Petrópolis von Noa Moreira ist der dritte Teil einer Familiensaga auf Grundlage echter Ereignisse. Ich kenne die zwei ersten Bände nicht, aber der Roman ließ sich auch ohne das Vorwissen sehr gut lesen.
Worum geht es?
Im Buch begleiten wir die Hauptprotagonistinnen Ricardina und Luzia (Mutter und Tochter) auf ihrem Lebensweg. Der erste Teil des Romans spielt in Brasilien vor dem zweiten Weltkrieg. Wir verfolgen den Eisenbahnbau und das Leben in Rio und auf einer Gärtnerei in den Bergen. Diese Zeit ist geprägt von Abschieden durch Todesfälle, Armut und Krankheit, aber auch von Hoffnung. Weiter geht es dann in Süddeutschland, wohin die Familie auf einer langen Schiffsreise gelangt. Das Ankommen ist nicht immer leicht und der zweite Weltkrieg fordert die Familie ebenfalls auf vielfältige Weise heraus.
Der Schreibstil
Zuerst war ich etwas genervt, denn im Text findet man zu Beginn des Buches viele portugiesische Begriffe. Diese sind zwar in einem Glossar erklärt, aber die ständige Blätterei störte den Lesefluss. Der Schreibstil ist sehr sinnlich. Man findet viele Beschreibungen, Töne und Gerüche. Diese ließen mich sehr gut eintauchen in die üppige Welt Brasiliens und die deutlich kühlere und geordnete deutsche Welt, waren mir aber manchmal zu viel des Guten. Trotzdem war ich nicht gelangweilt, denn in diesem Roman passiert unglaublich viel! Deshalb bereitete mir das Lesen viel Vergnügen. Ich wollte immerzu wissen, wie es weitergeht und ich konnte mich auch in die Personen sehr gut einfühlen.
Mein Leseeindruck
Das Buch lässt mich ehrfürchtig zurück. Noa Moreira ist es gelungen, unheimlich viel Wissen über ihre Vorfahren zusammenzutragen und so aufzubereiten, dass daraus ein spannender und dichter Roman entstanden ist, der fesselt und ohne Längen auskommt. Er ist keine locker-flockige Strandlektüre, sondern für Leser:innen geeignet, die gerne historische Romane mögen und Mehr-Generationen-Romane interessant finden. Ich vergebe vier einhalb von fünf Sternen und eine Kaufempfehlung.
Auf der Leipziger Buchmesse habe ich mir den Roman “ Wir sind eine Frau“ von Sarah Pfaffeneder gekauft. Erschienen ist es im Palomaa Publishing Verlag. Es geht um eine Frau (im Buch tatsächlich ausschließlich so benannt), die wir alle sein könnten. Eine Frau, die einen Knoten in der Brust hat und nicht nur damit kämpft, sondern auch mit allen möglichen und unmöglichen anderen Dämonen (nein, es ist kein Fantasy-Roman) unserer Zeit.
Der Schreibstil
Das Buch zeichnet sich durch einen sehr extravaganten Schreibstil aus und hebt sich dadurch sehr deutlich von anderen Werken ab. Ich würde ihn als kantig bezeichnen. Sehr kurze, fragmentarische Sätze wechseln sich mit sehr langen ab und immer wieder wird die Leserschaft direkt angesprochen. Dieser bisweilen sehr eindringliche und besondere Schreibstil hat mich sehr gepackt und liefert den Beweis, dass Frau auch ein Buch veröffentlichen kann, wenn sie sich nicht an allgemeine Schreibratgeber hält. Das hat mir als angehende Autorin Mut gemacht, meinem Drang, eigene Sätze und Formulierungen zu glätten, nicht immer nachzugeben. Mich hat allerdings gestört, dass die Autorin häufig ihre herausragenden! Wortspiele im nächsten Augenblick erklärte, oder noch einmal darauf hinwies. Ich fühlte mich, als traue man mir nicht zu, sie selber zu erkennen und einzuordnen.
Warum ich das Buch abbrechen wollte
Ziemlich zu Beginn schon schwiff die Autorin von der eigentlichen Story ab. Nachdem „eine Frau“ über fünf Seiten hinweg über einen Kinderliedtext nachdachte (was noch sehr originell war), kamen dann plötzlich ökologische Themen ins Spiel, gefolgt von Gedanken zu gendergerechten Bildern und Texten in Kinderbüchern. Zweifellos sind das wichtige Themen. Aber sie stoppten die Handlung und ich fragte mich, ob die Autorin hier nicht irgendwie versucht, sämtliche Gesellschaftsprobleme in einen Roman zu quetschen. Es ist zweilfelsohne sehr wichtig, die Menschheit für solche Dinge zu sensibilisieren. Aber doch nicht per Druckbetankung in einem einzigen Roman. Dies führte mich vollkommen weg von der Protagonistin.
Warum ich das Buch nicht abgebrochen habe
Was mich letztendlich zum Dranbleiben gebracht hat, war die intensive Beschreibung der Lebens- und Gedankenwelt einer Frau in einer psychischen Ausnahmesituation und mit psychischen Erkrankungen (Ich habe sogar eine Textstelle schon im Unterricht vorgelesen. Wir besprechen gerade das Thema Wochenbettdepression).
Meine Bewertung
Ich gebe dem Roman 4 von 5 Sternen. Ich empfehle das Buch allerdings nur Menschen, die sich darauf einlassen können, hier nicht die gewohnten glatt gebügelten Satzmelodien vorzufinden und die damit leben können, dass das Buch sehr intensive Gefühlszustände und Gedanken beschreibt. Es ist an manchen Stellen eine ZuMUTung. Nicht umsonst fragt die Autorin sogar einmal: „Sie ertragen es nicht mehr, auch nur ein einziges Wort davon zu lesen? Glückwunsch!“
Ich glaube, dieses Buch will gar nicht gefallen. Und genau DAS macht es interessant. Hältst Du unbequeme Texte aus, oder steigst Du irgendwann aus?
Ich habe zu meinem Geburtstag eine Tasse von einer Kollegin geschenkt bekommen, auf der sinngemäß steht, dass ich ironisch und sarkastisch bin. Und das stimmt! Auf Arbeit rede ich spitz und werfe Bemerkungen in den Raum, die man nicht ganz ernst nehmen sollte, manchmal auch sehr spontan. Ich merke dabei oft gar nicht, wie sehr das Teil meines Umgangs geworden ist, wie selbstverständlich diese Art zu sprechen für mich ist.
besagte Tasse
Wenn ich aber ein Video für Instagram aufnehme, klinge ich ganz anders. Ruhiger, oder vorsichtig fragend. Ja, was davon ist jetzt eigentlich „echt“ Steffi? Tatsächlich denke ich schon Monate, wenn nicht sogar Jahre darüber nach, ob ich auf Social Media echt bin. Fun Fact: Erst letzte Woche habe ich eine Nachricht bekommen, worin eine Followerin mein Profil als besonders authentisch einschätzte.
Ich bin online anders, als im realen Leben
Das passt auf den ersten Blick nicht zusammen, oder? Weil ich hier auf dem Blog und auf Instagram etwas weglasse. Ich bin hier nicht so ironisch wie auf Arbeit. Ich bremse mich an manchen Stellen bewusst. Ich formuliere Dinge anders, als ich es in einem spontanen Gespräch tun würde. Und ich mache das nicht aus Versehen. Ich entscheide das. Nicht jedes Mal bewusst in dem Sinne, dass ich darüber lange nachdenke, aber doch klar genug, um zu wissen, dass ich hier eine bestimmte Seite von mir schwächer zeige als eine andere. Das ist kein Zufall. Erstens kennt man mich im realen Leben. Viele wissen einfach, wann ich etwas ernst meine und wann ich überspitze. Zweistens lebt Ironie von Betonung und Körpersprache. Im schriftlichen Bereich wirkt Ironie oft als ernst gemeint, weil das Körperliche fehlt. Außderdem versteht Ironie und Sarkasmus auch nicht jede:r. Deshalb lasse ich diesen Bereich meines Ichs online häufig weg. Bin ich dort dann unauthentisch?
Ich zeige also online nicht alles und ich habe lange gedacht, dass genau das ein Problem ist. Dass ich damit nicht mehr authentisch bin. Dass ich etwas glätte, das eigentlich rauer ist. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass ich mich auch auf Arbeit nicht vollständig zeige. Dass ich auch dort Dinge zurückhalte und mich anpasse. Meine nachdenkliche Seite lasse ich im Beruf zum Beispiel nicht so oft raus wie online. Kann man mehrere Authentizitäten haben?
meine Fehlannahme
Ich habe Authentizität lange mit Vollständigkeit verwechselt. Mit der Vorstellung, dass man überall gleich sein müsste, wenn man wirklich echt ist. Aber so funktioniert kein Mensch, denn wir bedienen unterschiedliche Rollen. Ich bin nicht überall gleich, und ich habe angefangen zu verstehen, dass das nichts damit zu tun hat, dass ich mich verstelle, sondern mit unterschiedlichen Situationen und Erwartungen. Keine dieser Verhaltensweisen ist automatisch wahrer. Authentizität hat nichts damit zu tun, alles zu zeigen, oder sich überall gleich zu verhalten, sondern damit, sich selbst nicht zu widersprechen. Das, was man zeigt, sollte stimmen. Werte und Überzeugungen zum Beispiel. Man kann nicht im realen Leben Fleisch essen und sich online als Vegetarier:in hinstellen.
Mit dieser neuen Auffassung von Authentizität fühle ich mich endlich wohler. Ich darf mehrere Stimmen und Gedanken haben, die je nach Raum unterschiedlich laut werden, so lange meine Überzeugungen dabei synchron sind.
Wie ist das bei dir? Hast du auch schon einmal darüber nachgedacht, was Authentizität für dich ist?
Optisch ist dieses Buch ein echter Blickfang. Der aufwendig gestaltete Einband und der Farbschnitt wecken hohe Erwartungen, vielleicht sogar zu hohe.
Worum geht es?
Es geht um eine Freundschaft von früher, die durch ein dunkles Geheimnis zerbrach. Heilt Zeit alle Wunden?
Inhaltlich konnte das Buch für mich mit seinem Äußeren nicht mithalten. Statt mich in die Geschichte hineinzuziehen, blieb ich oft auf Distanz. Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz und wechseln ständig zwischen den Protagonisten Britta, Pia und Martin hin und her. Zusätzlich gibt noch ein paar Zeitsprünge. Das Problem war für mich nicht, den schnellen Kapitelwechseln zu folgen, sondern dass es mir dadurch nicht gelungen ist, mich in die Protagonisten gut einzufühlen.
Der Schreibstil
Der Erzählstil ist sehr erklärend. Die Autorin nutzt kaum „Show don’t tell“. Vieles wird erklärt, statt spürbar erzählt, sodass auch deshalb kaum echte Nähe zu den Figuren entsteht. Dialoge (besonders von Pia) sind sehr wohlfeil formuliert. So spricht man nicht. Hinzu kommen einige wenige Ungereimtheiten, die mein Verständnis etwas gestört haben
Die Geschichte an sich ist eigentlich mega interessant und man hätte viel daraus machen können. Die Charaktere sind allesamt recht eindimensional dargestellt. Da ist noch Luft nach oben.
Die Szenen mit Brittas an Demenz leitendem Vater waren widerrrum sehr liebevoll und realistisch formuliert.
Fazit: Für Leserinnen und Leser, die einen eher erklärenden, ruhigeren Stil bevorzugen, mag der Roman funktionieren. Für mich blieb das Buch jedoch deutlich hinter dem zurück, was sein äußeres Erscheinungsbild verspricht.
Es gibt Bücher, bei denen man sofort drin ist. Und dann gibt es Bücher, bei denen man ein bisschen braucht. Dieses hier gehört für mich zur zweiten Sorte. Es heißt „Morgen kommt ein neuer Himmel“ von Lori Nelson Spielman. Es beginnt mit einer Idee, die ich sofort mochte und die mich auch zum Zugriff in der Bücherzelle gebracht hat:
Eine Mutter stirbt und hinterlässt ihrer Tochter keine einfache Erbschaft, sondern eine Bucket List. Wünsche, die sie mit 14 Jahren einmal hatte. Und die Bedingung, sie innerhalb eines Jahres zu erfüllen. Darunter Dinge, die sich gleichzeitig groß und kindlich anfühlen:
Ein Pferd besitzen Ein Baby Einen Mann finden, den sie liebt
Ich bin trotzdem nicht sofort angekommen. Die vielen Namen, die für mich ungewohnt englisch klangen und schlimmer: sich teilweise ähnlich waren, haben mich am Anfang eher auf Abstand gehalten. Die beiden Protagonisten heißen beispielwesie Brett und Brad. Also wirklich! Da war man wenig einfallsreich! Ich musste öfter inne halten, um zu überlegen, wer welche Person ist.
Je weiter die Geschichte ging, desto mehr hat sie mich aber gepackt. Gegen Ende wurde daraus ein richtiges Weiterlesen-wollen. Die Liebesgeschichte der Protagonistin hatte daran zum Beispiel Schuld. Sie gehört für mich in den Bereich Slow burn. Sehr spannend. Auch die vielen Plottwists.
Was mich zwischendurch gestört hat
Die Figuren werden immer wieder über ihr Äußeres beschrieben. Schönheit spielt eine große Rolle. Bei Frauen, aber auch bei Männern und sogar Kindern. Und ich habe mich beim Lesen mehr als einmal gefragt, ob es das wirklich braucht. Weil die Geschichte an sich stark genug ist.
Ein paar Sätze sind mir besonders hängen geblieben. Sie sagen auch schon viel über den Schreibstil aus, der durchaus angenehm zu lesen ist.
Am Ende bleibt für mich ein Buch, das nicht perfekt ist, aber durchaus spannend ist. Eines, das daran erinnert, wie leicht man eigene Wünsche aus den Augen verliert. Und wie ungewohnt es sich anfühlen kann, sie wieder ernst zu nehmen.
4 von 5 ⭐.
Hast du auch eine Wünscheliste❓
Ich habe eine! Dieses Buch hat mich daran erinnert, sie wieder einmal hervor zu holen:
Paris
Island
eine Kreuzfahrt (Nordeuropa)
Wien
Klimahaus Bremerhaven
einen top gestalteten Garten inklusive Teich ist mir nicht mehr wichtig, naturnahes Chaos ist mir lieber
✅fitter und schlanker sein war ich schon, bin ich nicht mehr
✅Heiraten (ist vollzogen)
✅Grenen in Norddänemark (schon erledigt)
✅rauschfreiere Kamera und lichtstärkere Objektive (Kamera ist mittlerweile neu)
eine eigene Fotoausstellung (nicht mehr wichtig)
✅eine Meerschweinchenfamilie (sind zwei Katzen geworden 🙂)
nebenberuflich selbstständig machen mit Fotografie/Workshops für Anfänger nicht mehr wichtig
✅oder einen (Mini)job bei dem ich den Social Media Bereich eines Unternehmens betreue und/oder einen Firmenblog führe habe ich gemacht, war nebenberuflich selbstständig
Viel los war im März. Erfreuliches, aber auch nicht so tolle Ereignisse fanden statt. Wieder einmal bin ich am Ende des Monats erstaunt, wie viele Dinge in einen Monat passen. Also: fangen wir an!
Bärwalder See
Gleich am ersten Tag des Monats machten wir einen Ausflug zum Bärwalder See und gingen dort spazieren. Der Kleine fuhr mit dem Laufrad immer voraus und wir genossen die Ruhe, denn es waren noch nicht so viele Gäste dort. Warum ist es eigentlich immer so entspannend, auf Wasser zu blicken?
chillige Vibes am Bärifast wie an der OstseeSeejungfrau
Küchenkauf
Unser Großprojekt dieses Jahr ist die Renovierung und der Neueinbau einer Küche. Nachdem wir im IKEA nicht ganz so gut beraten wurden, fuhren wir zu Porta. Wir erhielten eine erstklassige, dreistündige Planung und schlugen zu. Geplant ist, im August die neue Küche einzubauen. Bis dahin muss alles renoviert sein. Dazu muss natürlich erst einmal die alte Küche ausgeräumt und abgebaut werden und eine „Ausweichküche“ für diese Zeit eingeräumt werden… Klingt nach viel Arbeit, die wir auch schon begonnen haben.
so wird sie aussehen, unser Schmuckstück
Rums – oder eher „Dupp“
Ich hatte einen Unfall auf dem Weg zur Arbeit. Es passierte zwar eigentlich so gut wie nichts, außer dass der Unfallgegner und ich jetzt einen kleinen Lackschaden am Auto haben (ohne Dellen!), aber leider wollte sich die gegnerische Fraktion nicht im Guten mit uns einigen und nun läuft alles über unsere Versicherungen. Alles sehr ärgerlich und überhaupt nicht gut für mein Nervenkostüm!
Leipziger Buchmesse
Ein Traum! Nach mindestens 20 Jahren hatte ich mir dieses Jahr fest vorgenommen, mal wieder zur Leipziger Buchmesse zu fahren. Ich war am Messefreitag dort und es war wirklich sehr schön. Darüber habe ich in einem Blogbeitrag berichtet.
Unser kleiner Sohn wurde zu seinem ersten Kindergeburtstag eingeladen
Bei einem Ausflug zum Spielplatz schlief er in der Vogelnestschaukel ein
Ich hatte Geburtstag und habe einen Tag später ein bisschen gefeiert, weil direkt an meinem Ehrentag mein Mann auf Dienstreise war
Durch den Geburtstag und die Leipziger Buchmesse habe ich jetzt einen riesengroßen „SUB“ – Stapel ungelesener Bücher
Wir waren viel draußen
Blogbeiträge des Monats
Dieses Jahr läuft es irgendwie nicht so fluffig mit meinem Blog hier, denn mir fehlt die Zeit. Trotzdem erblickten folgende Artikel das Licht des Internets:
Die Leipziger Buchmesse ist viel zu voll, zu kommerziell und überhaupt: Es gibt zu wenig Klopapier, zu wenig zu essen und die Schlangen vor den Toiletten sind zu lang.
Was habe ich nicht alles für Kritik gelesen, im Zusammenhang mit der LBM!
Ich war seit 20 Jahren mal wieder dort. Und ja: ich war nicht die Einzige! Aber mal ehrlich: Was wäre es denn für ein Signal für die gesamte Buchbranche, wenn diese Messe keine Besucher anziehen würde?
Ich habe das ganz anders erlebt. Ich fand es wunderbar, so viele Menschen auf einmal zu sehen, die alle eine gemeinsame Leidenschaft haben. Das Verhalten von allen war entspannt und rücksichtsvoll. Auch Toilettenproblem hatte ich keins, denn es waren extra noch WC-Wagen in den Außenbereichen aufgestellt gewesen.
Aber Bücher kann man doch in jeder Buchhandlung kaufen! Was macht es denn auf einer Messe so besonders?
Tatsächlich habe ich einen signierten Roman gekauft. Ich habe eine Lesung besucht und viele kleine Verlage gesehen, die in den einschlägigen Buchhandlungen entweder gar nicht vertreten sind, oder nicht auffallen. Auch wenn man sich wirklich wunderbar in örtlichen Buchhandlungen und bei Instagram inspirieren lassen kann, sind Messeimpressionen noch einmal eine ganz andere Hausnummer, finde ich.
Wie war mein Messetag?
Ich hatte mich gründlich darauf vorbereitet. In einem kleinen Notizbuch hatte ich mir einen Hallenplan aufgezeichnet und die Stände notiert, die ich unbedingt besuchen wollte. Die Informationen dazu hatte ich mir aus dem Ausstellerverzeichnis herausgesucht. Zusätzlich hatte ich noch Veranstaltungen wie zum Beispiel Lesungen aufgeschrieben, inklusive Ort und Uhrzeit. In meinem Rucksack befanden sich Snacks und Getränke.
Den Einlass hatte ich flott hinter mich gebracht, weil ich mich aus Versehen bei den Ausstellern angestellt hatte. Zu Beginn fühlte ich mich etwas allein. Ich sah viele Grüppchen durch die Hallen ziehen, nur ich hatte keinen Anschluss. Allerdings stellte sich genau das später als echter Gewinn heraus. Ich musste auf niemanden Rücksicht nehmen und auch keine Angst haben, jemanden im Getümmel zu verlieren!
Tatsächlich schaute ich bei jedem Hallenwechsel in mein Büchlein, um zu wissen, was es dort für Themen gibt. Von meinen geplanten Veranstaltungen besuchte ich nur zwei. Ein Gespräch mit Judith Hoersch, derren Roman „Niemands Töchter“ ich schon gelesen habe und einen Vortrag zum Thema Buchmarketing. Das Gespräch hat mir sehr gefallen. Es war sehr interessant aus dem Mund der Autorin zu hören, wie sie ihre Figuren entwickelt hat und dass sie -genau wie ich- nicht vorher alles geplottet hatte, sondern eher explorativ geschrieben hat.
Judith Hoersch
Der Vortrag zum Vermarkten des eigenen Buches hat mich ebenfalls inspiriert. Nicht unbedingt der Inhalt, denn ich glaube, ich bin mit dieser Website inklusive Newsletter schon recht gut aufgestellt. Ich fand es super erhellend, dass der Vortrag so gut besucht war. So viele wunderbare Menschen, die allesamt ihren Traum leben. Und ich war ein Teil von ihnen. Das hat mir sehr gut gefallen.
So viele Menschen, die ein Buch schreiben möchten!
Was habe ich gekauft?
Ich habe fünf Bücher mitgenommen. Drei Romane und zwei Kinderbücher. Zudem habe ich noch einige Leseproben eingesteckt und viele, viele Bücher einfach nur abfotografiert, um sie mir vielleicht später zu kaufen.
Kinderbücherfür michfotografierte Titel
Was habe ich mir „mitgenommen“?
Ich fühle mich bestätigt, dass Lesen und Schreiben für mich zusammengehören und dass ich mich in der Buchbranche sehr wohl fühle. Trotz der vielen Menschen, die normalerweise ein Stressfaktor für mich sind, habe ich mich „Zuhause“ gefühlt. Ideal wäre es gewesen, die Messe aufgrund der Größe und der vielen Lesungen und Veranstaltungen an zwei Tagen zu besuchen. Es war einfach nicht genügend Zeit, überall mehr reinzuhorchen. Aber genau das ist es ja eigentlich, was oft am meisten inspiriert.
Neuentdeckung: Josi Wismar
Mutterschaft und Feminismus sind große Themen. Ich habe viele Romane entdeckt, die über Frauenrollen berichten. Mein entstehendender Roman passt da super rein und erzeugt noch ein wenig mehr Reibung im Getriebe der Geschichten über Mütter.
Du willst darüber mehr wissen? Dann schau mal auf meine Autorenseite.
Sonnenuntergang nach einem schönen Messetag
Werde ich nächstes Jahr wieder auf der LBM sein?
Ich hoffe es! Es war ein schöner, beflügelnder Tag für mich und ich wüsste nicht, was ich lieber täte!
Seit etwa einem Jahr lese ich fast täglich. Es ist ein wunderbares Hobby und hat mir schon viele schöne Stunden beschert. Meine Rezensionen findest du auf Instagram und ich möchte in Zukunft auch hier mehr darüber bloggen.
Restsommer von Kea von Garnier
Restsommer
Zuletzt las ich den Roman „Restsommer“ von Kea von Garnier. Der Roman (mit sehr schönem Cover) handelt von Dominik, einem Jugendlichen, der mit seinem Vater in der Provinz zusammenlebt. Sein Vater wünscht sich, dass Dominik mal sein Bestattungsinstitut weiterführt. Aber was ist mit seinen eigenen Plänen? Und was passiert, als sich Dominik zum ersten Mal verliebt, ganz anders als gedacht?
Ich finde es unglaublich schwierig, das Buch zu rezensieren, ohne zu viel zu spoilern. Ein Kurzfazit: Restsommer ist ein Roman, der nach Sommer schmeckt und nach Aufbruch riecht. Ein Coming-of-Age-Roman der Spitzenklasse!
Zum Inhalt
Der Roman beginnt recht ruhig. Wir erleben Dominik und seine Clique. Sie machen zusammen Musik, hängen im Freibad ab und wir lernen das Bestattungsinstitut kennen, welches Domis Vater mit Leidenschaft betreibt. Der Roman nimmt dann unglaublich an Fahrt auf, als Biff, der Neue in der Klasse, mit Domi nach Berlin fährt. Ab da entwickelt sich der Roman zum Pageturner! Es geht um Identität, Freiheit, vorbestimmte Wege, queere Liebe und emotional nicht verfügbare Eltern.
Der Schreibstil
Hervorzuheben ist nicht nur die Story, sondern auch die Erzählweise und der Schreibstil. Man fühlt förmlich den trockenen Sommerstaub auf den Lippen und ich habe mich noch nie! so sehr in die Hauptfiguren hineinversetzen können, wie in diesem Buch! Man ist emotional unglaublich nah an den Figuren dran. Das hat an manchen Stellen richtig weh getan und etliche Taschentücher gebraucht. Mir tat es einfach nur leid, wie die zwei, die eigentlich glücklich zusammen ihre zarte Liebe zueinander entdeckten (wunderbar beschrieben), sich verstecken mussten. Und auch wie sie teilweise miteinander umgingen war schwierig zu beobachten. Die beiden hatten es einfach nie von den Erwachsenen gelernt! Die zwei Protagonisten sind mir so ans Herz gewachsen, dass ich sehr traurig war, als das Buch zuende war. Eine anrührende Geschichte!
Was das Buch mit mir gemacht hat
Noch zwei Tage nach Beendigung des Buches standen mir die Tränen in den Augen, wenn ich an Domi und Biff zurück gedacht habe. Nun bin ich weder jugendlich, noch queer. Was also führte zu solch starken Gefühlsausbrüchen meinerseits? Ich stellte mir unweigerlich diese Frage, denn es musste da einen tieferen Grund geben.
Ich denke, ich habe ihn gefunden. Eine Zeit lang mussten die beiden Protagonisten ihre Liebe geheim halten und sich verstellen. Ihre Eltern waren emotional nicht verfügbar, oder sogar ablehnend. Ich erlebte meine eigene Jugend ebenfalls so, dass ich meinen Eltern nicht öffnen konnte. In der Pupertät ist man ziemlich verletzlich. Wenn man dann innerhalb der Familie merkt, dass man „falsch“ ist, wenn zum Beispiel Liebeskummer ins Lächerliche gezogen wird, oder man sich bei Problemen „nicht so haben“ soll, verinnerlicht man das irgendwann. Erlebt man mehrmals hintereinander, dass die Eltern ablehnend oder uninteressiert reagieren, versucht man gar nicht mehr, mit ihnen Gefühle oder Sorgen zu besprechen. Ich bin noch heute sehr verschlossen.
Bei mir war es nicht die Sexualität, die zu Ablehnung innerhalb des Elternhauses führte, sondern meine Hochsensibilität und mein Übergewicht, die nicht „der Norm“ entsprachen. Dies hatte ich all die Jahre sehr säuberlich verdrängt, wie es scheint. Durch dieses Buch kamen Konflikte aus meiner Jugend wieder nach oben. Deshalb meine „Gefühlsduselei“.
meine abschließende Meinung
„Restsommer“ ist absolut lesenswert. Die Story ist außergewöhnlich und wird mit einer sehr eindrücklichen und literarischen Erzählweise präsentiert. Das Buch ist ein Muss für alle, die Coming-of-Age-Romane lieben und eignet sich sehr für die wärmere Jahreszeit und für Menschen, die gerne psychologische Themen betrachten. Es wäre eine prima Lektüre für den Schulunterricht und ich könnte mir das Buch auch als Verfilmung gut vorstellen. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.
Der Februar war lange Zeit sehr kalt und winterlich, aber hat dann zum Ende noch gezeigt, dass der Frühling naht. Da war sogar Zeit, für ein klein wenig Gartenarbeit.
Küchenpläne
Auch bei uns Menschen war Aufbruchsstimmung: Wir haben entschieden, dass wir diesen Sommer die Küche renovieren. Mein Mann hat einen Grundriss gezeichnet und wir haben uns zusammen bei IKEA umgeschaut, wie wir unser Vorhaben umsetzen wollen. Die ersten Räumungsaktionen Zuhause habe ich auch schon begonnen, denn unser Gästezimmer soll unsere Behelfsküche während des Umbaus werden. Also habe ich dort schon Schränke ausgemistet.
Ausflüge
Anfang des Monats waren wir zusammen mit der Oma auf der Modellbaumesse in Dresden. ein großes Vergnügen für unseren Kleinen war das!
Ende des Monats haben wir eine kleine Runde um den Stausee in Sohland gedreht und es gab sogar einen Glühwein, während der Kleine auf dem Spielplatz tobte.
Bei meinen Eltern und Schwiegerelten 1 in Werdau waren wir auch, um den Großen abzuholen. Er hatte dort ein paar Winterferientage verbracht. wir sind dort leider recht selten, denn wir brauchen ja jedes Mal jemanden, der in dieser Zeit unsere beiden Katzen versorgt.
Zahnschmerzen
Oooh, was für ein Thema! Ich hatte Beschwerden unter einer alten Füllung. Da meine Zahnärztin in Rente gegangen ist, musste ich mir einen neuen Zahnarzt suchen. War das ein Reinfall! Ich hatte mich schon gewundert, warum dieser so viele freie Termine hatte, war aber froh, überhaupt einen gefunden zu haben. Was mich dort erwartete war teilweise seltsam, teilweise eklig. Er arbeitete ohne weiteres Personal. Den Absauger hängte er mir einfach in den Mundwinkel. Es gab keinen Becher zum Mund ausspülen. Das Mundspülbecken war grasgrün – voller Algen! Am Spülbecken und einem Instrumentengriff befanden sich Blutspuren. Obwohl ich früh die erste Patientin war.
Das Ende vom Lied: Ich benötige eine Wurzelkanalbehandlung, will aber nicht mehr in diese Gruselpraxis. Das gestaltete sich allerdings schwieriger, als gedacht. Erst die fünfte Zahnarztpraxis, die ich kontaktierte, nahm mich als neue Patientin auf. Willkommen in einem Land mit Facharztmangel!
Fastenbriefe
Spontane Ideen sind häufig gar nicht so schlecht, wie ihr Ruf. Ich hatte den plötzlichen Einfall, Fastenbriefe zu schreiben. Wir befinden uns ja mitten in der Fastenzeit und ich überlegte mir, dass wir Mütter auf so vieles das gesamte Jahr über verzichten – da sollten wir die Fastenzeit nicht noch zusätzlich dafür nutzen. Jeden Mittwoch bekommen meine Newsletter-Abonnentinnen eine Mail mit einer kleinen kreativen Schreibaufgabe, um zu erforschen wo sie verzichten, warum sie das tun und wie sie vielleicht wieder ein bisschen mehr „ich“ in ihren Alltag packen können.
Seelengeister und Restsommer
Im Februar habe ich zwei Bücher gelesen. Hier ist die Rezension zu Seelengeister von Nadine Merschmann (mein erstes Fantasy-Buch). Das zweite Buch, Restsommer von Kea von Garnier, darf ich noch nicht rezensieren, denn es ist noch gar nicht im Handel erhältlich. Nur so viel vorab: Es hat mich so megamäßig berührt, dass ich immer noch Tränen in die Augen bekomme, wenn ich an diese Geschichte denke. Wahnsinn, was Bücher bewirken können und was sie in uns aufbrechen können! Der Roman hat mir ganz neue (schmerzliche) Erkenntnisse über meine eigene Jugend gebracht. Deshalb war der Februar auch ein Monat der inneren Bewegung für mich.
Drüben bei Instagram
Dreizehn Beiträge habe ich im Februar auf meinem Profil hochgeladen. Die Themen – wie immer: Mutterschaft und Selbstfürsorge. Besonders spannend war diesen Monat eine Debatte über die Nutzung von KI zur Bilderstellung. Es gab das Lager „No-go“ und „Hell yes“ und nichts dazwischen! Die User fetzten sich, entfolgten sich und ich vermisste häufig sachliche Diskussionen. Ich bin übrigens der Meinung, dass KI-Bildchen von Zeit zu Zeit ok sind. Für hochwertige Grafiken (z.B. die Covergestaltung von Büchern), sollte man aber schon einen Illustrator beauftragen.
Hier sind zwei Chat-GPT-Bildchen von mir. Wie findest du sie?
Bin ich nicht süß?Drei Hände hätte ich gerne.
Neues von meinem Blog
Ich habe im Februar – bis auf meinen Monatsrückblick Januar 2026 – keinen Blogartikel veröffentlicht. Ich bin berufstätige, Roman schreibende Mutter und meine Zeit ist begrenzt. Leider hat es da nicht zu einem Blogbeitrag gereicht. Schade, aber nicht zu ändern!
Erkenntnisse des Monats
Es gibt wichtigeres, als Insta
Meine Stimmung hat viel mit der Gesundheit der Familie zu tun – Ich bin extrem mitfühlend und sorgenvoll!
Die Menschheit vergisst das bunt zwischen schwarz und weiß
GERADE mit (vermeintlich) falsch denkenden, darf man den Dialog nicht abbrechen
Hör auf deinen Körper!
Plötzliche Sehnsucht nach was Verrücktem
Klar denken plus Bauchgefühl = gute Kombi!
Entweder du gewinnst, oder du sammelst Erfahrung
Ich bräuchte „Nachdenkurlaub“
Schmerzen können lähmen
Spontanität ist neu für mich, macht aber Spaß
Ich müsste mehr Gesundes in mein Leben etablieren
Manchmal ist es ganz schön, nicht alles zu wissen – man macht sich weniger Gedanken!
Nicht nur analysieren – sondern auch handeln!
Man darf sich auch verändern, wenn man noch nicht zerbrochen ist!
Sensibilität ist nichts Schlimmes – Gefühle dürfen sein!
Und schwupps: Ist der Januar schon wieder vorbei. Wie schnell ging das denn?
Krankheiten und kein Ende
Voriges Jahr startete das Jahr genauso holprig wie dieses Jahr. Scheinbar ist der Januar der Monat der Krankheiten. Ich startete dynamisch und optimistisch ins Jahr, um gleich danach ordentlich gebremst zu werden. Ich blieb gesund, aber unseren kleinen Sohn erwischte es Anfang des Monats mit einer Mittelohrentzündung und Grippe. Ende des Monats bahnte sich erneut was an, wir konnten es aber durch Inhalationen und co im Zaum halten.
Aber nicht nur dem Kleinen machten seine Krankheiten zu schaffen. Der Schwiegervater bekam eine „neue“ Hüfte und der Schwager erlitt einen Herzinfarkt in Peru. War das eine Aufregung! Zum Glück sind beide auf dem Weg der Genesung.
Online Fahrt aufnehmen
Aber es gibt auch positive Dinge zu berichten: Ich füllte mein diesjähriges Jahresmotto „Fahrt aufnehmen“ mit Leben. Zuerst schickte ich einen Newsletter los. Dies möchte ich jetzt wieder regelmäßig einmal im Monat tun. Möchtest du auch Post von mir? Dann hier entlang.
Auch auf Instagram war ich im Januar sehr aktiv. Ich veröffentlichte fünfzehn Posts. Sie handeln von meinem entstehenden Roman, Buchrezensionen und Erkenntnissen zu Mutterschaft. Du bist herzlich eingeladen, mir dort zu folgen!
Was sonst noch los war
Der Januar war sehr kalt. Wir hatten auch recht viel Schnee. Das war vor allem für das kleine Kind wunderschön. Wir konnten sogar rodeln gehen.
Gegen Ende des Monats wurde es recht stressig auf Arbeit. Es galt, die Halbjahreszeugnisse zu schreiben.
Wir besuchten eine Modellbahnausstellung und der Kleine wollte am liebsten gar nicht wieder nach Hause gehen.
Meine Erkenntnisse des Monats
Auch 2026 möchte ich wieder jeden Tag eine Zeile schreiben. Meine wichtigsten One-Liner des Jahres:
Kein Neuanfang – ein Weitergehen
Frage des Jahres: Dient es meinen Zielen?
Ich sollte mich nicht ständig zurückhalten
Deine Gedanken kann dir keiner nehmen
Der 1. Arbeitstag war nicht so schlimm, wie gedacht
Beseelt von meinen Hobbies
Es ist (fast) alles irgendwie verhandelbar
Ich bin für mein Wohlergehen selbst verantwortlich
Mich triggern Menschen, die Leben, als würde es nie enden. Weil ich weiß, wie schnell das passieren kann
Gefühle sind niemals falsch oder zu viel
Jeder handelt nach seiner besten Option.
Ich muss nicht allen gefallen – nur den richtigen!
Neue Beruhigungsstrategie: Lesen!
Reminder für schlechte Tage: Es kommen auch wieder bessere!
„versteckte Wut“, „vorsichtige Freude“… Warum leben wir nicht wahrhaftiger?
Hoffnung hilft, funktionsfähig zu bleiben
Wir sollten schätzen, was wir haben
Seelische Anstrengung kostet Energie
Haltung macht stark – Man muss stark sein für Haltung