Kreative Routinen für Scanner-Mütter: Wie du deine Vielseitigkeit im Familienalltag lebst

Du sitzt am Küchentisch. Dein Kind will Aufmerksamkeit, dein Handy vibriert mit neuen Nachrichten und in deinem Kopf dreht sich ein Karussell aus Ideen. Du würdest so gern ein neues DIY-Projekt starten, gleichzeitig reizt dich ein spannender Online-Kurs, und in einer ruhigen Minute würdest du am liebsten ein paar Zeilen in dein Journal schreiben. Doch stattdessen stapelt sich die Wäsche, der Alltag ruft und am Ende des Tages fragst du dich, wann eigentlich noch Platz für dich und deine Kreativität bleibt.

Wenn du dich in dieser Beschreibung wiederfindest, gehörst du vielleicht zu den sogenannten Scanner-Persönlichkeiten. Menschen, die voller Interessen, Ideen und Talente stecken, sich für vieles begeistern können und ungern auf nur ein einziges Thema festgelegt werden. Vielleicht bist du auch „nur“ vielbegabt. Ich habe mal versucht, die beiden Begriffe voneinander abzugrenzen. Wenn du zusätzlich Mutter bist, bedeutet das: Du jonglierst nicht nur mit Familienalltag und Verantwortung, sondern gleichzeitig auch mit deiner eigenen kreativen Vielseitigkeit. Irgend etwas kommt immer zu kurz. Und meistens sind das deine Interessen!

Mir ging (und geht) es zuweilen so. Aber es gibt einen Schlüssel, der dir und mir helfen kann, unsere Vielseitigkeit zu leben, ohne uns im Chaos zu verlieren: kleine kreative Routinen. Sie bringen Struktur in unser buntes Leben, schenken Selbstfürsorge und helfen, unsere Kreativität auch im vollen Alltag auszuleben.

In diesem Artikel erfährst du, warum Routinen für Scanner-Mütter so wertvoll sind, welche Formen besonders gut funktionieren und wie du es schaffst, sie ohne Druck in deinem Leben zu verankern.


Was bedeutet es, eine Scanner-Mutter zu sein?

Der Begriff „Scanner-Persönlichkeit“ geht auf die Autorin Barbara Sher zurück. Er beschreibt Menschen, die vor Ideen sprühen, vielseitig interessiert sind und sich selten auf ein einziges Projekt beschränken können. Scannerinnen sind neugierig, wissbegierig und lieben es, Neues auszuprobieren. Für sie ist das Leben zu bunt und vielfältig, um nur in einer einzigen Richtung unterwegs zu sein.

Als Mutter bringt diese Persönlichkeit jedoch eine besondere Herausforderung mit sich. Einerseits möchtest du deine Kinder begleiten, ihnen Geborgenheit und Struktur geben. Andererseits hast du das tiefe Bedürfnis, auch dich selbst zu entfalten mit all deinen Talenten und kreativen Ideen.

Genau an diesem Punkt entsteht oft ein Konflikt: Deine Vielseitigkeit fordert Raum, während dein Alltag kaum Lücken lässt. Du fühlst dich hin- und hergerissen zwischen den Bedürfnissen deiner Familie und deinem Wunsch, etwas für dich selbst zu tun. Das führt dann zu Frustration oder dem Gefühl, dich selbst zu verlieren.

Doch es gibt auch eine andere Perspektive: Als Scanner-Mutter bist du ein enormes Vorbild für deine Kinder. Du lebst ihnen vor, dass Kreativität, Neugier und Entfaltung Teil eines erfüllten Lebens sind. Alles, was du für dich selbst tust, inspiriert auch deine Familie. In meinem Beitrag Was ich als Mutter und Bloggerin für Selbstfürsorge bewirken möchte, gehe ich darauf ein, warum es mir wichtig ist, meinen Kindern die Kraft der Selbstfürsorge vorzuleben.


Warum sind Routinen gerade für Scanner-Mütter so wichtig?

Fast scheint es, der Begriff „Routine“ ist ein neues Modewort. Zumindest fällt das Wort sehr viel in meiner Instagram-Bubble. Wenn ich an das Wort „Routine“ denke, sehe ich vor meinen Augen eine ältere, beige gekleidete Dame, die gerade Wäsche faltet. Rentner haben Routinen. Sie könnten frei sein, aber richten ihren Tagesablauf nach der Uhr aus. Drei Mal täglich Tabletten schlucken, Mittagessen um 12 Uhr und so weiter. Und das geht nicht nur mir so: Viele Scannerinnen haben ein ambivalentes Verhältnis zu Routinen. Sie wirken oft langweilig, zu starr oder einschränkend.

Aber genau das Gegenteil kann der Fall sein: Routinen schaffen Freiraum. Sie geben deinem Alltag eine feste Struktur, auf die du dich verlassen kannst. Gerade dadurch gewinnst du Energie, die du für deine vielen Ideen nutzen kannst.

Besonders für Mütter sind Routinen ein wertvolles Werkzeug. Sie helfen, den täglichen Anforderungen standzuhalten, den mentalen Ballast zu reduzieren und kleine Inseln für die eigene Kreativität zu schaffen. Eine Routine ist wie ein kleiner Ankerpunkt, der dich immer wieder zu dir selbst zurückführt, auch wenn rundherum Chaos herrscht.

Wichtig ist allerdings, dass deine Routinen flexibel bleiben. Sie sollen dich nicht einengen, sondern dir Möglichkeiten eröffnen. Das bedeutet: Statt dich zu verpflichten, jeden Morgen eine Stunde lang kreativ zu sein, reichen oft schon fünf Minuten Journaling oder eine kleine kreative Handlung zwischendurch. Für Scannerinnen sind es gerade die kurzen, abwechslungsreichen Rituale, die den Unterschied machen.


Welche kreativen Routinen passen zu Scanner-Müttern?

Früher war mein Motto „ganz oder gar nicht“. Ich hatte mir selber den Glaubenssatz eingeredet, dass ich für Selbstfürsorge mindestens eine Stunde nur für mich benötigte. Sonst konnte ich es auch gleich lassen! Das Problem dabei war, dass ich diese Zeitspanne meistens nicht zur Verfügung hatte. Somit fiel meine Me-time komplett aus.

Heute sehe ich das anders. Auch kleine Zeitfenster können kostbar sein! Entscheidend ist, dass wir uns nicht zu viel vornehmen, sondern kleine, liebevolle Gewohnheiten finden, die sich mühelos in unseren Alltag einfügen.

Eine Möglichkeit sind Mikro-Rituale. Das kann ein kurzer Journaling-Moment am Morgen sein, in dem du ein paar Gedanken oder Dankbarkeiten notierst. Vielleicht ist es auch ein kleiner Skizzenmoment beim Kaffee oder ein Satz, den du dir abends aufschreibst, bevor du ins Bett gehst. Es sind die winzigen Schritte, die dich kontinuierlich mit deiner Kreativität verbinden. Gerade wir Scanner verlieren schnell unsere Begeisterung, wenn wir ausgedehnte Projekte haben. Mikro-Rituale passen deshalb gut zu unserem Naturell.

Auch familienfreundliche Routinen sind wunderbar. Du musst nicht immer alles allein machen. Lade deine Kinder ein, gemeinsam kreativ zu sein. Maljournaling, Basteln oder ein kurzes „Kreativ-Ritual“ vor dem Schlafengehen können für die ganze Familie bereichernd sein. So integrierst du deine Kreativität in den Alltag, ohne zusätzliche Zeitfenster freischaufeln zu müssen. Toller Nebeneffekt: Du bindest deine Kinder nicht nur ein, was Nähe und Verbindung schafft, sondern lebst ihnen gleichzeitig vor, „wie Selbstfürsorge geht“.

Natürlich darf es auch Solo-Kreativzeit geben. Vielleicht nimmst du dir einmal in der Woche 30 Minuten für dich, um zu malen, eine Collage zu kleben oder eine Mindmap für deine vielen Ideen zu zeichnen. Diese Zeit gehört nur dir und erinnert dich daran, dass deine Interessen wichtig sind.


Wie integrierst du Routinen in einen vollen Familienalltag?

Viele Mütter haben den Anspruch, ihre Routinen „perfekt“ umsetzen zu müssen, aber genau daran scheitert es oft. Der Schlüssel liegt darin, realistisch zu bleiben. Statt dich unter Druck zu setzen, eine Stunde lang kreativ zu sein, fang lieber klein an. Fünf Minuten reichen völlig, um den Kontakt zu dir selbst nicht zu verlieren.

Eine hilfreiche Methode ist das Ankoppeln an bestehende Gewohnheiten. Wenn du ohnehin morgens einen Kaffee trinkst, nutze diese Zeit für ein kurzes Journaling. Wenn du deine Kinder ins Bett gebracht hast, gönn dir noch ein paar Minuten mit deinem Skizzenbuch. Indem du Routinen an Dinge bindest, die ohnehin passieren, werden sie automatisch Teil deines Alltags. Ich zum Beispiel gönne mir fünfzehn Minuten für mich, wenn ich von der Arbeit komme und zu Mittag esse. Danach hole ich mein jüngstes Kind vom Kindergarten ab. Ein zweites Zeitfenster habe ich nach dem Abendessen. Meist spielt der Kleine dann noch etwas und ich habe Zeit, um zu journalen.

Ein zweiter Tipp: Blocke dir deine Zeit für Selbstfürsorge in deinem Terminkalender. Einen Zahnarzttermin verschiebst du auch nicht mal ebenso. Diesen psychologischen Kniff kannst du dir zu Hilfe nehmen, wenn du dazu neigst, das Familienwohl deiner Me-time vorzuziehen. Selbstfürsorge ist notwendig und KEINE Belohnung!


Womit kannst du Routinen gestalten?

Manchmal hält uns die Vorstellung zurück, dass wir für kreative Routinen erst die perfekte Ausstattung brauchen. Aber in Wahrheit reicht schon ein einfacher Stift und ein Blatt Papier, um loszulegen.

Wenn du Freude an schönen Materialien hast, kannst du dir ein Journal aussuchen, das dich inspiriert, oder ein Set bunter Stifte. Vielleicht entdeckst du auch die Lust an Aquarellfarben, Collagen oder Washi-Tape, mit denen du dein Journal lebendig gestalten kannst.

Digitale Tools sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, Routinen zu unterstützen. Notizen-Apps, digitale Moodboards oder ein Tablet mit Zeichenfunktion können dir helfen, auch unterwegs kreativ zu sein. Entscheidend ist nicht das Material, sondern die Kontinuität. Fang klein an und erweitere deine Möglichkeiten, wenn du merkst, dass es dir guttut.


Für wen eignen sich diese Routinen besonders?

Die hier beschriebenen Routinen sind für all jene Mütter wertvoll, die das Gefühl haben, ihre eigenen Interessen im Alltag aus den Augen zu verlieren. Sie sind ideal für Scannerinnen, die vor Ideen sprühen, aber keine Struktur finden. Und sie sind ein Geschenk für Frauen, die Selbstfürsorge und Kreativität nicht länger als getrennte Bereiche sehen wollen, sondern beides miteinander verbinden möchten.

Wenn du zu den Frauen gehörst, die oft denken „Ich würde ja so gerne, aber ich habe keine Zeit“, dann sind kreative Routinen genau das Richtige für dich. Sie holen dich aus diesem Gefühl heraus und zeigen dir, dass auch kleine Schritte zählen.


Schritt-für-Schritt: Deine kreative Routine als Scanner-Mama

Wie fängst du nun konkret an? Am besten wählst du ein einziges Ritual, das dir Freude macht. Das kann ein Dankbarkeits-Journaling am Morgen sein oder ein kurzes Zeichnen am Abend. Setze dir ein realistisches Zeitfenster: Lieber fünf Minuten, die du einhältst, als eine Stunde, die du nie beginnst.

Lege Materialien, die du benötigst in dein Blickfeld. So wirst du immer wieder daran erinnert, dass du dir Zeit für deine Selbstfürsorge nehmen wolltest. Außerdem fällt der Einstieg leichter. Es ist viel bequemer, einfach loslegen zu können, als erst noch umständlich Zeichenutensilien, Bücher, oder dein Strickzeug heraussuchen zu müssen.

Dann verbindest du dieses Ritual mit etwas, das ohnehin in deinem Alltag stattfindet. Vielleicht schreibst du in dein Journal, während du deinen Kaffee trinkst. Oder du malst ein paar Linien, nachdem du deine Kinder ins Bett gebracht hast. Je stärker du dein Ritual mit bestehenden Abläufen verknüpfst, desto leichter wird es dir fallen, dranzubleiben.

Vergiss nicht, dir selbst gegenüber liebevoll zu bleiben. Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Manchmal wirst du deine Routine auslassen und das ist völlig in Ordnung. Wichtig ist nur, dass du immer wieder zurückkehrst. Feiere kleine Erfolge, und erinnere dich daran, dass jeder noch so kurze Moment für dich selbst zählt.

Breche deine Ziele auf kleine Etappen herunter. Wenn du ein größeres Projekt hast, kann es schnell frustrieren, dass du gefühlt nicht vorwärts kommst. Das große Leinwandbild wird nicht fertig, der Strickpullover gleicht eher einem Bikini. Versuche den Druck abzumildern, indem du dir kleine Meilensteine setzt. Auch die fertige Grundierung, oder ein gestrickter Ärmel ist toll!


Warum lohnt sich das Dranbleiben?

Wir brauchen ungefähr 90 Tage, bis eine neue Sache zur Gewohnheit wird. Es lohnt sich also, gerade in der ersten Zeit dranzubleiben. Dann wird eine Routine daraus und die Umsetzung fällt dir immer leichter, bis sie zur Alltäglichkeit wird. Beim Zähneputzen klappt das doch auch, oder? Außerdem gibst du so auch deinen Familienangehörigen die Möglichkeit, sich an deine neue Art der Selbstfürsorge zu gewöhnen. Mein Mann schaut mich beispielsweise nicht mehr fragend an, wenn ich in mein Journal schreibe.

Wenn du kreative Routinen in deinem Alltag verankerst, wirst du bald Veränderungen spüren. Du wirst merken, dass du klarer denkst, entspannter bist und dich weniger im Chaos verlierst. Du gewinnst kleine Oasen der Ruhe, die dir Kraft schenken. Und vor allem stärkst du deine Identität als kreative, vielseitige Frau.

Deine Routinen zeigen dir, dass es nicht entweder Familie oder Kreativität sein muss. Beides ist möglich, wenn du es in kleinen, liebevollen Schritten lebst. Und genau darin liegt die große Kraft: Statt dich überfordert und ausgebremst zu fühlen, wächst du mit deinen Routinen hinein in ein Leben, das dich mehr erfüllt.

Und jetzt du!

Kreative Routinen sind kein Luxus, sie sind ein Anker. Gerade als Scanner-Mutter brauchst du kleine Rituale, die dir helfen, deine Vielbegabung zu leben, ohne dich zu verlieren. Sie schenken dir Struktur und Selbstfürsorge und machen dir bewusst, dass deine vielen Ideen ein Geschenk sind, kein Problem.

Ob ein kurzer Journaling-Moment am Morgen, ein kreatives Abendritual mit deinen Kindern oder ein paar Minuten Skizzieren nur für dich: Es sind die kleinen Routinen, die den Unterschied machen. Perfektion ist dabei nicht das Ziel. Viel wichtiger ist, dass du dir selbst immer wieder Raum schenkst und deine Kreativität in deinem Alltag verankerst.

Also: Warte nicht auf den perfekten Moment. Fang heute mit deiner ersten Mini-Routine an. Nimm dein Journal, schreib drei Sätze auf, oder male ein kleines Bild. Spüre, wie gut es tut, dir selbst diese Zeit zu schenken. Und erlebe, wie schon der kleinste Schritt dich näher zu mehr Klarheit, Freude und kreativer Erfüllung bringt.

Monatsrückblick August 2025

Der August war für mich ein Monat mit Aufbruchsstimmung. Im Inneren war bei mir „Ramba-Zamba“ angesagt.

Wie genossen die letzten Urlaubstage in Dänemark und besuchten einen kleinen Yachthafen. Sogar mit den Füßen in der Nordsee waren wir noch einmal.

Ich las im Urlaub und auf der Heimfahrt das Buch „Immer am Meer entlang“ von Franziska Jebens und das setzte in mir etwas in Gang: Ich erkannte, dass man im Leben mindestens einmal etwas Besonderes gemacht haben muss. In mir erwachte der Wunsch, auch einmal auszubrechen. Da für mich aus finanziellen Gründen ein Sabbatjahr nicht infrage kommt, brach ich meinen Sabbaticalplan auf zwei Monate herunter. Ich wollte mal austesten, wie sich das anfühlt, wenn sich Zeit ausdehnt. Wenn man zu Beginn einer Reise nicht schon wieder den Endpunkt im Kopf haben muss. 2027 sollte es losgehen! Leider musste ich diese beflügelnden Gedanken wieder fallen lassen, denn mein Mann möchte nicht! Alleine fahren ist allerdings auch keine Option für mich. Ich war und bin mega enttäuscht und traurig. Ich fühle mich ziemlich ausgebremst und irgendwie auch ziemlich unverstanden.

Was mir diesmal gut gelungen ist: Ich suhlte mich nicht lange in Selbstmitleid, sondern wandte mich neuen Plänen zu. Was ich vorhabe, möchtest du wissen? Das ist noch geheim :-).

Der August nahm weiter seinen Lauf und er war ein kleiner Neustart, denn das neue Schuljahr begann. Unser großer Sohn wechselte auf eine weiterführende Schule und besucht nun schon die elfte Klasse. Der kleine Sohn wechselte die Kindergartengruppe und für mich gabe es „eine Horde“ neue Schüler mit all ihren Herausforderungen. Aber es gelang mir gut, auf Arbeit die chillige Urlaubsstimmung aufrecht zu erhalten.

erster Schultag im Lehrerzimmer

Im Garten begann die Erntezeit. Ich kochte Reneklodenmarmelade und Birnenkompott, Birnen-Mirabellenmarmelade und Mirabellenkompott. Mein Mann backte Mirabellenkuchen. Der war ein Gedicht!

Neues von den Kindern

Der Große besucht nun nicht nur eine weiterführende Schule, es zog ihm bei Starkregen auch die Mopedräder weg. er stürzte, aber er und das Zweirad haben zum Glück nur ein paar Kratzer davon getragen. Unser kleiner Schatz war Ende des Monats mal wieder mit Fieber Zuhause und ist nun ein Musikschulkind. Er geht zur musikalischen Früherziehung.

Neuentdeckungen

Ich las noch ein zweites Buch im August. Auf Instagram habe ich 25 letzte Sommer von Stephan Schäfer für dich rezensiert. Und ich habe schon wieder eine neue App in mein Herz geschlossen. Sie nennt sich Praktika. Damit spreche ich mit KI-„Menschen“ englisch und französisch. Das macht sehr viel Spaß und ich poliere nebenbei meine Fremdsprachenkenntnisse auf. Ach ja: Ich begann ein Bild zu malen. Motiv: Das Meer – wa sonst ;-). Es ist ein Aquarell und ich krümelte Salz darüber für spannende Effekte.

Meine Erkenntnisse des Monats

  • Ich hätte gerne einen Ausschaltknopf für negative Gedanken
  • Schon eine-Nacht-drüber-schlafen heilt so manchen Ärger
  • Ich möchte Erinnerungen sammeln, anstatt Materielles
  • der Blick aufs Meer eröffnet neue Horizonte
  • Wir sollten viel mehr unsere Wünsche in Ziele umformulieren
  • Welche Frage sollte ich mir einmal stellen?
  • Ich wünsche mir für den Beruf extra Nachdenktage, die man spontan nehmen kann
  • Marmelade zu machen erfüllt mich, weil ich ein greifbares Ergebnis dabei habe
  • Ich spüre Erfüllung im kreativen Tun und bin voller Tatendrang
  • Wenn man entspannt ist, hat man ein Stressschutzschild
  • Motivierte Schüler – motivierte Steffi
  • In stressfreien Zeiten bin ich anderen zugewandter
  • Ich bin zur Zeit sehr „bei mir“ und brauche keine Bestätigung von außen
  • Mit Ü40 schiebt man nichts mehr auf die lange Bank. Ich möchte das Leben auskosten
  • Ich bin Scannerin, beziehungsweise vielseitig und muss mich ausprobieren, dabei fühle ich mich lebendig
  • Ärger wird größer, wenn man ständig darüber redet
  • Da ist was in mir, was raus will
  • Ich habe es geschafft, etwas schnell loszulassen und neu zu denken
  • Ich kann darauf vertrauen, dass ich immer gute Ideen habe
  • Auch negative Geühle müssen gefühlt werden und können mich weiterbringen
  • Ich bin unheimlich einsam
  • Arbeit kann „Privatsorgen“ übertünchen
  • Ich liebe das Landleben

Blogbeiträge des Monats

Neben meinem Monatsrückblick vom Juli 2025 erblickten noch folgende Artikel das Licht der Tastatur:

Der Mythos vom immer produktiven Leben

Was ich als Mutter und Bloggerin für Selbstfürsorge bewirken möchte

Warum Journaling gerade heute so wichtig ist für uns Frauen!

Scanner-Persönlichkeit oder einfach nur vielseitig interessiert? Auf der Suche nach meiner Schublade

Journaling mit dem Mond

Journaling mit dem Mond

Kürzlich nahm ich eine ganz eigenartige Stimmung in mir wahr. Ich fühlte mich entspannt und in mir ruhend. Aber gleichzeitig spürte ich eine eigenartige innere Unruhe, wie ein Getriebensein. Aufbruchstimmung!

Als ich von dieser Beobachtung auf meinem Instagramprofil berichtete, bekam ich mehrere Nachrichten. Es ging einigen Followern ähnlich wie mir. In den Chats war häufig die Rede vom Mond (es war gerade die Zeit des Neumonds) und von kosmischen Einflüssen. Das ließ mich nicht los! Sollten meine seltsamen Gefühle wirklich damit zusammenhängen?

Der Mond hat mich schon immer fasziniert. Ich kann mich noch an so manche schlaflose Nachtstunden in meiner Kindheit erinnern. Oft stand ich dann am Fenster meines Kinderzimmers und besah den Mond. Ich fand die dünne Sichel wunderschön, aber auch, wenn er hinter Wolken verschwand und dann wieder auftauchte. Oder wenn er voll war, „rund und schön“ und ich seine Krater erkennen konnte. „Der Mond ist aufgegangen“ war eines meiner liebsten Schlaflieder. Die melancholisch-ruhige Melodie gefällt mir noch heute.

Ich begann, mich ein wenig über unseren Erdtrabanten und dessen Einfluss auf uns Menschen zu belesen (meine Scanner-Persönlichkeit kickte wieder voll rein ;-)).

Was ich schon vorher wusste

Ein Mondzyklus dauert 29 Tage und damit in etwa so lang, wie der Menstruationszyklus einer Frau. Zugleich erreicht er damit fast die Länge unserer kalendarischen Monate. Er erzeugt die Gezeiten der Meere. Angeblich wachsen die Pilze bei zunehmendem Mond besser und er beeinflusst scheinbar unseren Schlaf. Zumindest schlafen viele Menschen bei Vollmond schlechter.

Das habe ich neu gelernt

Studien finden keine durchgehenden Beweise dafür, dass der Mond unsere Gefühle, unseren Schlaf oder unser Verhalten beeinflusst. Schade!

Einige Studien geben wohl Hinweise darauf, dass Menschen in Vollmondnächten schlechter schlafen, aber es gibt auch Untersuchungen, die das widerlegen. Oftmals sind es selbsterfüllende Prophezeiungen: „Ach, heute ist Vollmond! Da werde ich bestimmt Schlafprobleme bekommen.“ Zack! Problem da :-)!

Unterm Strich bleibt: Für die Biologie des Menschen spielt der Mond keine so klare Rolle wie Tageslicht, Hormone oder einfach der ganz normale Alltagsstress.

Mein Weg zum Mond

Rein wissenschaftlich betrachtet ist der Mond vielleicht weniger ein kosmischer „Schalter“, der unsere Gefühle und unser Denken steuert, wie Ebbe und Flut, sondern vielmehr ein Symbol am Himmel. Er erinnert mich an Rhythmen, an Wandel, an den ständigen Wechsel von Fülle und Leere. Diesen Zyklus nutzen viele Menschen. Es gibt zum Beispiel Bücher, die das „Gärtnern mit dem Mond“ erkären. Der Mond kann also eine Orientierungshilfe sein und als Kompass für Prozesse dienen. Ich bin nicht sonderlich bewandert in Astrologie, Esoterik und angrenzender Fachgebiete, aber ich lehne es auch nicht ab. Nur weil es keine Beweise gibt, muss etwas nicht stimmen. Warum dann den Mondzyklus nicht für sich nutzen?

Journaling mit den Mondphasen

Ein Mondzyklus ist eine „Miniatur-Version des Lebens“, weil sich in ihm alles wiederholt: Beginn, Wachstum, Höhepunkt, Rückzug, Stille. Ich habe Lust, die einzelnen Phasen zur Selbstreflexion zu nutzen. Da ich das Journaling für mich entdeckt habe, habe ich mir für jede Mondphase passende Fragen überlegt.

🌑 Neumond – Neubeginn

Alles ist dunkel, der Himmel leer. Eine Einladung zum Rückzug. Es ist der perfekte Moment, innezuhalten und sich zu fragen: Was möchte ich in mein Leben einladen? oder Welches Ziel habe ich?

🌒 Zunehmende Sichel – erste Schritte

Die Sichel taucht auf. Jetzt geht es darum, den ersten Schritt zu tun. Was kann ich heute tun, um anzufangen?

🌓 Halbmond– Vorankommen

Licht und Schatten stehen sich gegenüber. Ist der Mond halb voll, oder halb leer? Komme ich meinem Ziel näher? Gibt es Stolpersteine auf meinem Weg?

🌔 Zunehmender Mond – Wachstum

Die helle Fläche wird größer. Energie und Tatkraft nehmen zu. Jetzt ist die Zeit, in Bewegung zu bleiben, Dinge weiterzuentwickeln, Unterstützung zu suchen oder das eigene Licht stärker zu zeigen. Welche Erfolge sehe ich? Welche Schritte liegen jetzt noch vor mir?

🌕 Vollmond – Fülle und Intensität

Der Mond leuchtet in voller Kraft. Der Höhepunkt der Energie ist erreicht. Werde ich mein Ziel erreichen? Wovon habe ich zuviel?

🌖 Abnehmender Mond – Loslassen

Das Licht zieht sich zurück. Jetzt geht es darum, Ballast abzugeben. Loslassen bedeutet nicht Verlust, sondern Platz schaffen für das, was kommen kann. Vielleicht brauche ich weniger Energie, weil das Projekt läuft. Welche Dinge kann ich loslassen?

🌗 Halbmond– Abschluss

Wieder ist Halbmond, diesmal im Abnehmen. Diese Phase lädt mich ein, zum Ende zu kommen, offene Fäden zu knüpfen, vielleicht Gespräche zu führen, einen Punkt zu setzen. Was habe ich erreicht? Was muss ich noch tun, um abschließen zu können?

🌘 Abnehmende Sichel – Rückzug

Die Energie geht weiter zurück. Es wird ruhiger. Zeit, um sich auszuruhen und ein Fazit zu ziehen. Was kann ich tun, um zur Ruhe zu kommen? Bin ich zufrieden mit meinem Weg? Was kann ich beim nächsten Mal anders machen?

Was bringt DIR das im Alltag?

Jetzt kannst du natürlich sagen: Schön und gut – aber was soll ich mit all dem anfangen, wenn ich eigentlich nur wissen will, ob ich bei Vollmond schlechter schlafe? Die Antwort ist einfach: Gar nichts, wenn es dir nichts gibt!

Aber vielleicht reizt dich der Gedanke, den Mondzyklus als Symbol für dein eigenes Leben zu nutzen. Du musst dafür nicht an kosmische Strahlungen glauben. Es reicht, die Phasen als Erinnerung zu sehen: Dass alles seine Zeit hat und alles in Bewegung ist. Dass es Momente gibt für Neuanfang, für Wachsen, für Klarheit und auch Momente für Rückzug, Loslassen, Abschied.

Vielleicht möchtest du die Leitfragen als Journalingprompts nutzen, um dir ganz bewusst zu den passenden Mondphasen Zeit für Selbstreflexion zu nehmen? Vielleicht helfen dir meine Impulse, um ein Ziel zu verfolgen? Probiere es gerne aus. Ich freue mich, wenn du mir deine Erfahrungen mitteilst. Hier findest du einen Mondkalender, damit du gleich starten kannst.


Scanner-Persönlichkeit oder einfach nur vielseitig interessiert? Auf der Suche nach meiner Schublade

Es gibt Menschen, die schon mit fünf wussten, was sie später werden wollen. Sie haben einen roten Faden in ihrem Leben, ziehen eine klare Linie, werden Ärztin, Tischler oder Jurist und bleiben es. Oder sie suchen sich schon frühzeitig ein Hobby. Und bleiben diesem treu.

Und dann gibt es Menschen wie mich. Ich empfand die Frage nach meinem Berufswunsch als Jugendliche als Bedrohung. „Rentnerin“ antwortete ich immer, um damit meine Ahnungslosigkeit witzig zu überspielen. Und ich spielte auch nur deshalb so ausdauernd Flöte, weil meine Mutter mich immer wieder dazu ermunterte. Wenn es nach meiner Lust gegangen wäre, hätte ich glaube ich schon nach wenigen Jahren das Handtuch geschmissen, weil es micht nicht mehr reizte. Nur: Bin ich deswegen gleich eine „Scanner-Persönlichkeit“? Oder einfach nur vielseitig interessiert?

In den letzten Jahren bin ich immer wieder über den Begriff „Scanner“ gestolpert. Mal klang das wie eine Diagnose, mal wie ein geheimes Talent. Also habe ich mich auf Spurensuche begeben.


Was bedeutet Scanner-Persönlichkeit überhaupt?

Der Begriff wurde von Barbara Sher geprägt und beschreibt Menschen, die nicht „die eine große Leidenschaft“ haben, sondern viele. Scanner springen nicht wahllos von A nach B, sondern sie sind neugierig, schnell begeistert, lieben Abwechslung und wollen sich nicht dauerhaft auf nur ein Feld beschränken.

Das bedeutet: Scanner sammeln Wissen, probieren neue Dinge aus, denken vernetzt und sind häufig die Ersten, die eine neue Idee sehen und ausprobieren.
Auf eine schnelle Phase des Wissenserwerbs, folgt oft ein Abfall des Interesses. Aber da lauert ja schon das nächste spannende Abenteuer!

„Man wechselt nicht ständig seine Interessen“, antwortete meine Mutter mir immer, wenn ich ihr beispielsweise früher erzählte, das eine Freundin die Bio-AG in der Schule verlassen hat, oder die Christenlehrestunde schwänzte, weil sie lieber zum reiten ging.

Dinge nicht durchzuhalten, oder nicht zum Ende zu bringen, war ein Makel, das lernte ich schnell.


Vielseitig interessiert vs. Scanner – wo ist der Unterschied?

Vielleicht bist du einfach ein Mensch mit vielen Interessen. Vielleicht bist du aber auch ein „klassischer“ Scanner. Die Grenze ist fließend.

  • Vielseitig interessiert: Du hast einige Hobbys, vielleicht wechselnde Interessen, aber du kannst dich auch gut länger auf ein Thema konzentrieren. In der Literatur liest man ganz häufig den Begriff „vielbegabt“. Ich mag dieses Wort in diesem Zusammenhang nicht so gerne. Nur, weil ich mich für ein Thema sehr interessiere, heißt das noch lange nicht, das ich auf diesem Gebiet auch begabt bin.
  • Scanner-Persönlichkeit: Du fühlst dich eingeengt, wenn du dich nur auf ein Feld beschränken sollst. Du bist oft schneller satt an einem Thema und brauchst den Wechsel, um dich lebendig zu fühlen.

Im Job bin ich konstant, zuverlässig, tief drin im Thema. Ich bilde mich gerne weiter und versuche, Dinge zu optimieren. Ich arbeite schon seit mittlerweile zehn Jahren in ein und dem selben Unternehmen.

Privat bin ich hingegen springend, erforschend, hungrig nach Neuem. Aktuell vertiefe ich mein Wissen in der englischen und französischen Sprache und lerne dänisch. Ich lese gerne, blogge, journale und male. Ich fotografiere Insekten und koche Marmelade aus den Früchten unseres Gartens. Auf Instagram bin ich ebenfalls aktiv.

Also: Was nun? Bin ich Scanner, oder vielseitig? Vermutlich eine Mischung aus beidem. Ich habe in Onlinetests mal das eine, mal das andere Ergebnis bekommen.


Typische Kennzeichen eines Scanners

Ob man sich nun „Scanner“ nennt oder nicht – ein paar Eigenschaften tauchen immer wieder auf:

  • Neugier: Scanner wollen verstehen, ausprobieren, erleben.
  • Schnelles Lernen: Sie steigen leicht in neue Themen ein.
  • Breites Wissen: Über viele Felder verteilt – manchmal auf Kosten der Tiefe.
  • Kreativität: Scanner denken ungewöhnlich, vernetzen scheinbar Fremdes.
  • Enthusiasmus: Sie sind voller Energie, wenn sie ein neues Thema entdecken.

Diese Merkmale sind kein Stempel, sondern eher eine Tendenz. Vielleicht findest du dich in einigen wieder?


Vorteile einer Scanner-Persönlichkeit

Es gibt viele Dinge, die Scanner gut können:

  • Vielfalt im Denken: Scanner sehen Lösungen, auf die andere nicht kommen.
  • Flexibilität: Sie können sich schnell umstellen, wenn sich etwas ändert.
  • Kreative Verbindungen: Sie kombinieren Wissen aus unterschiedlichen Bereichen.
  • Lebensfreude: Neugier hält jung, neugierig macht lebendig.
  • Ressourcenreichtum: Wer in vielen Feldern zuhause ist, hat viele Anknüpfungspunkte.

Manchmal fühlen sich Scanner wie zwischen den Stühlen. Als fehle ihnen ein fester Anker. Aber oft ist genau das ihr Geschenk: Ihr vielseitiges Interesse macht sie flexibler, als andere „festgefahrene“ Menschen.


Herausforderungen im Alltag

Natürlich hat alles zwei Seiten. Als Scanner oder vielbegabter Mensch kennt man vielleicht diese Stolperfallen:

  • Überforderung: So viele Ideen, so wenig Zeit.
  • Unruhe: Nie das Gefühl, irgendwo „anzukommen“.
  • Selbstzweifel: Der Gedanke, nicht „tief genug“ zu sein.
  • Fremdzuschreibungen: „Du bist sprunghaft“, „Du kannst dich nicht entscheiden“.
  • Zeitmanagement: Projekte anfangen macht Spaß – Projekte beenden weniger.

Ich selbst kenne das: Im Kopf ein Feuerwerk an Ideen, auf dem Schreibtisch und im Haushalt To-do-Listen, im Herzen eine Mischung aus Begeisterung und Frust, weil ich nicht alles unter einen Hut bringe.


Mein eigener Platz ist irgendwo dazwischen

Nach meinen Tests und Erfahrungen komme ich zu dem Schluss: Ich bin weder Vollblut-Scanner noch einfach nur vielseitig. Ich bin etwas dazwischen. Vielseitig interessiert, neugierig, manchmal zerrissen, oft inspiriert.

Vielleicht ist das die eigentliche Wahrheit: Ich brauche nicht zwingend eine Schublade, mir reicht ein bunt beklebtes Regal 😉 Ob Scanner, Vielseitige oder irgendwas dazwischen: Mir doch wurscht!


Mein Fazit

Es gibt mehrere Begriffe mit ihren ganz eigenen Beschreibungen: Scanner, vielbegabt, vielseitig. Am Ende geht es weniger um den Begriff, sondern um die Gemeinsamkeiten: Wir sind Menschen, die sich schnell für neue Dinge begeistern, gerne neues lernen und sich nicht in Schubladen stecken lassen. Vielleicht ist genau das der wahre Kern: Wir müssen gar nicht die perfekte Schublade finden, denn wir sind so vielseitig, wie unsere Interessen.

Hast Du schon deine Schublade, oder dein Regal gefunden? Bist Du ebenfalls vielseitig, oder bleibst du lang andauernd wenigen Themen treu?


Warum Journaling gerade heute so wichtig ist für uns Frauen!

Was ist Journaling überhaupt?

„Mit Journaling erreichst du Ecken im Hirn, da kommst du mit Nachdenken gar nicht hin“. Dieser Satz fiel mir ein, als ich zuletzt tiefer darüber grübelte, was Journaling eigentlich ist. In meinem Blogbeitrag Journaling: Wie ich es mache und was es mir bringt habe ich genau erklärt, was Journaling ist und ich gebe Tipps für Beginner. (Spoiler: Nein, es ist kein langweiliges Tagebuchschreiben damit gemeint!)

Warum ist Journaling heute so wichtig für Frauen?

Vielleicht hast du manchmal so viele Tabs in deinem Gehirn offen, dass du dich kaum noch daran erinnern kannst, was du eigentlich letztes Wochenende getan hast. Oder dir fallen abends im Bett noch hundert Dinge ein, über die du nachdenken musst. Gesprächsfetzen, ein Konflikt im Team auf Arbeit, der anstehende Kindergeburtstag…

Uns Frauen (natürlich gibt es auch Männer, die das betrifft) wird in unser schnelllebigen Zeit viel abverlangt. Im Beruf gilt es, allzeit eine gute Leistung zu zeigen. Der Haushalt macht sich entgegen eines alten deutschen Schlagers nicht von allein und dann muss Frau ja auch noch was für ihre Schönheit und Gesundheit tun, sich um die Kinder oder zu pflegende Angehörige kümmern, den nächsten Urlaub planen, den Termin für den Zahnarzt verschieben, im Eltern- oder Gemeinderat präsent sein und der Garten braucht auch seine Zeit… Kurz: Unsere To-Do-Liste scheint unendlich lang zu sein und für uns selber bleibt oft nur sehr wenig Zeit übrig. Doch gerade wenn wir so viele Bälle gleichzeitig in der Luft jonglieren, ist es wichtig, dass wir mit beiden Beinen guten Bodenkontakt haben, um uns ausbalancieren zu können. Eine gute Jonglage benötigt eine in-sich-ruhende und belastbare Jongleurin.

Und da kommt Journaling ins Spiel! Was? Noch ein Ball mehr? So könnte es im ersten Moment aussehen. Das Journaling ist aber kein weiterer Punkt auf der To-Do-Liste, sondern eine Art Anker, um dich in Balance zu halten. Es dient dazu, dass du dich auf dich selbst konzentrieren kannst, um mit deinen Bällen sicher umgehen zu können. Es sorgt gewissermaßen für den Bodenkontakt, den du brauchst.

Wir leben nicht nur in einer schnelllebigen Zeit, sondern auch in einer Zeit der „unbegrenzten Möglichkeiten“. Gerade wir Frauen in der westlichen Welt haben unheimlich viele Auswahlmöglichkeiten und können unser Leben sehr individuell gestalten. Die vielen Optionen können uns allerdings auch sehr verwirren. Eine Entscheidung zu treffen, ist schwer. Soll ich vielleicht doch noch nebenbei studieren? Ist es richtig, das Kind an einer anderen Schule anzumelden? Kaufe ich lieber das rote, oder das blaue Kleid? Soll ich zum Yogakurs, oder bleibe ich doch beim Tennis? Ständig legt uns das Leben neue Möglichkeiten vor die Füße und gleichzeitig wird der Lärm um uns herum immer größer. Wir müssen immer häufiger Entscheidungen treffen, aber haben gleichzeitig immer weniger Ruhe dazu. Also ob wir angestoßen oder anderweitig abgelenkt werden bei unserer Jonglage!

Beim Journaling wird die Welt leiser. Handschriftlich zu schreiben dauert seine Zeit und erfordert Konzentration. Unser Hirn wird deshalb gezwungen, langsamer zu werden. Gedanken können sich ordnen oder erweitern. Manchmal auch verdichten. Während wir schreiben – also aktiv etwas tun – können wir zudem unser nach Produktivität schreiendes Naturell überlisten. Denn wir tun ja was! Und zwar für uns.

Journaling hilft beim Reflektieren. Man lernt sich und seine Bedürfnisse besser kennen. Und nur wenn man weiß, wer man ist und was man braucht, kann man seine Bedürfnisse auch kommunizieren und versuchen, sie zu decken. Zudem fällt es leichter, Entscheidungen zu treffen. Wenn die Jonglage nicht so richtig klappt, ist es wichtig zu wissen, warum. Nur so wird man Erfolge haben.

Welche Rolle wird Journaling in der Zukunft spielen?

Unsere Welt wird sich voraussichtlich nicht langsamer drehen. Und unsere Auswahlmöglichkeiten werden sich auch nicht verringern. Mehr und mehr werden wir zugemüllt mit Informationen und Fake News. Die KI wird immer mehr unser Leben bestimmen und es wird schwierig werden, zwischen „richtig“ und „falsch“ zu unterscheiden. Selber zu denken wird immer wichtiger werden. Journaling kann uns dabei eine große Hilfe sein. Um bei sich zu bleiben. Und um ein wenig das Tempo aus dem Alltag zu nehmen. Um Entscheidungen zu treffen und auch, um nichts zu vergessen. Ich hatte 2011 eine Lebenskrise. Mir widerfuhr damals viel Ungerechtigkeit und ich hatte teilweise haarsträubende Erlebnisse. Ich journalte damals noch nicht und bereue das heute. „Du kannst ein Buch schreiben“, hörte ich in dieser Zeitspanne häufig. Leider habe ich in dieser Ausnahmesituation vieles verdrängt und vergessen. Ich bin mir sicher, dass Erinnerungen verblassten und ich so manche Dinge heute anders betrachte, als sie wirklich waren. Hätte ich damals darüber geschrieben, könnte ich heute meine Erinnerungen mit der Realität und meiner damaligen Lebenswelt abgleichen.

Wenn ich es schon nicht schaffe, mich an Begebenheiten von damals zu erinnern, wie sollen dann meine Kinder erst über mich und mein Leben bescheid wissen? Über mein heutiges (Er)leben kann ich anhand meiner Aufzeichnungen in der Zukunft nachlesen. Was habe ich getan und gefühlt? Warum habe ich welche Entscheidung getroffen? Was hat mich beschäftigt? Eventuell werden meine Zeilen auch meinem Nachwuchs später einmal zugänglich.

Wenn Du heute anfängst zu journalen, kannst du in Zukunft davon profitieren. Du kannst gewissermaßen deine Jonglage-Tricks notieren, aber auch welche Dinge vielleicht zum verlieren eines Balles geführt haben. So kannst du deine Resilienz steigern und entwickelst dich weiter.

Journaling hilft dir also heute und in der Zukunft.

So fängst du mit Journaling an!

Du weißt nicht, ob Journaling etwas für dich ist? Das kannst du herausfinden! In meinem Beitrag Journaling: Wie ich es mache und was es mir bringt ist auch eine kleine Anleitung zum ausprobieren dabei. Viel Spaß!

Was ich als Mutter und Bloggerin für Selbstfürsorge bewirken möchte

Dies ist nicht mein erster Was-will-ich-bewirken-Artikel. Im Jahr 2023 hatte ich darüber schon einmal einen Beitrag geschrieben. Damals war ich selbstständig als Social-Media-Mentorin und Logo-Gestalterin für leise selbstständige Frauen. Ich wollte bewirken, dass diese Frauen mit ihrem Business sichtbar werden. Dass sie „ihren Teil vom Kuchen abbekommen“. Mein Sinn für Gerechtigkeit trieb mich an!

Obwohl ich mein kleines Business mittlerweile an den Nagel gehängt habe (die Gründe dafür findest du hier), habe ich meinen Gerechtigkeitssinn nicht verloren.

Wie du in der Überschrift lesen kannst, haben sich die Themen dieses Bloges gewandelt. Was ich als Mutter und Bloggerin für Selbstfürsorge bewirken möchte, erfährst Du nun, zwei Jahre nach meinem ersten Beitrag, noch einmal neu.

Was ich als Mutter bewirken möchte

Meine eigene Mama hat drei Töchter. Ich bin das Sandwichkind. Ich erlebte meine Kindheit in einem traditionellen Rollenmodell. Papa brachte das Geld heim, Mutter war Hausfrau und kümmerte sich um den Haushalt und uns Kinder. Es befriedigte sie nicht. Oder sagen wir mal so: Ich glaube schon, dass sie es genoss, nicht mehr als Krankenschwester tagtäglich auf Arbeit gehen zu müssen. Aber sie machte keinen Hehl daraus, dass wir Kinder und Papa ihre Karriere beendet hatten. Neben ihrer Arbeit als leitende OP-Schwester hatte sie nämlich auf der Abendschule extra noch ihr Abitur gemacht, um danach Medizin zu studieren. Daraus wurde nichts. Nun ist es ja nicht so, dass sie nichts leistete. Aber ihre Arbeit als Mutter und Hausfrau blieb unbezahlt und ungesehen. Sie engagierte sich zusätzlich ehrenamtlich. Zum Beispiel übernahm sie den Kindergottesdienst und sie pflegte ihre beiden Eltern. Was ihr fehlte, war Anerkennung! Und Zeit! Wie oft mussten wir Kinder uns anhören, dass sie weder zum lesen, noch zum stricken kam. Ihre Me-time war arg begrenzt.

Natürlich prägte mich mein damaliges Erleben. Ich möchte als Mutter von meinen zwei Söhnen deshalb anders wahrgenommen werden. Ich möchte erreichen, dass sie mich nicht als alleinige Herrscherin über Kochtopf und Staubsauger erleben. Ich möchte, dass sie sehen, dass auch ein Mutter Bedürfnisse hat. Bestenfalls profitieren dann ihre Partnerinnen auch davon. Und ich will bewirken, dass sie wissen, wie Selbstfürsorge funktioniert. Ich nehme mir aktiv und sichtbar Zeit für mich und meine Hobbies und lebe es ihnen vor. Selbstfürsorge ist nichts, was man sich erst verdienen muss. Weder als Mann, noch als Frau. „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, ist ein Sprichwort, was ich als Kind sehr oft gehört habe. Aber ich bin der Meinung, dass man erst richtig arbeiten kann, wenn es einem gut geht. Für mich sind Arbeit und Entspannung mindestens gleich wichtig.

Was ich als Bloggerin bewirken möchte

Wie schon oben geschrieben, habe ich einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Nicht nur ein ausgeglichenes Verhältnis der alltäglichen Care-Arbeit in der Familie ist mir wichtig, sondern auch, dass wir Frauen (und Mütter) gesehen werden und selbstbewusst für uns und unsere Bedürfnisse einstehen. Früher verhalf ich „leisen“ Unternehmerinnen zu Sichtbarkeit, heute hat sich meine Zielgruppe gewandelt. Ich schreibe über Selbstfürsorge, Journaling, Resilienz, Mutterschaft und Selbstreflexion. Ich möchte erreichen, dass wir Frauen uns wichtig nehmen und uns mit uns selber auseinandersetzen. Wir können unseren Bedürfnissen nur Ausdruck verleihen, wenn wie sie selbst erkennen. Viele meiner Beiträge sind sehr persönlich. Ich möchte damit andere Frauen inspirieren und ermutigen, sichtbar zu werden und aktiv ihre Meinung zu vertreten. Es gibt immer noch so viele Frauen, die unzufrieden mit ihren Lebensumständen sind. Die unter dem Mental Load des Familienalltags stöhnen. Die sich ständig hinten anstellen. Und trotzdem nichts daran ändern. Weil sie keine Kraft dazu haben, oder es einfach so hinnehmen. Denen möchte ich ein Vorbild sein, dass es sehr wohl möglich ist, aus dem Hamsterrad auszusteigen, oder zumindest kleine Schritte in Richtung „mehr-ich“ zu gehen.

Du möchtest wissen, wie ich Selbstfürsorge in den Familienalltag integriere? Dann lies gerne meinen Beitrag Warum mir Selbstfürsorge wichtig ist und wie ich sie einfach in den Alltag integriere

Monatsrückblick Juli 2025

Der Juli war vollgepackt mit Koffern, Neuentdeckungen und Erlebnissen. Ich habe ihn genossen! Und das lag nicht nur an unserem Dänemarkurlaub…

Der Monat begann erst einmal nicht so freudig, denn der Kleine war krank! Er hatte Fieber ohne irgendwelche anderen Symptome und ich war mit ihm Zuhause. Das war aber nicht weiter schlimm, denn wir hatten ja ohnehin Sommerferien. Demzufolge war bei mir auf Arbeit wenig los und ich habe dort nicht viel verpasst. Ab dem 9. Juli hatte ich dann Urlaub.

Alles neu macht der Mai Juli

Meine wohl wichtigste Erkenntnis des Monats war, dass ich unheimlich kreativ, begeisterungsfähig und offen für Neues bin, wenn die Belastung der Erwerbsarbeit sinkt. Da dies der Fall war, habe ich einige Neuentdeckungen gemacht:

  • Obsidendify, eine App, mit deren Hilfe man Pflanzen, Pilze und Tiere bestimmen kann. Super interessant und lehrreich!
  • VIB Ich bin eine very important Bloggerin – da ich mich bei Judith Peters‘ neuer Blogger-Community angemeldet habe. Ich folge Judith schon einige Jahre und sie hat nun ein Programm aus dem Boden gestampft, bei ich jede Woche eine unverbindliche Blogthemaempfehlung erhalte. Ich möchte es schaffen, 52 Blogartikel in einem Jahr zu schreiben. Mal sehen, ob das klappt!
  • Duolingo Wir waren dieses Jahr bereits das fünfzehnte Mal im Urlaub in Dänemark und ich kann die Sprache immer noch nicht sprechen! Mit Hilfe der App Duolingo möchte ich meine dänischen Sprachkenntnisse voran bringen.
  • Nature Journaling Ich liebe die Natur, zeichne und journale gerne. Nature Journaling verbindet alle drei Interessen. Also durfte dieses Buch und ein neues Journal bei mir einziehen und ich habe im Urlaub auch schon angefangen, die erste Seite zu füllen.
  • Immer am Meer entlang Ein Buch, was mich seeeeehr inspiriert hat und gaaaaaanz eventuell einen neuen Wunsch in mir geweckt hat. Ich denke und hoffe, du wirst bald mehr von mir darüber lesen.
  • Lisa Scheler – Malpause Ein kleiner, aber feiner Malkurs, der mich eigentlich wieder ein bisschen in meine Zeichenkreativität bringen sollte. Ich habe ihn aber im Urlaub vernachlässigt und muss ihn noch weiter durcharbeiten

Urlaub in Dänemark

Wie oben schon geschrieben weilten wir bereits das fünfzehnte Mal in Dänemark. Es war wie immer wunderschön ruhig dort und zu unserem Erstaunen auch deutlich wärmer, als zur gleichen Zeit in Deutschland. Wir wohnten diesmal in Slettestrand, Norddänemark. Besonders gut hat mir dort unser naturnaher Garten am Ferienhaus gefallen. Ganz häufig besuchten wir die schönen Strände der Nordsee und vom Limfjord zum baden, Füße kühlen und zum Muscheln suchen. Nirgends können wir so schön entschleunigen, wie dort!

Dinge, die ich im Urlaub anders gemacht habe

Wie war das? Alles neu macht der Juli?

Tatsächlich habe ich im Urlaub so einiges anders gemacht, als im Alltag. Auch dort war ich also offen für Neues. Und es tat so gut!

  • Wir saßen abends viel draußen
  • Ich habe im Regen geduscht
  • Ich bin viel barfuß gelaufen
  • Ich habe gemalt
  • Ich trug keine Jeans und habe sogar Kleider angehabt. Ich fühlte mich so frei! Ein ganz neues Körpergefühl!
  • Wir schauten abends Filme

Vielleicht sollte ich einige dieser Neuheiten auch in den heimischen Alltag integrieren?

Was sonst noch geschah

  • Ich las das Buch Ava liebt noch fertig und schrieb auf Instagram eine Rezension darüber
  • Meine Steuererklärung machte ich ziemlich spontan. War gar nicht so schlimm. Warum schiebt man das dann trotzdem so lange vor sich her?
  • Unser großer Sohn war zu den Großeltern verreist
  • Ich habe (ebenfalls sehr spontan) meine Haare um vielleicht zwanzig Zentimeter kürzen lassen. Nun kann ich wieder einen Pferdeschwanz tragen. Ein ganz neues Kopfgefühl, sage ich dir!
  • Mit einer Kollegin machte ich einen ausgedehnten Cafe-Besuch. Schön war’s!
  • drei Gläser Stachelbeermarmelade und sieben Gläser Sauerkirsch-Bananenmarmelade habe ich gekocht

Meine Erkenntnisse des Monats

  • Die Zeit vergeht!
  • Ich brauche nach intensiverem Menschenkontakt Zeit für mich, sonst bin ich genervt!
  • Manchmal kann man nicht helfen – nur beobachten.
  • Der größte Stressfaktor ist die Erwerbsarbeit. Das merkt man aber erst, wenn man zur Ruhe kommt.
  • Manche Erfahrungen kann man „seinem“ Teenager nicht ersparen. Das ist schwer!
  • Gartenzeit=Seelenzeit
  • Genießen ist etwas aktives! Man muss es sich selber schön machen.
  • Jeder hat andere Prioritäten im Leben
  • Jedes neue Interesse ermöglicht mir neues Wissen – lässt sich mitenander verknüpfen
  • Ich entdecke ständig Neues. Das macht mich reich!
  • Schreiben ist ein Quell der Freude
  • Seid vorsichtig mit euren Worten!
  • Man darf nicht jede Abweichung pathologisieren!
  • Du hast immer eine Wahl!
  • Dankbar, gesund zu sein!
  • Reisen ist ein Privileg
  • Ich bin.
  • Warum wärst du gerne mit dir befreundet?
  • Abseits bekannter Routen warten manchmal neue Erlebnisse und Erfahrungen
  • Bedürfnisse auszusprechen hilft, sie zu erfüllen
  • Manches scheint anders, als es ist.
  • Ich bin „leer gedacht“ – Freiheit im Kopf!

Meine Blogbeiträge des Monats

Neben meinem Monatsrückblick Juni 2025 veröffentlichte ich noch vier andere Blogbeiträge.

Journaling: Wie ich es mache und was es mir bringt

Meine To-want-LUste für das 3. Quartal 2025

5 Gründe, warum ich Journaling liebe

8 Dinge, die passieren, wenn du deine Selbstfürsorge vernachlässigst

Ich glaube, der Juli wird mit Sicherheit einer der schönsten Monate des Jahres 2025 sein. Ich bin immer noch ganz beseelt von ihm!

Der Mythos vom immer produktiven Leben

Früher sagte mein Mann ganz häufig am Ende der Wochenenden: „Toll, was wir wieder alles am Wochenende geschafft haben.“

Mich irritierte dieser Satz jedes Mal, wenn er ihn aussprach. Seit wann ist ein Wochenende nur dann gut, wenn man etwas „schafft“? In meiner Kindheit war das Wochenende da, um sich zu erholen und um als Familie eine gute gemeinsame Zeit zu verbringen.

Ich habe damals zum ersten Mal gemerkt, wie sehr dieses Leistungsdenken unser Leben durchzieht. Wir maßen sogar freie Zeit an To-do-Listen. Selbst am Wochenende galt es, die Tage zu nutzen, um irgend etwas zu erledigen.

Jetzt, auf der Heimfahrt vom zweiwöchigen Dänemark-Urlaub, meinte mein produktiver-Wochenende-Mann zu mir, dass ich nicht mal im Urlaub unproduktiv sein könne. Tatsächlich habe ich es nicht übers Herz gebracht, mal einen Tag ausschließlich im Ferienhaus zu relaxen. Ich habe meine Familie jeden Tag „rausgescheucht“. Ich war der Meinung, wenn wir am Meer Urlaub machen, dann müssen wir es auch jeden Tag sehen. Ein Nichts-tu-Tag wäre für mich vergeudetete Zeit gewesen. Ich bin also auch nicht besser, als mein Mann!

Wir leben in einer Welt mit der Währung „Produktivität“. Schon Kinder lernen, dass ihr Wert davon abhängt, wie viel sie leisten. Schüler werden mit Hausaufgaben übers Wochenende „bedacht“, ihre Leistungen werden benotet. Erwachsene verwechseln ihren Kalender mit ihrem Selbstwert. Ein faules Wochenende? Wie langweilig! Da wird der Dachboden entrümpelt, nach Rezepten für den Kuchenbasar gegoogelt und noch schnell die Präsentation für die nächste Arbeitswoche vorbereitet. Überhaupt: Fleiß ist eine Tugend! Faulheit eine Sünde. Sogar die Selbstfürsorge-Techniken, wie lesen, malen oder spazieren gehen, werden zur Pflicht und mittels Habit Tracker fein säuberlich abgehakt. Sie werden damit zu aktiven und dokumentierten Aufgaben und somit erhalten sie die Legitimation der Nützlichkeit.

Aber was bleibt von uns übrig, wenn wir nur noch funktionieren?


Warum wir glauben, nur als „produktive Menschen“ wertvoll zu sein

Wir sind in einer Leistungskultur groß geworden. Schnell, höher, weiter – das sind nicht nur Schlagworte, sondern Glaubenssätze. Pausen fühlen sich fast verboten an. „Ich habe keine Zeit“, ist für viele ein Statussymbol. Doch dahinter steckt die Angst, dass wir nichts wert sind, wenn wir nicht liefern.

Die permanente Nutzung des Smartphones mit all seinen Apps, schürt dieses Phänomen zusätzlich. Wir vergleichen uns auf Social Media mit Fitness-Influencern, Reise-Profis und Ordnungsprofilen und fragen uns, wie um alles in der Welt es Petra schafft, täglich ein warmes Abendessen frisch zu kochen, oder wann Bärbel monatlich acht Romane liest. Es gibt Apps, die damit werben, die wichtigsten Fachbuchinhalte in fünfzehn Minuten zusammenzufassen. So können Pausen sinnvoll gefüllt werden. Moment! Pausen füllen? Dann sind es doch keine Pausen mehr!

Zwei aktuelle Beispiele für Apps, die ich derzeit nutze und die ebenfalls mit dem Prinzip der Leistungsbelohnung arbeiten: 1. die Sprach-App „Duolingo“. Ich möchte ein wenig dänisch lernen. Lockerflockig, ohne Zwang! Aber die App macht einen Wettbewerb daraus: Ich kann mich mit anderen vergleichen. Schaffen die mehr Lektionen am Tag als ich? Außerdem gibt es einen Tageszähler. Die App möchte, dass ich nicht nur lerne, wenn ich Lust darauf habe, sondern täglich! Zweites Beispiel: Meine App, die ich mir heruntergeladen habe, um Insekten bestimmen zu können, hat eine Rangliste. Je mehr Krabbler ich finde, desto höher steige ich im Ranking.

Ist das alles noch gesund?


Die stille Erschöpfung hinter dem Dauer-Output

Produktiv zu sein fühlt sich lange Zeit gut an. Wir freuen uns über unsere Leistung. Wir bekommen Lob. Das schwierige daran ist aber, dass wir uns an unser Produktionsniveau gewöhnen und es sogar steigern. Fast unmerklich springen wir auf den schneller-höher-weiter-Zug auf. Bis es kippt. Bis wir merken, dass wir zwar viel geschafft, aber uns selbst dabei verloren haben. Die Erschöpfung kommt schleichend und sie zeigt sich oft zuerst in kleinen Dingen: Wir lachen weniger, wir genießen weniger, wir leben mehr auf Autopilot als aus dem Herzen heraus. Die Achtsamkeit verblasst und damit auch die echte Freude am Leben. Vielleicht sind wir dann einfach nur unzufrieden. Irgendwann aber entwickeln wir merkliche Anzeichen unseres Raubbaus. Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Magenschmerzen… Die ganze Bandbreite an Stresssymptomen. Aber auch dann findet bei einigen von uns noch kein Umdenken statt. Anstatt das Tempo vom Hamsterrad zu drosseln, denken wir, wir sind nicht widerstandfähig genug. Wir müssen uns einfach weiter optimieren, um den Anforderungen stand zu halten. Wir buchen deswegen den Yogakurs – zusätzlich!


Wie Selbstfürsorge produktiver ist als jede To-do-Liste

Das Paradoxe ist: Wer sich echte Pausen erlaubt, wer sich ernsthaft um sich kümmert, wird langfristig produktiver. Nicht, weil Selbstfürsorge ein Mittel zum Zweck ist, sondern weil sie uns in Balance bringt. Eine Pause ist kein Stillstand. Sie ist ein bewusstes Auftanken, damit wir klarer denken, besser fühlen und nachhaltiger handeln können.

Schau dir die Tiere an: Löwen schlafen bis zu 20 Stunden am Tag, Katzen liegen herum, als wäre Nichtstun ihre Berufung, und selbst Hunde wissen, wann es Zeit ist, einfach nur in der Sonne zu dösen. Niemand misst ihren Wert daran, wie viele Aufgaben sie erledigen.

Warum erwarten wir das von uns?

Was echte Selbstfürsorge wirklich bringt

Wer sich dem Müßiggang hingibt, wird oft mit Dingen belohnt, die sich nicht planen lassen:
✨ Gedanken, die sich endlich sortieren
✨ Ideen, die aus dem Nichts auftauchen
✨ neue Möglichkeiten und Denkweisen
✨ Ein ungewohnter Fokus auf sich selbst
✨ Die Rückkehr der eigenen Neugier

Nichts davon lässt sich erzwingen. Aber alles davon wächst dort, wo ein Raum dafür erschaffen wird.


Dein persönlicher Anti-Produktivitäts-Moment

Was wäre, wenn du dir heute erlaubst, nicht produktiv zu sein? Wenn du eine selbst gewählte Zeit lang nur da bist – ohne Ergebnis, ohne Ziel? Wenn du einfach mal nur dasitzt, oder etwas tust, ohne am Ende etwas erreicht zu haben? Oder wenn du ganz bewusst etwas nicht tust, was von dir verlangt wird? Wenn du zum Beispiel (wie ich) deinen Duolingo-Streak brichst und mal alle Fünfe gerade sein lässt? Vielleicht merkst du dann, dass der Wert deines Lebens nicht in To-do-Listen gemessen wird, sondern in den Momenten, in denen du dir für dich Zeit nimmst.


Warum ich meinen Kindern ganz bewusst vorlebe, wie Selbstfürsorge geht und was das mit meiner Mutter zu tun hat, erfährst du in meinem Blogbeitrag Warum mir Selbstfürsorge wichtig ist und wie ich sie einfach in den Alltag integriere

8 Dinge, die passieren, wenn du deine Selbstfürsorge vernachlässigst

Gib es zu: Du kümmerst dich viel um andere. Deinen Partner, deine Kinder, deine Eltern, eventuell um Kollegen vielleicht auch um Haustiere oder die ältere Nachbarin. Das ist großartig!

Aber sorgst du auch gut für dich?

Was passiert, wenn du dich selbst immer hinten anstellst?

Selbstfürsorge klingt nach Räucherstäbchen, Spa und Kerzenschein. „Brauch ich nicht“, denkst du vielleicht.

Aber sie ist viel mehr als das: Sie ist die Kunst, sich selbst im Alltag ernst zu nehmen. Wenn du es versäumst, dich um dich selbst zu kümmern, hat das Folgen! Hier sind 8 Dinge, die passieren können, wenn du deine Selbstfürsorge auf die lange Bank schiebst:

1. Dein Akku blinkt rot

Du kennst dieses Gefühl, wenn dein Handy-Akku fast leer ist? Genau so geht es deinem Körper und deinem Geist, wenn du dich nicht um dich kümmerst. Du funktionierst vielleicht gerade so, aber wie lange noch?

2. Dein Geduldsfaden wird zur Zündschnur

Kleinigkeiten bringen dich schneller aus der Fassung. Dinge, die dich sonst kaum stören, fühlen sich plötzlich nervig an. Wenn du keine Pausen machst, reagierst du nicht mehr aus der Ruhe heraus, sondern aus Reiz.

3. Deine Kreativität verlässt dich

Ohne Selbstfürsorge fehlt deinem Kopf Raum für freie Gedanken. Plötzlich fühlt sich alles nach Pflicht an. Dein Körper ist auf „funktionieren“ programmiert. Kreative Ideen haben da keinen Platz. Als ob du Scheuklappen trägst.

4. Dein Körper sendet SOS

Verspannungen, Kopfschmerzen, Magengrummeln, Schlaflosigkeit und sogar Panikattacken: dein Körper redet mit dir, auch wenn du nicht zuhörst. Fehlende Selbstfürsorge ist oft der Anfang von Stresssymptomen, die du nicht ignorieren solltest.

5. Du wirst zur Statistin in deinem Leben

Wenn du immer nur anderen den Vortritt gibst und deine Bedürfnisse hinten anstellst, verlierst du den Platz in der Hauptrolle. Dein Leben fühlt sich irgendwann wie ein Film an, in dem du nur Statistin, oder schlimmer noch: der Caterer bist. Die anderen leben, du schaust zu und umsorgst sie.

6. Deine Gedanken werden grau

Ohne kleine Pausen für dich selbst fehlt oft der bunte Blick auf das Leben. Statt frischer Perspektiven und lebendiger Ideen stapeln sich graue Gedanken und machen deinen Alltag öde.

7. Dein Leben fühlt sich bleischwer an

Wenn du erschöpft bist, verschwindet oft als Erstes das Leichte. Plötzlich fehlt der Blick fürs Absurde, fürs Schöne, fürs Lustige und für kleine Details. Ohne Selbstfürsorge übersiehst du die schönen Dinge des Lebens.

8. Du wirst dünnhäutig

Wenn du dich gut um dich kümmerst, wird wahrscheinlich deine kleine Seele auch eine Art Abprallpolster gegen ungerechtfertigte Kritik oder kleinere Sticheleien haben. Läufst du eh schon am Limit, dringen Konflikte und Stress viel schneller zu dir durch und belasten dich zusätzlich.

Und was nun?

Selbstfürsorge ist kein Luxus. Sie ist ein Lebenselixier, das du brauchst, um bei dir zu bleiben. Schon kleine Rituale, wie ein tiefer Atemzug, ein Spaziergang oder ein paar ehrliche Gedanken im Journal, machen den Unterschied. Sie können verhindern, dass diese 8 Dinge Realität werden.

Warum ich gerade weil ich Mutter bin, meine Selbstfürsorge sehr wichtig nehme, verrate ich dir in folgendem Blogbeitrag: Warum mir Selbstfürsorge wichtig ist und wie ich sie einfach in den Alltag integriere

Wie sorgst du heute für dich?

5 Gründe, warum ich Journaling liebe

Journaling ist mehr, als nur Tagebuch zu schreiben. Journaling ist Persönlichkeitsentwicklung. Ich glaube, wenn man es nicht selber mal ausprobiert hat, kann man nicht nachvollziehen, wie viel das bringt. Ich liebe Journaling und habe fünf Punkte gefunden, warum mir das Journalen so gut tut.

Was ist Journaling überhaupt?

Ich habe einen Blogartikel geschrieben, in dem ich erkläre, was Journaling ist, welche Techniken es gibt und wie du es ganz leicht mal ausprobieren kannst. Schau dir also unbedingt meinen Beitrag Journaling: Wie ich es mache und was es mir bringt an, um mehr darüber zu erfahren.

Jetzt aber zu meinen fünf Gründen, warum ich Journaling liebe:

1. Weil ich gerne schreibe

Ich mag es zu schreiben. Der Denkprozess wird dadurch verlangsamt. Ich bin davon überzeugt, dass es gut fürs Hirn ist, wenn ich meine Gedanken über die Hand nach außen bringe.

Mir fällt es leicht, zu schreiben. Schon in der Schule mochte ich Aufsätze und konnte es nie verstehen, wenn sich Mitschüler beschwerten, dass wir so viel aufschreiben müssen. Es ist für mich eine Art Handwerk, die mir gefällt. So wie andere Freude am Stricken verspüren, mag ich es, wenn der Stift über das Papier gleitet.

2. Weil ich dazu kein Smartphone brauche

Ich mag mein Handy. Wirklich. Und ich habe es sehr, sehr oft in der Hand. Nicht nur zum rumdaddeln auf Instagram, sondern auch für wichtige Dinge. Ich bestelle darüber bei Amazon, schaue nach dem Wetterbericht und den Sprechzeiten vom Hausarzt, beantworte Mails meiner Schüler und so weiter. Ohne Handy wäre ich aufgeschmissen. Oft erzeugt es aber auch Unruhe in mir. Aufgrund der permanenten Verfügbarkeit aller möglichen Informationen, laufe ich halt auch Gefahr, nicht mehr im Moment zu leben. Irgend etwas gibt es immer wichtiges nachzulesen, oder zu recherchieren.

Fürs Journalen benötige ich mein Notizbuch und einen Stift. Ich habe während ich schreibe, schlicht und einfach keine Hand frei fürs Handy. Mein Journal vibriert nicht, es dudelt nicht und nichts, absolut gar nichts lenkt mich von meiner eigentlichen Schreibtätigkeit ab. Eine Wohltat für mein Nervensystem!

3. Weil ich mir währenddessen Zeit für mich nehme

Wenn ich mein Notizbuch in die Hand nehme, weiß der Rest der Familie, dass ich nicht verfügbar bin! Meine ungeteilte Aufmerksamkeit liegt bei mir allein, meinen Gedanken und Gefühlen. Ich fahre dabei automatisch einen Gang runter und meistens wird es ganz still in mir. Ein bewusstes Ankommen bei mir selbst. Es tut mir unheimlich gut, diese Zeit der Selbstfürsorge ganz für mich allein!

4. Weil ich mir damit über vieles klarer werde

Man macht sich ja eigentlich ständig über irgend etwas Gedanken. Aufgrund der vielen To-Dos am Tag, schaffe ich es aber häufig nicht, ein Thema wirklich tief zu beleuchten. Mit Hilfe des Journaling komme ich „der Sache“ meist viel besser auf den Grund. Ich führe damit häufig einen Gedanken zuende, dessen Faden ich im Alltag verloren habe. Dadurch sehe ich meist am Ende klarer. Diese Aha-Erkenntnisse befriedigen mich! Ich liebe Selbstreflexion. Man lernt nie aus. Und man ist glaube ich nie damit fertig, sich kennenzulernen.

5. Weil ich damit Wünsche in Ziele verwandeln kann

Ich nutze Journaling nicht nur als Rückblick zur Selbstreflexion, oder um in Erinnerungen zu schwelgen. Es hilft mir nämlich auch bei der Zukunftsplanung. Sobald ich Wünsche aufschreibe, erhalten sie für mich mehr Bedeutung. In dem Moment sehe ich sie schwarz auf weiß. Sie sind keine Träume mehr, die immer mal wieder meine grauen Zellen streifen. Oft wird mir dann bewusst, dass ich diese Wünsche in die Realität umsetzen möchte und sie verwandeln sich in Ziele. Und Ziele sind planbar. Zack! Schon bin ich in der Umsetzung!

Du siehst, Journaling ist mir wichtig, weil es für mich viele positive Effekte hat. Hast du Lust, es einmal auszuprobieren?