Mein Jahresmotto 2025: Bei mir bleiben

2023 war mein Jahresmotto „Verbindung schaffen“ und mir war es kaum gelungen, diesen Vorsatz umzusetzen. Im Rückblick weiß ich auch, warum es nicht geklappt hatte, ein Netzwerk aufzubauen und so meine nebenberufliche Selbstständigkeit voran zu treiben: Ich hatte die Verbindung zu mir selbst verloren. Es war mir gar nicht möglich, meinen Fokus auf Beziehungen nach außen zu legen, denn meine „Basis“ nämlich ich, verdiente eigentlich meine volle Aufmerksamkeit.

Im letzten Jahr war deshalb mein Motto: Bei mir ankommen. Ich war frisch mit meiner nebenberuflichen Selbstständigkeit gescheitert (die Gründe dafür liest Du hier: Warum ich mit meinem Onlinebusiness scheiterte) und hatte mich aufgrund der Dreifachbelastung meiner Mutterschaft plus meinem Hauptberuf plus meiner Nebenberuflichkeit vollkommen verloren.

Die Voraussetzung für mein Motto 2025: Erst mal bei mir ankommen!

Ich nahm mir also für das Jahr 2024 vor, bei mir anzukommen. Ich startete, ohne die leiseste Ahnung, wie ich das anstellen sollte. Eine zweite Frage, die erst einmal unbeantwortet blieb: Woran erkennt man eigentlich, dass man bei sich angekommen ist?

Ich fing im Januar 2024 nicht ganz bei Null an: Ich reflektierte mein Leben schon länger in meinen Monatsrückblicken und mir waren Techniken wie Journaling und malen bekannt, die mich auf meiner Reise zu mir selbst dienlich waren. Mein Wort des Jahres 2024 war dann auch schnell gefunden: Selbstfürsorge! Ich belas mich zudem zum Begriff der Resilienz.

Zwei empfohlene Dinge zum Thema Persönlichkeitsentwicklung probierte ich aus, gab sie aber wieder auf

Ich wollte meine Dankbarkeit schulen und notierte mir täglich abends drei Dinge, für die ich am Tag dankbar war. Leider war es für mich schnell nicht mehr umsetzbar. Unser kleiner Sohn verlangte abends immer viel Aufmerksamkeit, bis er endlich schlief. Schnell sah ich meine Dankbarkeitsaufgabe nur noch als lästige Pflicht. Zudem schätze ich mich sowieso als sehr dankbaren Menschen ein. Es machte für mich keinen Sinn, mich noch mehr darauf zu fokussieren.

Punkt 2 war es, mir täglich zu überlegen, was das vorrangige Tagesgefühl war und dies in einer Emotionsblume farbig einzumalen. An sich eine schöne Reflexionsübung! Leider kam mir auch hier der „allabendliche Wahnsinn“ in die Queere. Es war für mich schlecht umsetzbar und schließlich hörte ich damit auf. (Ich überlege allerdings jetzt gerade in diesem Moment, ob ich dieser Methode eine zweite Chance gebe).

Dinge, die mir beim bei-mir-ankommen halfen

Wie schon oben geschrieben, war mein Wort des Jahres 2024 „Selbstfürsorge“. Da ich mich im letzten Jahr wichtiger nahm, räumte ich mir auch hier und da mehr Zeit für mich ein. Ich genoss häufiger ein Vollbad, ich malte immer mal wieder und journalte von Zeit zu Zeit.

Mitte April merkte ich, dass ich mich unwohl fühlte in meinem Körper. Schokolade war zu meiner Leibspeise geworden und ich verzehrte täglich recht beträchtliche Mengen davon. Ich fühlte mich behäbig und einfach ungesund. Deshalb arbeite ich seitdem wieder an einer gesünderen Ernährung. Ich trinke täglich mindestens 1,5 Liter, gehe in den Mittagspausen spazieren und vermeide zuviel Süßes. Ergebnis: im Jahr 2024 durften 13 Kilo gehen. Auch das ist Selbstfürsorge! Ich fühle mich körperlich deutlich besser und das wirkt sich natürlich auch positiv auf meine Psyche aus.

Ich stieß auf den Begriff des „regretting motherhood“ und ich belaß mich dazu. (Soll ich darüber mal einen eigenen Blogartikel schreiben?) Nein, ich bereue es nicht, Mutter geworden zu sein. Aber ich lernte, dass ambivalente Gefühle zu wahrscheinlich jeder Mutter dazu gehören. Ich muss nicht 24/7 überglücklich schmachtend an meine Kinder denken, um eine gute Mutter zu sein. Eine Einsicht, die einen meiner falschen Glaubenssätze auflöste. Ich betrachte mich in diesem Punkt jetzt viel entspannter, als noch vor einem Jahr!

Schon länger war mir klar, dass ich ein introvertierter Mensch bin. Ich schob meine zurückgezogene Lebensart und die Tatsache, dass ich viel Zeit für mich und meine Gedanken brauchte, auf meine Introversion. Auch die Gabe, ziemlich gut „zwischen den Zeilen“ lesen zu können und Stimmungen anderer Menschen schnell zu erkennen, brachte ich mit der Introversion in Verbindung.

Eine alte Bekannte stieß mich auf den Begriff der Hochsensibilität und nach ein wenig Recherche stand für mich fest: Huch! Da trifft ja so viel auf mich zu! Plötzlich waren eine Menge meiner Eigenschaften und Verhaltensweisen erklärbar. Ich empfand diese „Diagnose“ als große Erleichterung. Ich war nicht außerirdisch, sondern hochsensibel! Und ich bin nicht die Einzige auf der Welt, die so ist! Es ist kein Makel, sondern eine Gabe! Ich brauche auch kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich mich zurückziehe. Im Gegenteil: Es holft mir, um wieder „funktionieren“ zu können. Ich erkannte, dass ich meine Bedürfnisse wahrnehmen und ausdrücken darf. Sie sind nicht schlecht, sondern gehören zu meiner Persönlichkeit. Ich brauche mich weder schwach zu fühlen, noch ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich Zeit für mich benötige!

Unsere drei Reisen im letzten Jahr und die gewonnene Zeit durch meine „Geschäftsaufgabe“ steuerten sicherlich ebenfalls dazu bei, dass ich bei mir ankommen konnte, denn sie schenkten mir Gelassenheit.

Bin ich denn nun bei mir angekommen?

Ich denke, ja! Ich nehme mich und meine Gefühle mehr war und dadurch erkenne ich natürlich auch meine Bedürfnisse viel besser. Mir ist es gelungen, mehr auf mich zu achten und die Bedürnisse auch zu erfüllen. Ich stehe mir selbst sehr nahe und mein Jahresmotto für das Jahr 2025 kann deshalb nur heißen:

Bei mir bleiben

Ich starte gekräftigt in dieses Jahr und bin ganz bei mir. Da möchte ich natürlich auch bleiben. Ich will darauf achten, mich nicht wieder zu verlieren, oder mich und meine Bedürfnisse wieder zu vernachlässigen. Ich muss mich wichtig nehmen, um für andere da sein zu können und Verbindungen eingehen zu können. Da schließt sich der Kreis wieder zu meinem Motto aus dem Jahr 2023. Das ist nicht egoistisch, sondern notwendig!

Mein Wort des Jahres 2025 soll deshalb „Selbstbesinnung“ sein.

Wie will ich das schaffen?

Es gibt Dinge, die haben sich 2024 bewährt und die werde ich fortsetzen: meine Me-Time in Form von journalen, malen und kreativ sein und die weitere Erforschung meiner selbst. Zu diesem Zweck habe ich mir dieses Jahr schon zwei Bücher gekauft, die ich gerade parallel lese: „Achtsames Schreiben“ und „zart besaitet„.

Ich möchte mich mehr mit meiner Schreibpersönlichkeit auseinander setzen und vielleicht nebenbei „meine Schreibe“ verbessern. Ich hoffe, es entstehen ein paar autobiografische Texte.

Im Buch „zart besaitet“ geht es um das Thema Hochsensibilität und ich habe schon auf den ersten Seiten ganz viele Dinge gelesen, die mich darin bestätigen, dass ich der Spezies des Hochsensiblen zweifelsfrei angehöre.

Und noch einen Kauf habe ich schon getätigt: Die Schreibimpulse in Kartenform lesen sich sehr vielversprechend.

Ich bin schon sehr neugierig darauf, ob es mir gelingen wird, 2025 den Fokus auf mir zu halten. Begleite mich doch gerne durch mein Lese-, Schreib- und Kreativjahr. Ich halte Dich gerne hier auf dem Blog auf dem Laufenden. Gerne kannst Du mir auch Tipps geben, die Dir helfen, bei Dir zu bleiben, oder die Dir zum Thema Schreiben einfallen. Ich suche immer nach Inspiration.

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