Warum es sinnvoll ist, seine Zielgruppe einzuschränken

„Wie kannst du nur deine Kundschaft so einschränken?“, fragte mich mein Mann, als er meine Homepage anschaute. Dort steht geschrieben, dass meine Wunschkunden weiblich sind. Sie sind Gründerinnen oder schon länger selbstständig. Im Idealfall haben sie ein lokales Business oder einen Handmadeshop. Und sie sind leise. Sie haben keine Marktschreierallüren. Sie drohen, unsichtbar zu sein. Man sieht sie nicht hinter all den offensiv werbenden Powerfrauen und großen Firmen. Aber sie sind da. Und sie sollen WAHRgenommen werden. Denn sie haben es verdient!

Ein Instagrampost von mir, in dem ich über meine Zielgruppe schreibe

Warum ist es sinnvoll, sich spitz zu positionieren?
Und was mache ich, wenn doch einmal ein Mann oder eine taffe Onlinebusiness-Lady meine Hilfe möchte?

Darum soll es in diesem Beitrag gehen.


Ich grenze meine Zielgruppe aus folgenden Gründen ein:

Ein häufig zitierter Marketingleitsatz lautet:

„Sprichst du alle an, sprichst du keinen an!“

Marketingregel

Wenn wir versuchen, alle Menschen anzusprechen, müssen wir oberflächlich und im wahrsten Sinne des Wortes mittelmäßig bleiben. Genauso fühlen sich dann unsere Beziehungen zu unseren Kunden an. Im schlimmsten Fall nimmt unser Wischi-Waschi-Angebot sogar überhaupt niemand mehr wahr.

Ich möchte das an einem Beispiel verdeutlichen:

Stelle dir vor, du rufst als Ersthelfer an einem Unfallort den gaffenden Menschen zu, es solle mal einer den Notarzt rufen. Was passiert? Alle schauen sich um, wer das Telefon zückt. Wertvolle Zeit verstreicht. Vielleicht fühlt sich auch niemand berufen. Wenn du nun als Ersthelfer eine Person („Sie da, in der roten Jacke…“) direkt ansprichst, ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass schnell Hilfe geholt wird.

Ein anderes Beispiel, direkt aufs Marketing übertragen:

Stell dir eine Kleinstadt vor. Dort gibt es zwei Floristinnen. Beide mögen die Herausforderung der Hochzeitsfloristik. Blumenladen A hat Angst, Kunden zu verprellen, wenn sie sich eng positioniert. Sie möchte niemanden ausschließen und wirbt deshalb mit dem Slogan „Blumen für jeden Anlass“. Damit, so denkt sie, hält sie sich alle Möglichkeiten offen. Geburtstag, Hochzeit, Beerdigung.

Blumengeschäft B bietet grundsätzlich natürlich auch für jegliche Laufkundschaft den passenden Strauß an. Sie wirbt aber verstärkt für ihre Hochzeitsfloristik und hat sich in besonderem Maße auf Brautpaare eingestellt. Sie kommuniziert: „Expertin für Hochzeiten“.

Photo by Leah Kelley on Pexels.com

Nun rate einmal, wer die ganzen Hochzeitsaufträge bekommt, obwohl sie sogar teurer ist?

Richtig! Die Floristin aus Laden B! Bei ihr fühlen sich die zukünftigen Eheleute professioneller begleitet und direkter angesprochen, obwohl Floristin A den Auftrag vielleicht genauso gut erledigt hätte. Floristin B bekommt so mehr Hochzeitserfahrungen als ihre Mitbewerberin und wird immer besser und bekannter als Expertin. So hängt sie ihre Konkurrenz immer weiter ab.

Wir können und sollten uns also guten Gewissens eine Nische suchen. Das bringt folgende Vorteile:

  1. Wir ziehen verstärkt unsere Lieblingskunden, oder -aufträge an. Und sind wir mal ehrlich: das wollen wir doch alle!
  2. Das Marketing wird einfacher, wenn wir unsere Markensprache und unser Branding ganz bewusst auf diese Zielgruppe anpassen können. Die Auswahl schränkt uns ein und lässt uns dadurch präziser werden und werben.
  3. Wir können uns als Expertin auf unserem Gebiet einfacher etablieren und damit auch höhere Preise verlangen.

Aber was mache ich nun, wenn sich andere Kunden ebenfalls angsprochen fühlen?

Dann prüfe ich, ob die Chemie trotzdem stimmt. Ist das der Fall, werde ich selbstverständlich auch Männer, größere Firmen oder Vereine bei ihrem Logo und ihrem Branding unterstützen! Und zwar mit der gleichen Leidenschaft, die ich auch meinen Wunschkundinnen entgegen bringe!


Ein Blog lebt von Kommentaren. Ich bin gespannt, was du über diesen Beitrag denkst. Bist du meiner Meinung, dass eine spitze Positionierung Sinn macht? Oder vertrittst du die Ansicht, dass man es als Allrounder leichter hat? Erzähle mir gerne von deinen Erfahrungen!

Brauchst du Hilfe beim Logodesign und beim Branding? Oder möchtest du, dass ich dich im Bereich Social Media unterstütze? Dann melde dich gerne bei mir!

2 Kommentare zu „Warum es sinnvoll ist, seine Zielgruppe einzuschränken

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