Die Leipziger Buchmesse ist viel zu voll, zu kommerziell und überhaupt: Es gibt zu wenig Klopapier, zu wenig zu essen und die Schlangen vor den Toiletten sind zu lang.
Was habe ich nicht alles für Kritik gelesen, im Zusammenhang mit der LBM!
Ich war seit 20 Jahren mal wieder dort. Und ja: ich war nicht die Einzige! Aber mal ehrlich: Was wäre es denn für ein Signal für die gesamte Buchbranche, wenn diese Messe keine Besucher anziehen würde?
Ich habe das ganz anders erlebt. Ich fand es wunderbar, so viele Menschen auf einmal zu sehen, die alle eine gemeinsame Leidenschaft haben. Das Verhalten von allen war entspannt und rücksichtsvoll. Auch Toilettenproblem hatte ich keins, denn es waren extra noch WC-Wagen in den Außenbereichen aufgestellt gewesen.
Aber Bücher kann man doch in jeder Buchhandlung kaufen! Was macht es denn auf einer Messe so besonders?
Tatsächlich habe ich einen signierten Roman gekauft. Ich habe eine Lesung besucht und viele kleine Verlage gesehen, die in den einschlägigen Buchhandlungen entweder gar nicht vertreten sind, oder nicht auffallen. Auch wenn man sich wirklich wunderbar in örtlichen Buchhandlungen und bei Instagram inspirieren lassen kann, sind Messeimpressionen noch einmal eine ganz andere Hausnummer, finde ich.
Wie war mein Messetag?
Ich hatte mich gründlich darauf vorbereitet. In einem kleinen Notizbuch hatte ich mir einen Hallenplan aufgezeichnet und die Stände notiert, die ich unbedingt besuchen wollte. Die Informationen dazu hatte ich mir aus dem Ausstellerverzeichnis herausgesucht. Zusätzlich hatte ich noch Veranstaltungen wie zum Beispiel Lesungen aufgeschrieben, inklusive Ort und Uhrzeit. In meinem Rucksack befanden sich Snacks und Getränke.
Den Einlass hatte ich flott hinter mich gebracht, weil ich mich aus Versehen bei den Ausstellern angestellt hatte. Zu Beginn fühlte ich mich etwas allein. Ich sah viele Grüppchen durch die Hallen ziehen, nur ich hatte keinen Anschluss. Allerdings stellte sich genau das später als echter Gewinn heraus. Ich musste auf niemanden Rücksicht nehmen und auch keine Angst haben, jemanden im Getümmel zu verlieren!
Tatsächlich schaute ich bei jedem Hallenwechsel in mein Büchlein, um zu wissen, was es dort für Themen gibt. Von meinen geplanten Veranstaltungen besuchte ich nur zwei. Ein Gespräch mit Judith Hoersch, derren Roman „Niemands Töchter“ ich schon gelesen habe und einen Vortrag zum Thema Buchmarketing. Das Gespräch hat mir sehr gefallen. Es war sehr interessant aus dem Mund der Autorin zu hören, wie sie ihre Figuren entwickelt hat und dass sie -genau wie ich- nicht vorher alles geplottet hatte, sondern eher explorativ geschrieben hat.

Der Vortrag zum Vermarkten des eigenen Buches hat mich ebenfalls inspiriert. Nicht unbedingt der Inhalt, denn ich glaube, ich bin mit dieser Website inklusive Newsletter schon recht gut aufgestellt. Ich fand es super erhellend, dass der Vortrag so gut besucht war. So viele wunderbare Menschen, die allesamt ihren Traum leben. Und ich war ein Teil von ihnen. Das hat mir sehr gut gefallen.

Was habe ich gekauft?
Ich habe fünf Bücher mitgenommen. Drei Romane und zwei Kinderbücher. Zudem habe ich noch einige Leseproben eingesteckt und viele, viele Bücher einfach nur abfotografiert, um sie mir vielleicht später zu kaufen.



Was habe ich mir „mitgenommen“?
Ich fühle mich bestätigt, dass Lesen und Schreiben für mich zusammengehören und dass ich mich in der Buchbranche sehr wohl fühle. Trotz der vielen Menschen, die normalerweise ein Stressfaktor für mich sind, habe ich mich „Zuhause“ gefühlt. Ideal wäre es gewesen, die Messe aufgrund der Größe und der vielen Lesungen und Veranstaltungen an zwei Tagen zu besuchen. Es war einfach nicht genügend Zeit, überall mehr reinzuhorchen. Aber genau das ist es ja eigentlich, was oft am meisten inspiriert.

Mutterschaft und Feminismus sind große Themen. Ich habe viele Romane entdeckt, die über Frauenrollen berichten. Mein entstehendender Roman passt da super rein und erzeugt noch ein wenig mehr Reibung im Getriebe der Geschichten über Mütter.
Du willst darüber mehr wissen? Dann schau mal auf meine Autorenseite.

Werde ich nächstes Jahr wieder auf der LBM sein?
Ich hoffe es! Es war ein schöner, beflügelnder Tag für mich und ich wüsste nicht, was ich lieber täte!