Es gibt im Dezember eine Phase, die still bleibt, obwohl sie viel in Bewegung bringen kann. Die Sperrnächte. Ein Zeitraum, den viele kaum kennen, wahrscheinlich, weil er so unspektakulär ist. Es sind zwölf Nächte, in denen man das Jahr bewusst abschließen kann.
Traditionell starten die Sperrnächte am 8. Dezember und enden am 20. Dezember. Sie gelten als die zwölf Nächte vor den Rauhnächten. Früher nutzten die Menschen diese Zeit, um das Jahr aufzuräumen: Felder, Arbeiten, Vorräte, Verträge – alles wurde „gesperrt“ oder beendet, bevor die winterliche Stille begann.
Heute lässt sich dieser Zeitraum genauso nutzen: als Einladung, Altes abzustellen, mentale Türen leise zu schließen und das Jahr nicht einfach auslaufen zu lassen, sondern bewusst abzuschließen.
Warum die Sperrnächte heute relevant sind
Unsere Leben sind voller kleiner offener Schleifen, die wir kaum bemerken, aber trotzdem mit uns herumtragen. Unerledigte Gedanken, nie geführte Gespräche, Erwartungen, die wir längst hätten ablegen können. Die Sperrnächte bieten ein Zeitfenster, in dem du genau diese Dinge anschauen kannst.
Zugegeben: Sie fallen in eine recht trubelige Zeitspanne. Die Adventszeit ist in der Regel vollgestopft mit Geschenkekauf und Weihnachtsfeiern. Aber gerade, wenn du besonders wenig Zeit hast, solltest du auf dich achten. Nimm dir täglich ein paar Minuten Zeit für deinen mentalen Jahresputz, bevor die Feiertage beginnen.

12 klare Journaling-Fragen für die Sperrnächte
1. Was darf dieses Jahr enden?
Nicht alles muss mit ins neue Jahr. Manches ist einfach fertig.
2. Welche Pflicht war nie deine?
Ein guter Moment, stille Fremderwartungen zu identifizieren.
3. Welcher Gedanke hat dir Energie gezogen?
Benennen heißt entlasten.
4. Womit willst du aufhören, dich zu beeindrucken?
Manche Ansprüche sind überfällig.
5. Welche Kleinigkeit willst du erledigen, damit dein Kopf leiser wird?
Ein Mini-To-do wirkt oft größer, solange es unerledigt ist.
6. Was hast du zu lange toleriert?
Grenzen sind notwendig.
7. Welche Wahrheit hast du ignoriert, obwohl sie simpel war?
Erkennen ist manchmal der Abschluss.
8. Was war dieses Jahr ein gutes „Nein“ ?
Ein klarer Satz kann ein neues Muster setzen.
9. Wo hast du Tempo gehalten, obwohl du müde warst?
Ermüdung erkennen ist kein Schwächezeichen.
10. Was willst du künftig nicht mehr erklären müssen?
Entscheidungen dürfen still sein.
11. Welche Sorge hat sich als übertrieben herausgestellt?
Rückschau entlastet.
12. Welche Tür schließt du symbolisch, damit eine andere ruhiger aufgehen kann?
Klarheit öffnet Türen.
12 Tage: Für jeden der vergangenen Monate einer
Eine weitere Idee, die Sperrnächte zu nutzen: Die zwölf Nächte können symbolisch für die zwölf Monate stehen. Gehe Monat für Monat durch und überlege dir, was du aus dieser Zeit mitnehmen möchtest, aber natürlich auch, was du aussperren möchtest. Was hat dir nicht gut getan? Wovon möchtest du dich trennen?
Trenne dich von materiellen Dingen
Vielleicht merkst du, dass es in deiner Wohnung Dinge gibt, die sich angehäuft haben und für die es keinen Nutzen gibt. Viellicht stören sie dich sogar, weil sie viel zu viel Platz brauchen! Weg damit! Die Sperrnächte kannst du prima nutzen, um auszusperren, was du nicht mehr benötigst.
Kurz und gut
Die Sperrnächte sind ein Zeitraum von zwölf Tagen. Sie dauern vom 08. Dezember bis zum 20. Dezember. Symbolisch dienen diese Tage dazu, das Jahr abzuschließen. Du kannst sie nutzen, um Rückschau zu halten und Dinge zu beenden, oder auszusperren, die dir im vergehenden Jahr nicht mehr dienen, oder gut tun.
2 Kommentare zu „Sperrnächte: Bedeutung, Zeitraum und klare Impulse für deinen Jahresabschluss“