Kürzlich nahm ich eine ganz eigenartige Stimmung in mir wahr. Ich fühlte mich entspannt und in mir ruhend. Aber gleichzeitig spürte ich eine eigenartige innere Unruhe, wie ein Getriebensein. Aufbruchstimmung!
Als ich von dieser Beobachtung auf meinem Instagramprofil berichtete, bekam ich mehrere Nachrichten. Es ging einigen Followern ähnlich wie mir. In den Chats war häufig die Rede vom Mond (es war gerade die Zeit des Neumonds) und von kosmischen Einflüssen. Das ließ mich nicht los! Sollten meine seltsamen Gefühle wirklich damit zusammenhängen?

Der Mond hat mich schon immer fasziniert. Ich kann mich noch an so manche schlaflose Nachtstunden in meiner Kindheit erinnern. Oft stand ich dann am Fenster meines Kinderzimmers und besah den Mond. Ich fand die dünne Sichel wunderschön, aber auch, wenn er hinter Wolken verschwand und dann wieder auftauchte. Oder wenn er voll war, „rund und schön“ und ich seine Krater erkennen konnte. „Der Mond ist aufgegangen“ war eines meiner liebsten Schlaflieder. Die melancholisch-ruhige Melodie gefällt mir noch heute.
Ich begann, mich ein wenig über unseren Erdtrabanten und dessen Einfluss auf uns Menschen zu belesen (meine Scanner-Persönlichkeit kickte wieder voll rein ;-)).
Was ich schon vorher wusste
Ein Mondzyklus dauert 29 Tage und damit in etwa so lang, wie der Menstruationszyklus einer Frau. Zugleich erreicht er damit fast die Länge unserer kalendarischen Monate. Er erzeugt die Gezeiten der Meere. Angeblich wachsen die Pilze bei zunehmendem Mond besser und er beeinflusst scheinbar unseren Schlaf. Zumindest schlafen viele Menschen bei Vollmond schlechter.
Das habe ich neu gelernt
Studien finden keine durchgehenden Beweise dafür, dass der Mond unsere Gefühle, unseren Schlaf oder unser Verhalten beeinflusst. Schade!
Einige Studien geben wohl Hinweise darauf, dass Menschen in Vollmondnächten schlechter schlafen, aber es gibt auch Untersuchungen, die das widerlegen. Oftmals sind es selbsterfüllende Prophezeiungen: „Ach, heute ist Vollmond! Da werde ich bestimmt Schlafprobleme bekommen.“ Zack! Problem da :-)!
Unterm Strich bleibt: Für die Biologie des Menschen spielt der Mond keine so klare Rolle wie Tageslicht, Hormone oder einfach der ganz normale Alltagsstress.
Mein Weg zum Mond
Rein wissenschaftlich betrachtet ist der Mond vielleicht weniger ein kosmischer „Schalter“, der unsere Gefühle und unser Denken steuert, wie Ebbe und Flut, sondern vielmehr ein Symbol am Himmel. Er erinnert mich an Rhythmen, an Wandel, an den ständigen Wechsel von Fülle und Leere. Diesen Zyklus nutzen viele Menschen. Es gibt zum Beispiel Bücher, die das „Gärtnern mit dem Mond“ erkären. Der Mond kann also eine Orientierungshilfe sein und als Kompass für Prozesse dienen. Ich bin nicht sonderlich bewandert in Astrologie, Esoterik und angrenzender Fachgebiete, aber ich lehne es auch nicht ab. Nur weil es keine Beweise gibt, muss etwas nicht stimmen. Warum dann den Mondzyklus nicht für sich nutzen?
Journaling mit den Mondphasen
Ein Mondzyklus ist eine „Miniatur-Version des Lebens“, weil sich in ihm alles wiederholt: Beginn, Wachstum, Höhepunkt, Rückzug, Stille. Ich habe Lust, die einzelnen Phasen zur Selbstreflexion zu nutzen. Da ich das Journaling für mich entdeckt habe, habe ich mir für jede Mondphase passende Fragen überlegt.

🌑 Neumond – Neubeginn
Alles ist dunkel, der Himmel leer. Eine Einladung zum Rückzug. Es ist der perfekte Moment, innezuhalten und sich zu fragen: Was möchte ich in mein Leben einladen? oder Welches Ziel habe ich?
🌒 Zunehmende Sichel – erste Schritte
Die Sichel taucht auf. Jetzt geht es darum, den ersten Schritt zu tun. Was kann ich heute tun, um anzufangen?
🌓 Halbmond– Vorankommen
Licht und Schatten stehen sich gegenüber. Ist der Mond halb voll, oder halb leer? Komme ich meinem Ziel näher? Gibt es Stolpersteine auf meinem Weg?
🌔 Zunehmender Mond – Wachstum
Die helle Fläche wird größer. Energie und Tatkraft nehmen zu. Jetzt ist die Zeit, in Bewegung zu bleiben, Dinge weiterzuentwickeln, Unterstützung zu suchen oder das eigene Licht stärker zu zeigen. Welche Erfolge sehe ich? Welche Schritte liegen jetzt noch vor mir?
🌕 Vollmond – Fülle und Intensität
Der Mond leuchtet in voller Kraft. Der Höhepunkt der Energie ist erreicht. Werde ich mein Ziel erreichen? Wovon habe ich zuviel?
🌖 Abnehmender Mond – Loslassen
Das Licht zieht sich zurück. Jetzt geht es darum, Ballast abzugeben. Loslassen bedeutet nicht Verlust, sondern Platz schaffen für das, was kommen kann. Vielleicht brauche ich weniger Energie, weil das Projekt läuft. Welche Dinge kann ich loslassen?
🌗 Halbmond– Abschluss
Wieder ist Halbmond, diesmal im Abnehmen. Diese Phase lädt mich ein, zum Ende zu kommen, offene Fäden zu knüpfen, vielleicht Gespräche zu führen, einen Punkt zu setzen. Was habe ich erreicht? Was muss ich noch tun, um abschließen zu können?
🌘 Abnehmende Sichel – Rückzug
Die Energie geht weiter zurück. Es wird ruhiger. Zeit, um sich auszuruhen und ein Fazit zu ziehen. Was kann ich tun, um zur Ruhe zu kommen? Bin ich zufrieden mit meinem Weg? Was kann ich beim nächsten Mal anders machen?
Was bringt DIR das im Alltag?
Jetzt kannst du natürlich sagen: Schön und gut – aber was soll ich mit all dem anfangen, wenn ich eigentlich nur wissen will, ob ich bei Vollmond schlechter schlafe? Die Antwort ist einfach: Gar nichts, wenn es dir nichts gibt!
Aber vielleicht reizt dich der Gedanke, den Mondzyklus als Symbol für dein eigenes Leben zu nutzen. Du musst dafür nicht an kosmische Strahlungen glauben. Es reicht, die Phasen als Erinnerung zu sehen: Dass alles seine Zeit hat und alles in Bewegung ist. Dass es Momente gibt für Neuanfang, für Wachsen, für Klarheit und auch Momente für Rückzug, Loslassen, Abschied.
Vielleicht möchtest du die Leitfragen als Journalingprompts nutzen, um dir ganz bewusst zu den passenden Mondphasen Zeit für Selbstreflexion zu nehmen? Vielleicht helfen dir meine Impulse, um ein Ziel zu verfolgen? Probiere es gerne aus. Ich freue mich, wenn du mir deine Erfahrungen mitteilst. Hier findest du einen Mondkalender, damit du gleich starten kannst.
Ein Kommentar zu “Journaling mit dem Mond”