Buchrezension zu „Schwarzer Kater“ von Vanessa Andreadakis

Nach dem Lesen des Selfpublishing-Buches „Schwarzer Kater – Das siebte Leben“ von Vanessa Andreadakis musste ich mich erst einmal „sortieren“, denn die zweite Hälfte des Romans hat so eine hohe Da-passiert-was-Geschwindigkeit, dass es mir nicht möglich war, das Buch zu unterbrechen. Ich wollte wissen, ob sich alles auflöst. Und ja! Es gibt ein Happy End. Eigentlich mag ich frohe Enden gar nicht so, hier war es aber ungemein tröstlich, denn insbesondere der Sohn Steven war mir sehr ans Herz gewachsen. Aber von vorn:

Worum geht es?

Vater und Teenager-Sohn leben zusammen, oder besser gesagt nebeneinander her. Zur Mutter scheint kein Kontakt zu bestehen. Der Vater Marc ist viel beschäftigter Anwalt, der Sohn Steven hat Probleme in der Schule, aber Halt durch seinen Boxlehrer. Immer deutlicher wird, dass Marc aufgrund unbearbeiteter Kindheitstraumata die Maske des erfolgreichen Mannes nicht mehr aufrecht halten kann, während Steven eher unbeabsichtigt in große Gefahr gerät.

Es geht um Unausgesprochenes, Schuld, Gewalt, Drogen, emotional unerreichbare Eltern, aber auch Freundschaft und Vergebung.

Was mir besonders gefallen hat

Die Figuren sind charakterlich sehr gut herausgearbeitet und denken und sprechen sehr natürlich, wobei mir einige der Nebenprotagonisten fast zu perfekt nett waren. Der Roman setzt sich Puzzlestück für Puzzlestück zusammen und ist am Ende eine runde Sache. Spannend ist er außerdem. Im Buch sind Kampfszenen, die ungemein realistisch beschrieben sind. Wie macht man sowas?

Mein Leseeindruck

Irgendwie plastisch. Den Roman könnte ich mir als Film sehr gut vorstellen, wobei der Showdown für meinen Geschmack ein paar zu viele positive Wendungen nimmt. Das Buch ist flüssig zu lesen und der Schreibstil schwankt zwischen klar und direkt und poetisch.

Meine Bewertung

Dieses Buch ist nicht für Feiglinge. Soll heißen: Es fordert emotional. Und nicht nur das: Die Gewaltszenen sind so realistisch beschrieben, dass ich mir am liebsten die Augen beim Lesen zugehalten hätte. Das Buch hat guten Gewissens 4,5 von 5 Sternen verdient.

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