Akku fast leer ist? Genau so geht es deinem Körper und deinem Geist, wenn du dich nicht um dich kümmerst. Du funktionierst vielleicht gerade so, aber wie lange noch?
2. Dein Geduldsfaden wird zur Zündschnur
Kleinigkeiten bringen dich schneller aus der Fassung. Dinge, die dich sonst kaum stören, fühlen sich plötzlich nervig an. Wenn du keine Pausen machst, reagierst du nicht mehr aus der Ruhe heraus, sondern aus Reiz.
3. Deine Kreativität verlässt dich
Ohne Selbstfürsorge fehlt deinem Kopf Raum für freie Gedanken. Plötzlich fühlt sich alles nach Pflicht an. Dein Körper ist auf „funktionieren“ programmiert. Kreative Ideen haben da keinen Platz. Als ob du Scheuklappen trägst.
4. Dein Körper sendet SOS
Verspannungen, Kopfschmerzen, Magengrummeln, Schlaflosigkeit und sogar Panikattacken: dein Körper redet mit dir, auch wenn du nicht zuhörst. Fehlende Selbstfürsorge ist oft der Anfang von Stresssymptomen, die du nicht ignorieren solltest.
5. Du wirst zur Statistin in deinem Leben
Wenn du immer nur anderen den Vortritt gibst und deine Bedürfnisse hinten anstellst, verlierst du den Platz in der Hauptrolle. Dein Leben fühlt sich irgendwann wie ein Film an, in dem du nur Statistin, oder schlimmer noch: der Caterer bist. Die anderen leben, du schaust zu und umsorgst sie.
6. Deine Gedanken werden grau
Ohne kleine Pausen für dich selbst fehlt oft der bunte Blick auf das Leben. Statt frischer Perspektiven und lebendiger Ideen stapeln sich graue Gedanken und machen deinen Alltag öde.
7. Dein Leben fühlt sich bleischwer an
Wenn du erschöpft bist, verschwindet oft als Erstes das Leichte. Plötzlich fehlt der Blick fürs Absurde, fürs Schöne, fürs Lustige und für kleine Details. Ohne Selbstfürsorge übersiehst du die schönen Dinge des Lebens.
8. Du wirst dünnhäutig
Wenn du dich gut um dich kümmerst, wird wahrscheinlich deine kleine Seele auch eine Art Abprallpolster gegen ungerechtfertigte Kritik oder kleinere Sticheleien haben. Läufst du eh schon am Limit, dringen Konflikte und Stress viel schneller zu dir durch und belasten dich zusätzlich.
Und was nun?
Selbstfürsorge ist kein Luxus. Sie ist ein Lebenselixier, das du brauchst, um bei dir zu bleiben. Schon kleine Rituale, wie ein tiefer Atemzug, ein Spaziergang oder ein paar ehrliche Gedanken im Journal, machen den Unterschied. Sie können verhindern, dass diese 8 Dinge Realität werden.
Journaling ist mehr, als nur Tagebuch zu schreiben. Journaling ist Persönlichkeitsentwicklung. Ich glaube, wenn man es nicht selber mal ausprobiert hat, kann man nicht nachvollziehen, wie viel das bringt. Ich liebe Journaling und habe fünf Punkte gefunden, warum mir das Journalen so gut tut.
Was ist Journaling überhaupt?
Ich habe einen Blogartikel geschrieben, in dem ich erkläre, was Journaling ist, welche Techniken es gibt und wie du es ganz leicht mal ausprobieren kannst. Schau dir also unbedingt meinen Beitrag Journaling: Wie ich es mache und was es mir bringt an, um mehr darüber zu erfahren.
Jetzt aber zu meinen fünf Gründen, warum ich Journaling liebe:
1. Weil ich gerne schreibe
Ich mag es zu schreiben. Der Denkprozess wird dadurch verlangsamt. Ich bin davon überzeugt, dass es gut fürs Hirn ist, wenn ich meine Gedanken über die Hand nach außen bringe.
Mir fällt es leicht, zu schreiben. Schon in der Schule mochte ich Aufsätze und konnte es nie verstehen, wenn sich Mitschüler beschwerten, dass wir so viel aufschreiben müssen. Es ist für mich eine Art Handwerk, die mir gefällt. So wie andere Freude am Stricken verspüren, mag ich es, wenn der Stift über das Papier gleitet.
2. Weil ich dazu kein Smartphone brauche
Ich mag mein Handy. Wirklich. Und ich habe es sehr, sehr oft in der Hand. Nicht nur zum rumdaddeln auf Instagram, sondern auch für wichtige Dinge. Ich bestelle darüber bei Amazon, schaue nach dem Wetterbericht und den Sprechzeiten vom Hausarzt, beantworte Mails meiner Schüler und so weiter. Ohne Handy wäre ich aufgeschmissen. Oft erzeugt es aber auch Unruhe in mir. Aufgrund der permanenten Verfügbarkeit aller möglichen Informationen, laufe ich halt auch Gefahr, nicht mehr im Moment zu leben. Irgend etwas gibt es immer wichtiges nachzulesen, oder zu recherchieren.
Fürs Journalen benötige ich mein Notizbuch und einen Stift. Ich habe während ich schreibe, schlicht und einfach keine Hand frei fürs Handy. Mein Journal vibriert nicht, es dudelt nicht und nichts, absolut gar nichts lenkt mich von meiner eigentlichen Schreibtätigkeit ab. Eine Wohltat für mein Nervensystem!
3. Weil ich mir währenddessen Zeit für mich nehme
Wenn ich mein Notizbuch in die Hand nehme, weiß der Rest der Familie, dass ich nicht verfügbar bin! Meine ungeteilte Aufmerksamkeit liegt bei mir allein, meinen Gedanken und Gefühlen. Ich fahre dabei automatisch einen Gang runter und meistens wird es ganz still in mir. Ein bewusstes Ankommen bei mir selbst. Es tut mir unheimlich gut, diese Zeit der Selbstfürsorge ganz für mich allein!
4. Weil ich mir damit über vieles klarer werde
Man macht sich ja eigentlich ständig über irgend etwas Gedanken. Aufgrund der vielen To-Dos am Tag, schaffe ich es aber häufig nicht, ein Thema wirklich tief zu beleuchten. Mit Hilfe des Journaling komme ich „der Sache“ meist viel besser auf den Grund. Ich führe damit häufig einen Gedanken zuende, dessen Faden ich im Alltag verloren habe. Dadurch sehe ich meist am Ende klarer. Diese Aha-Erkenntnisse befriedigen mich! Ich liebe Selbstreflexion. Man lernt nie aus. Und man ist glaube ich nie damit fertig, sich kennenzulernen.
5. Weil ich damit Wünsche in Ziele verwandeln kann
Ich nutze Journaling nicht nur als Rückblick zur Selbstreflexion, oder um in Erinnerungen zu schwelgen. Es hilft mir nämlich auch bei der Zukunftsplanung. Sobald ich Wünsche aufschreibe, erhalten sie für mich mehr Bedeutung. In dem Moment sehe ich sie schwarz auf weiß. Sie sind keine Träume mehr, die immer mal wieder meine grauen Zellen streifen. Oft wird mir dann bewusst, dass ich diese Wünsche in die Realität umsetzen möchte und sie verwandeln sich in Ziele. Und Ziele sind planbar. Zack! Schon bin ich in der Umsetzung!
Du siehst, Journaling ist mir wichtig, weil es für mich viele positive Effekte hat. Hast du Lust, es einmal auszuprobieren?
Dies ist nicht meine erste Quartalliste, hier und hier findest du Beiträge von vergangenen Jahren. Wie du siehst, mache ich nicht für jedes Quartal eine. Diesmal habe ich aber mal wieder Bock darauf, sehr wohl wissend, dass schon ein paar Tage des dritten Quartals rum sind (Scheiß auf Perfektionismus ;-)).
Was unterscheidet die To-want-Liste von der allseits bekannte To-do-Liste?
Auf der Do-Liste findet man Dinge, die man unbedingt erledigen MUSS, auf der Want-Liste sind Sachen, die man gerne erledigen MÖCHTE. Es ist also streng genommen keine Liste, sondern eine Luste.
Darauf habe ich Lust im Juli, August und September diesen Jahres
✅Melonensalat mit Feta und Zitronensaft
Nature Journaling (Anleitungsbuch und Notizheft sind schon gekauft)
✅Dänisch lernen
✅Nach Dänemark in den Urlaub fahren (und dich in den Storys meines Insta-Accounts mitnehmen)
✅Eis in Dänemark essen (das schmeckt da besonders gut)
✅Birnen und Pflaumen im Garten ernten und daraus Marmelade machen
Der Juni war für mich ein sehr gefühlsstarker Monat mit vielen Ereignissen und warmem Wetter.
Berufliches
Im Juni fanden viele praktische Prüfungen statt. Ich mag diese Termine, denn sie ermöglichen mir einen Blick in die Praxis und es ist teilweise faszinierend, wie sich Schüler „draußen“ verhalten und über sich hinaus wachsen.
Es fanden auch die feierlichen Zeugnisausgaben für die fertigen Heilerziehungspfleger und die Krankenpflegehelfer statt. Das sind jedes Jahr Meilensteine, die einen Endpunkt markieren.
Blümchen für die Lehrerin (also mich)
Realschulabschluss vom Großen
Apropos Meilenstein und Endpunkt: Unser großer Sohn hatte seinen Realschulball. Wir sind sehr stolz, dass er den Abschluss der Klasse 10 so souverän gemeistert hat und ich war mega gerührt, wie ausgiebig seine Klasse zum Realschulball gefeiert hat. Schön, seinen Sohn und die Mitschüler so fröhlich zu sehen! Der Große nutzte auch die Tage danach noch für so manche Party. Er wird halt immer älter!
Die Getränkekarte zur Abschlussfeier
Geburtstag vom Kleinen
Es gab noch einen Grund zum Feiern (ich merke gerade, der Juni war ein Feiermonat!): Der Jüngste wurde 4. Zu Feier des Tages bastelten wir eine Krone zusammen und backten die Pfannkuchentorte von Pettersson und Findus nach. Ich entwickelte sogar einen Caketopper für diesen Anlass. Leider hatte der Kleine Fieber und ich blieb die nächsten Tage mit ihm Zuhause.
die Geburtstagskronedie Pfannkuchentorte
Oybin
Meine Schwiegereltern meines ersten Partners kamen zu Besuch und passten auf den Kleinen auf, während wir den Großen aus der Realschule verabschiedeten. Wir verbrachten ein schönes Wochenende zusammen und fuhren mit der Zittauer Schmalspurbahn nach Oybin. Dort aßen wir Eis und besuchten den Spielplatz und den Märchengarten. Das war ein richtig schöner Ausflug!
Zittauer Schmalspurbahn
Gartenfreuden
Ich liebe den Duft und Geschmack von Holunderblüten und deshalb kochte ich Holunderblütengelee und setzte einen Likör an. Auch die Kirschbäume trugen in diesem Jahr sehr üppig und wir kochten 12 Gläser Marmelade daraus.
Beides eigene Ernte – Hollerblüten und ZitronePinselohrkäfer im Garten
Und sonst so?
Der Juni stand ebenfalls im Zeichen des Putzens. Wir reinigten grundhaft das Gästezimmer und ich stellte mal wieder fest, dass äußere Ordnung auch zu innerer Ordnung führt.
Mein Mann war wieder einmal kurz auf Dienstreise und auf einem Konzert mit Übernachtung. Das sind immer so Momente, wo ich merke, wie wenig Freiräume ich als Mutter habe. Über Nacht weg bleiben? Undenkbar für mich!
Neben zwei Sommerhosen habe ich mir auch ein Kleid gekauft (siehe Foto oben) – und dass, obwohl ich mich bisher wenig in Kleidern gezeigt habe.
Ei neues Armband-Set gehört nun auch zu mir.
Armbänder von Banded Braclets
Wir haben uns unseren weißen Zaun vorgenommen. Die alte Farbe muss abgeschliffen werden und neue Lasur kommt ran.
Ein Satz, der mich trägt ist ein sehr persönlicher Blogbeitrag geworden. Darin erzähle ich, welcher Satz mich seit meiner Kindheit prägte, um dann schmerzlich seine Wahrheit zu verlieren. Ich verrate dir auch welcher „Ersatz-Satz“ mich nun begleiten soll.
Journaling ist was für unausgelastete junge Frauen mit zu viel Zeit, dachte ich. Und überhaupt – Was soll das bringen? Das waren lange Zeit meine Gedanken. Ich hatte mich nie mit Journaling beschäftigt und dachte, es ist einfach nur wie Tagebuch schreiben. Am besten noch in einem selbst gestalteten Bullet Journal!
Heute denke ich darüber ganz anders. Ich änderte meine Meinung, nachdem ich den Zauber des Journalens das erste Mal erlebt hatte.
Was ist Journalen überhaupt?
Journaling hat nicht das Ziel, seinen Tagesablauf zu notieren. Dies ist der größte Unterschied zum Tagebuch schreiben. Beim Journaling geht es eher darum, Gedanken aufzuschreiben. Diese liegen manchmal verborgen und es gibt verschiedene Techniken, um sie ins Bewusstsein zu rücken.
Viele Menschen nutzen so genannte „Journaling prompts“, das sind gezielte Fragestellungen. Zum Beispiel: „Für was bin ich heute dankbar?“, „Worauf bin ich momentan stolz?“ oder „Was würde ich tun, wenn ich nicht scheitern könnte?“
Eine andere Methode ist ist das Brain dumping oder sind die Morgenseiten. Dabei schreibt man alles aus sich heraus, was gerade an Gedanken aufkommt. Das kann sehr befreiend oder überraschend sein.
Es gibt auch noch viele andere kreative Möglichkeiten der handschriftlichen Aufarbeitung. Ein Beispiel ist es, einen Brief an sich selbst zu schreiben aus Sicht einer imaginären besten Freundin.
Diese Techniken wende ich an
One line a day
Ich schreibe jeden Abend nach dem Abendessen einen kleinen Gedanken auf. Das kann eine Erkenntniss sein, oder etwas, was mich am Tag besonders gefreut oder geärgert hat. Das herausfordernde dabei ist, sich kurz zu fassen. Die Essenz klar zu formulieren. Nebenbei eine gute Übung, um auch im Alltag Dinge schnell und präzise besprechen zu können.
Monats-/Jahresrückblick
Jeden Anfang des Monats schaue ich meine Fotogalerie vom Handy durch und zücke den Terminkalender, um den vergangenen Monat Revue passieren zu lassen. Dann schreibe ich einen Blogbeitrag darüber. Dieser hat mehr oder weniger immer den gleichen Aufbau. Ich schreibe über Ausflüge, die neuesten Meilensteine meiner Kinder, meine Erkenntnisse und Dinge, die mir Freude gemacht haben, oder mich negativ beeinflusst haben. Am Ende des Jahres fasse ich dann die wichtigsten Jahresreignisse in einem Jahresrückblick zusammen.
Drei Jahres Tagebuch
Vor kurzem habe ich ein Buch bekommen, in dem für jeden Tag eine Frage formuliert ist. Der Clou: Diese 366 Fragen kann man sich drei Jahre in Folge beantworten. Mich fasziniert das, weil ich so sehe, ob und wie ich mich weiterentwickle. Kennenglernt habe ich diese Methode im Rauhnachtjournaling von Bianca Fritz.
Journaling mit Hilfe von Fragen oder ohne Impuls
Ich besitze ebenfalls ein Journal, in dem ich einfach so schreibe, wenn mich die Muse packt. Darin beantworte ich Journaling prompts, die mir „über den Weg gelaufen sind“ und sammle Ideen für kreative Hobbys oder Blogbeiträge. Auch BeMERKENswertes aus Büchern oder Zeitschriften finden dort ihren Platz.
Journaling Karten
Drei Kartensets verschiedener Autorinnen besitze ich.
Das Set „Kreative Schreib-Impulse“ von Daniela Alge ist kein klassisches Journalingset, sondern dient eher dazu, spielerisch achtsam und kreativ zu schreiben. Die Impulse sind sehr überraschend und regen deshalb prima zum texten an.
Das Journaling-Kartenset von Bianca Fritz enthält sehr offene Fragen, die gerade deshalb gut dazu dienen, einfach darauf los zu schreiben. Ich erhalte immer wieder neue Ergebnisse, trotz gleicher Fragen.
„Schreib dich ins Glück“ liefert Ideen, um intuitiv ins Schreiben zu kommen. Auf den Karten stehen Schreibimpulse und dazu erhält man eine kleine Anleitung, für welche Situationen im Leben der jeweilige Impuls besonders hilfreich ist. Kurz: Persönlichkeitsentwicklung und Klarheit in Kartenform.
Ich glaube, jeder der gerne journalt, schreibt auch gerne. Logisch eigentlich. Diese Kartensets stellen Journaling auf eine spielerische Ebene. Ich ziehe meistens einfach eine Karte, um mich überraschen zu lassen. So gewinnt das tiefe Thema Schreiben für mich eine locker-flockige Leichtigkeit.
Kennst Du weitere interessante Sets und Spiele rund ums Thema Journaling und Schreiben? Dann empfehle mir sie gerne. Ich bin immer auf der Suche nach Neuem!
So bin ich zum Journalen gekommen
In meiner Jugend begann ich, Tagebuch zu schreiben. Irgendwann gab ich es wieder auf, weil ich das Interesse daran verlor und andere Dinge (zum Beispiel die Liebe, hihi) wichtiger wurden. Mit dem Journaling kam ich das erste Mal über Instagram in Berührung. Dort warb Bianca Fritz für ihr Rauhnachtjournaling. Sie stellte die gesamte Zeit zwischen Weihnachten und dem 6. Januar über jeden Tag eine Frage zum reflektieren und Pläne schmieden und traf damit genau meinen Nerv. Ich erhielt ein Werkzeug, um wirklich tief nachdenken zu können und schöpfte daraus viele Erkenntnisse. Damit war der Weg geebnet, mehr über das Journalen zu lernen und es öfter anzuwenden.
Das bringt mir das Journalen
Es hilft mir, unausgesprochene Gedanken zu formulieren.
Ich kann damit über Dinge nachschreiben, über die ich tiefer nachdenken will.
Ich lerne, zuende zu denken, über Sachen, die im Alltag aufgrund von Ablenkung untergehen.
Es gelingt mir damit, andere Blickwinkel einzunehmen.
Es entspannt mich.
Es hilft mir, mich zu konzentrieren.
Ich werde dadurch achtsamer.
Ich fokussiere mich besser.
Ich kann Dinge aus dem Kopf schreiben, über die ich grübele.
Es hilft mir, mit Vergangenem abzuschließen.
Es hilft, Erinnerungen zu sammeln.
Es ersetzt manchmal ein Gespräch mit einem Menschen oder der besten Freundin.
Unbewusstes gelangt ins Bewusstsein.
In dieser Zeit kann ich alles andere ausblenden.
Ich verbinde mich mit mir selbst.
Es hilft mir, wenn ich eine Entscheidung treffen muss.
Ich lerne dabei, mich selbst zu analysieren und Verhaltensweisen zu hinterfragen.
Ich lerne, mir die richtigen Fragen zu stellen.
Ich erfahre ein tieferes Verständnis für mich selbst.
Wie anfangen?
Du möchtest auch einmal ausprobieren, ob Journaling etwas für dich ist? Ok. Es ist im Grunde ganz einfach. Hier ist meine kleine Anleitung: Nimm dir fünf Minuten Zeit. Achte darauf, dass du WIRKLICH ungestört bist und du bequem sitzt. Nimm dir ein Blatt Papier (oder ein leeres Notizbuch) und einen Stift, der gut übers Papier gleitet und schreibe einfach darauf los. Wichtig ist, dass du für mindestens fünf Minuten den Stift nicht groß absetzt. Denkpausen sind also nicht erlaubt. Solltest Du nicht mehr wissen, was du noch schreiben könntest, aber die fünf Minuten sind noch nicht um, dann schreibe die Frage „Was will noch raus?“ aufs Papier (vielleicht sogar mehrmals hintereinander). Irgendein Gedankenblitz wird dir dann wieder einfallen. Du brauchst einen Einführungssatz, um überhaupt starten zu können? Hier habe ich drei „Journalingprompts“ für dich:
Was geht mir gerade durch den Kopf?
Das möchte ich loslassen:
Am besten wäre es, wenn ich…
Solltest du während deiner Schreibzeit nicht beim Thema bleiben und abschweifen von deinem eigentlichen Einführungssatz, ist das gar nicht schlimm. Im Gegenteil. Durch das Schreiben mit der Hand kommen manchmal unterbewusste Dinge ans Licht. Das ist das spannende am Journalen. Ich schreibe sehr häufig Dinge auf, die ich noch nie (oder noch nie so ausführlich) bewusst durchdacht habe. Übrigens schreibst du nur für dich. Schriftbild, Rechtschreibung und Grammmatik sind völlig egal. Auch dein Ausdruck interessiert niemanden. Schreib wirklich flüssig, ohne groß nachzudenken.
Fazit
Journaling ist ein mächtiges und magisches Tool, um Klarheit zu gewinnen. Es gibt verschiedene Methoden, die allesamt recht einfach umzusetzen sind. Im Grunde benötigst du nur einen Zettel und einen Stift.
Wie heißt es so schön? „Einsicht ist der erste Weg zur Besserung!“ Mit Hilfe vom Journalen erhälst du tiefgreifende Erkenntnisse, die du nutzen kannst, um dein eigenes Verhalten besser zu verstehen, oder vielleicht sogar, um wichtige Entscheidungen für die Zukunft treffen zu können. Auch um Prozesse zu begleiten (zum Beispiel Jobsuche, Abnehmziele…) kann das Schreiben sehr hilfreich sein.
Schreibe mir gerne, ob du journalst, oder ob du es einmal probieren möchtest.
Renata Mauz veranstaltet gerade eine Blogparade mit dem Titel: Spürst du dich schon, oder rödelst du noch?. Es geht um Selbstfürsorge und da das ja genau mein Thema ist, bin ich natürlich gerne dabei!
Warum mir Selbstfürsorge so wichtig ist
Ich erinnere mich noch genau an ein paar Sätze, die wir drei Töchter oft von meiner Mutter hörten: „Früher habe ich so gerne gelesen, aber heute habe ich wegen euch kaum noch Zeit dazu!“ oder „Es ist sinnlos, mal was stricken zu wollen, denn es wird sowieso nie ein fertiger Pullover daraus – wegen euch!“. Mich ließen solche Kommentare immer sehr traurig zurück. Ich konnte mich und meine Bedürfnisse ja nicht in Luft auflösen. Ich fühlte mich schuldig, weil meine Mutter keine Zeit für sich fand und konnte es nicht ändern. Diese mahnenden Aussagen hinterließen einen tiefen Eindruck bei mir und scheinbar auch bei meinen Schwestern. Die beiden bekamen nie Kinder, weil diese so viel Arbeit machen.
Nun bin ich selber Mutter zweier Söhne und eines sollen die zwei definitiv nicht von mir lernen: Dass ihre Mutter wegen ihnen keine Zeit mehr für Selbstfürsorge hat! Es ist mir wichtig, dass sie erkennen, dass man als Mama auch Bedürfnisse hat und keine unverletzbare Supermutti mit niemals schwindenden Kräften ist. Sie sollen sich später mal an mich als glückliche Mutter erinnern. Außerdem möchte ich, dass sie nicht das Rollenklischee der nimmermüden perfekten Hausfrau-Mutter-Erwerbsarbeitenden von ihren eigenen späteren Partnerinnen verlangen. Ich möchte ihnen vorleben, dass es normal ist, sich als Eltern Zeit für sich zu nehmen, auch wenn deshalb vielleicht noch ein Korb Schmutzwäsche warten muss. Sie sollen sehen, wie Selbstfürsorge geht, denn auch sie werden in ihrem Erwachsenenleben für sich selber sorgen müssen.
Meine Strategien, um Selbstfürsorge in den Alltag zu integrieren
Damit meine Kinder also bewusst wahrnehmen können, wie Mama sich entspannt, verschiebe ich meine Selbstfürsorge nicht nach „Mutter-Dienstschluss“, wenn sie im Bett sind. Das würde bei meinen Eulenkindern ohnehin nicht funktionieren, da dies nur selten vor 22:00 Uhr ist.
Früher galt für mich das Motto „Ganz oder gar nicht“. Das bedeutete, dass ich für meine Me-time mindestens eine Stunde freie Zeit haben musste. Ich fand es komisch, nur kurze Zeitfenster dafür zu nutzen. Und ja, natürlich wird die Entspannung und Zufriedenheit, die ich nach einer fünfzehnminütigen Pause habe, wahrscheinlich kleiner sein, als nach einer Stunde im Flow. Aber ich musste als berufstätige Mutter lernen, dass solche langen Pausen selten zu finden sind. Das Resultat: Ich hatte häufig gar keine Zeit für mich! Deshalb lebe ich nun nach dem Leitsatz: „Besser wenig, als nichts“ und zähle auch kleine Auszeiten zur Selbstfürsorge.
weitere Strategien, die mir helfen
Ich bespreche mit der Familie frühzeitig, dass ich am Wochenende mal ein Wannenbad nehmen möchte. So ist eine gewisse Zeitspanne vorgegeben und wir können gemeinsam einen „Badetermin“ für mich einplanen.
Mein Journal und das Buch oder Magazin, welches ich gerade lese, liegt griffbereit neben dem Esstisch. Nach dem Abendessen kann ich so ohne große Vorbereitung zu meiner Selbstfürsorge übergehen, während der Kleine spielt.
Malutensilien liegen in einer „Kreativbox“ und sind ebenfalls schnell greifbar, sodass ich wenig Zeit für die Vorbereitung benötige.
Ich kopple Selbstfürsorge an Alltagstätigkeiten. So wird sie für mich verbindlicher und zur Gewöhnungssache. Auch meine Familie sieht es als normale Tätigkeit an. Bei mir ist es hauptsächlich das Abendessen, an das ich meine Me-time anschließe.
Care-Arbeit wird aufgeteilt. Mein Mann übernimmt Teile der Hausarbeit und Kinderpflege. Somit bleibt mehr Zeit für Müßiggang.
Ich muss nicht auf jeder Hochzeit tanzen. Das bedeutet, ich backe nicht für jeden Kuchenbasar und unser Garten ist recht naturnah. Ich überlege sehr gut, wohin ich meine Energie stecke, um nicht in die Überlastungsfalle zu tappen und Zeit für mich zu haben.
Ich verbinde Selbstfürsorge mit der Hausarbeit oder Alltagstätigkeiten. Das ist dann zwar keine richtige Pause, aber fühlt sich trotzdem gut an. Beispiel: Ich höre Podcasts, während ich Wäsche aufhänge. Beim Zähne putzen stehe ich auf einem Bein, um mein Gleichgewicht zu trainieren und so weiter.
Die Sache mit dem Gewissen…
Etwas, was ich unbedingt noch anmerken möchte: Ich wurde ,wie oben beschrieben, geprägt durch den Glaubenssatz, das eine gute, sich aufopfernde Mutter keine Zeit für Selbstfürsorge hat. Demzufolge habe ich ganz häufig ein schlechtes Gewissen, wenn ich zum Beispiel lese, während mein Mann mit dem Kleinen spielt. Es fühlt sich nicht richtig an und ich komme mir faul vor.
Das finden von Zeit für Selbstfürsorge und auch die Umsetzung ist also ein Prozess. Mir ist es weder von heute auf morgen gelungen, Selbstfürsorge in den Alltag zu integrieren, noch bin ich frei von Gewissenkonflikten. Manchmal ereilen mich auch Durstrecken, in denen ich kaum Zeit finde, für mich selbst gut zu sorgen. Wichtig ist mir aber, dranzubleiben und meine Me-time nicht aus den Augen zu verlieren.
Sylvia Tornau veranstaltet eine Blogparade mit dem Titel: „Ein Satz, der mich trägt“. Mich hat das Thema gleich angesprochen, denn ich versuche gerade einen Satz zu verinnerlichen, der mir Mut machen soll, mich tragen soll. Mein alter Leitsatz aus Kindertagen verlor nämlich schlagartig seine Wahrheit.
„So schnell stirbt man nicht!“
Diesen Satz hatte ich oft von meiner Mutter gehört, wenn wir Kinder uns mal wieder die Knie aufgeschlagen hatten, oder stark erkältet waren und in Sorge waren, ob wir das wohl überleben würden 😜. Dieser Satz beruhigte mich früher ungemein, schließlich ist meine Mama gelernte Krankenschwester. Sie musste es ja also wissen!
Später, als ich selber Krankenschwester lernte und in diesem Beruf arbeitete, behielt ich in brenzligen Situationen mit Hilfe diesen Satzes die Nerven. Ich sagte mir den Satz innerlich vor und konnte so professionell handeln, wenn es einem Patienten plötzlich schlecht ging.
Der Satz „So schnell stirbt man nicht“ begleitete mich bis zu meinem 30. Lebensjahr. In existenziell (vermeintlich) bedrohlichen Lagen war er meine Stütze. Was kann es besseres geben, als in solchen Situationen Halt zu haben?
Plötzlich war alles anders
Mein damaliger Verlobter und Vater unseres zweieinhalb jährigen Sohnes fiel vor meinen Augen um und stand nie wieder auf. „So schnell stirbt man nicht“ hämmerte es in meinem Kopf, während ich den Notruf wählte und anschließend mit der Herzmassage und Beatmung begann. Leider stimmte Mamas Mutmachsatz diesmal nicht und verlor auf sehr eindrückliche Weise seine Wahrheit für mich.
Und nun?
Tatsächlich zog es mir den Boden unter den Füßen weg. Der Satz war mein Beruhigungsfundament in jeglicher Notlage. Mutter hatte doch nicht Recht gehabt! Das, was ich über 29 Jahre fest geglaubt hatte, entpuppte sich als Lüge.
Die Folge waren anfangs Panikattacken mit Todesangst. Die bekam ich aber Recht schnell wieder in den Griff. Überhaupt besitze ich eine gute Resilienz und fasste schnell wieder Fuß im Leben.
Was ich bis heute behalten habe, ist die Angst, jemanden aus der Familie oder mir könnte etwas passieren. Jeder Kopfschmerz – eventuell ein Tumor. Jede fünfminütige Verspätung meines neuen Partners – ein tödlicher Autounfall. Ich weiß auch nicht, wie oft ich im ersten Lebensjahr unseres Jüngsten nachts geschaut habe, ob er noch atmet. Aus Angst vor dem plötzlichen Kindstod. Frag mich lieber nicht, wie es mir ging, als damals die ersten Coronaerkrankungen bekannt worden! (Oder Nein! Frag mich das ruhig! Als die ersten Meldungen aus China publik wurden, hatte ich mich nämlich sofort mit Desinfektionsmittel, Handschuhen und Mundschutz eingedeckt. Die Erkrankung war noch lange nicht in Europa angekommen, aber ich war besser vorbereitet, als alle deutschen Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammen 😁.)
Diese Sorgen erstrecken sich aber nicht nur auf Krankheiten oder Unfälle. Ich habe gelernt, wie wertvoll das Leben ist. Aktuell fürchte ich mich vor dem Krieg und wie das Leben insbesondere meiner Kinder negativ beeinflussen könnte. Aus diesem Grund schaue ich auch keinerlei Nachrichten mehr. Jawohl, ich bin gänzlich unwissend. Aber besser unwissend, als gelähmt vor Angst.
Und weiter?
Meine Mutter ist Optimistin. Mein Vater Pessimist. Leider habe ich seine Eigenschaft geerbt. Ich sehe immer zuerst das Negative und mahle mir intensiv den Worst Case aus. Bei jeder Entscheidung und jedem neuen Umstand oder Ereignis erscheint bei mir sofort ein „Aber…“ Oder ein „Was, wenn…“. Gerne auch in Kombination: „Aber was, wenn es nicht klappt?“
„Was, wenn es gut wird?“
Diesen Satz las ich erst kürzlich in der Zeitschrift „Flow“. Er hat mich sofort angesprochen. Nein – er sprang mich quasi an! „Was, wenn es gut wird?“ Raus aus dem Problemdenken! Meist liegt die Chance ja immerhin bei 50 Prozent, dass eine Sache gut ausgeht. Bei vielen Dingen ist sie sogar noch viel höher. Das Glas ist halbvoll, nicht halbleer!
Noch habe ich den Satz nicht verinnerlicht. Er trägt mich also noch nicht wirklich gut. Ich muss noch ein bisschen selber mitpaddeln auf den Wellen des Lebens.
Aber ich arbeite daran. Immer wenn ich mich erwische, negativ zu denken, sage ich mir nun diesen Satz innerlich auf. Zudem zwinge ich mich quasi dazu, mir den positiven Ausgang in meinen Gedanken vorzustellen. Außerdem sammle ich Argumente, die für das glückliche Ende einer Sache sprechen. Das ist innere Arbeit, die mich sicherlich noch ein Stück begleiten wird. Es wird Rückschläge geben, aber ich bin zuversichtlich, dass mir mein Satz „Was, wenn es gut wird?“ dabei helfen wird, positiver zu denken.
Ich finde es übrigens auch sehr gut, dass er als Frage formuliert ist. Wenn man eine Frage gestellt bekommt, ist man im Zugzwang, darüber nachzudenken. Ich frage mich dann sofort „Ja, was ist dann eigentlich?“ und kann mir das positive Ergebnis gedanklich schon einmal vorstellen, um aus dem Sorgenkarussell auszusteigen. Der Satz „Alles wird gut!“ hätte diese Wirkung bei mir nicht, denn ich habe ja erlebt, dass halt nicht immer alles gut wird.
So und jetzt bist du dran: Hast du auch einen Satz, der dich trägt?