Renata Mauz veranstaltet gerade eine Blogparade mit dem Titel: Spürst du dich schon, oder rödelst du noch?. Es geht um Selbstfürsorge und da das ja genau mein Thema ist, bin ich natürlich gerne dabei!

Warum mir Selbstfürsorge so wichtig ist
Ich erinnere mich noch genau an ein paar Sätze, die wir drei Töchter oft von meiner Mutter hörten: „Früher habe ich so gerne gelesen, aber heute habe ich wegen euch kaum noch Zeit dazu!“ oder „Es ist sinnlos, mal was stricken zu wollen, denn es wird sowieso nie ein fertiger Pullover daraus – wegen euch!“. Mich ließen solche Kommentare immer sehr traurig zurück. Ich konnte mich und meine Bedürfnisse ja nicht in Luft auflösen. Ich fühlte mich schuldig, weil meine Mutter keine Zeit für sich fand und konnte es nicht ändern. Diese mahnenden Aussagen hinterließen einen tiefen Eindruck bei mir und scheinbar auch bei meinen Schwestern. Die beiden bekamen nie Kinder, weil diese so viel Arbeit machen.
Nun bin ich selber Mutter zweier Söhne und eines sollen die zwei definitiv nicht von mir lernen: Dass ihre Mutter wegen ihnen keine Zeit mehr für Selbstfürsorge hat! Es ist mir wichtig, dass sie erkennen, dass man als Mama auch Bedürfnisse hat und keine unverletzbare Supermutti mit niemals schwindenden Kräften ist. Sie sollen sich später mal an mich als glückliche Mutter erinnern. Außerdem möchte ich, dass sie nicht das Rollenklischee der nimmermüden perfekten Hausfrau-Mutter-Erwerbsarbeitenden von ihren eigenen späteren Partnerinnen verlangen. Ich möchte ihnen vorleben, dass es normal ist, sich als Eltern Zeit für sich zu nehmen, auch wenn deshalb vielleicht noch ein Korb Schmutzwäsche warten muss. Sie sollen sehen, wie Selbstfürsorge geht, denn auch sie werden in ihrem Erwachsenenleben für sich selber sorgen müssen.
Meine Strategien, um Selbstfürsorge in den Alltag zu integrieren
Damit meine Kinder also bewusst wahrnehmen können, wie Mama sich entspannt, verschiebe ich meine Selbstfürsorge nicht nach „Mutter-Dienstschluss“, wenn sie im Bett sind. Das würde bei meinen Eulenkindern ohnehin nicht funktionieren, da dies nur selten vor 22:00 Uhr ist.
Früher galt für mich das Motto „Ganz oder gar nicht“. Das bedeutete, dass ich für meine Me-time mindestens eine Stunde freie Zeit haben musste. Ich fand es komisch, nur kurze Zeitfenster dafür zu nutzen. Und ja, natürlich wird die Entspannung und Zufriedenheit, die ich nach einer fünfzehnminütigen Pause habe, wahrscheinlich kleiner sein, als nach einer Stunde im Flow. Aber ich musste als berufstätige Mutter lernen, dass solche langen Pausen selten zu finden sind. Das Resultat: Ich hatte häufig gar keine Zeit für mich! Deshalb lebe ich nun nach dem Leitsatz: „Besser wenig, als nichts“ und zähle auch kleine Auszeiten zur Selbstfürsorge.
weitere Strategien, die mir helfen
- Ich bespreche mit der Familie frühzeitig, dass ich am Wochenende mal ein Wannenbad nehmen möchte. So ist eine gewisse Zeitspanne vorgegeben und wir können gemeinsam einen „Badetermin“ für mich einplanen.
- Mein Journal und das Buch oder Magazin, welches ich gerade lese, liegt griffbereit neben dem Esstisch. Nach dem Abendessen kann ich so ohne große Vorbereitung zu meiner Selbstfürsorge übergehen, während der Kleine spielt.
- Malutensilien liegen in einer „Kreativbox“ und sind ebenfalls schnell greifbar, sodass ich wenig Zeit für die Vorbereitung benötige.
- Ich kopple Selbstfürsorge an Alltagstätigkeiten. So wird sie für mich verbindlicher und zur Gewöhnungssache. Auch meine Familie sieht es als normale Tätigkeit an. Bei mir ist es hauptsächlich das Abendessen, an das ich meine Me-time anschließe.
- Care-Arbeit wird aufgeteilt. Mein Mann übernimmt Teile der Hausarbeit und Kinderpflege. Somit bleibt mehr Zeit für Müßiggang.
- Ich muss nicht auf jeder Hochzeit tanzen. Das bedeutet, ich backe nicht für jeden Kuchenbasar und unser Garten ist recht naturnah. Ich überlege sehr gut, wohin ich meine Energie stecke, um nicht in die Überlastungsfalle zu tappen und Zeit für mich zu haben.
- Ich verbinde Selbstfürsorge mit der Hausarbeit oder Alltagstätigkeiten. Das ist dann zwar keine richtige Pause, aber fühlt sich trotzdem gut an. Beispiel: Ich höre Podcasts, während ich Wäsche aufhänge. Beim Zähne putzen stehe ich auf einem Bein, um mein Gleichgewicht zu trainieren und so weiter.
Die Sache mit dem Gewissen…
Etwas, was ich unbedingt noch anmerken möchte: Ich wurde ,wie oben beschrieben, geprägt durch den Glaubenssatz, das eine gute, sich aufopfernde Mutter keine Zeit für Selbstfürsorge hat. Demzufolge habe ich ganz häufig ein schlechtes Gewissen, wenn ich zum Beispiel lese, während mein Mann mit dem Kleinen spielt. Es fühlt sich nicht richtig an und ich komme mir faul vor.
Das finden von Zeit für Selbstfürsorge und auch die Umsetzung ist also ein Prozess. Mir ist es weder von heute auf morgen gelungen, Selbstfürsorge in den Alltag zu integrieren, noch bin ich frei von Gewissenkonflikten. Manchmal ereilen mich auch Durstrecken, in denen ich kaum Zeit finde, für mich selbst gut zu sorgen. Wichtig ist mir aber, dranzubleiben und meine Me-time nicht aus den Augen zu verlieren.
Nimmst du dir genügend Zeit für dich?












































